Bohdan-Chmelnyzkyj-Denkmal mit Sophienkathedrale auf dem Sophienplatz in Kiew

Rei­se­land Ukraine

Die Ukrai­ne weist als ein Land nicht weit weg von der geo­gra­fi­schen Mit­te Euro­pas eine beein­dru­cken­de kul­tu­rel­le Tie­fe und Viel­falt auf, wel­ches ost- und west­sla­wi­sche Kul­tur, habs­bur­ger und rus­si­sches sowie sowje­ti­sches Erbe mit einem unver­kenn­ba­ren Wil­len zur Unab­hän­gig­keit ver­eint. Von den gol­de­nen Kup­peln Kiews über das k.u.k.-Flair Lem­bergs bis zu unbe­rühr­ten Kar­pa­ten­wäl­dern offen­bart sich eine Kul­tur von ein­zig­ar­ti­ger Resi­li­enz und tief ver­wur­zel­ter Tradition.

Wer die Wei­te und Kul­tur des russ­län­di­schen Rau­mes erfah­ren hat, fin­det in der Ukrai­ne eine unver­zicht­ba­re Ergän­zung und einen fas­zi­nie­ren­den Kon­tra­punkt. Bei­de Natio­nen wur­zeln his­to­risch in der Kie­wer Rus, in der Ukrai­ne ent­fal­tet sich seit eini­gen jah­ren jedoch ein eige­ner, klar nach West­eu­ro­pa ori­en­tier­ter Weg. Die ukrai­ni­sche Spra­che, die leben­di­gen Tra­di­tio­nen und eine tief ver­an­ker­te eth­ni­sche Iden­ti­tät bie­ten ent­schei­den­de Ein­bli­cke, um die Viel­falt und Kom­ple­xi­tät der ost­sla­wi­schen Welt wirk­lich zu ver­ste­hen. Eine Rei­se in die Ukrai­ne offen­bart die spe­zi­el­le, eigen­stän­di­ge See­le Osteuropas.

Wir, die Grün­der und Mit­ar­bei­ter von Russ​land​.Tours, ver­ste­hen unser Ange­bot von Rei­sen und tou­ris­ti­schen Dienst­leis­tun­gen als ein Hilfs­mit­tel und einen Zugang für ein grund­le­gen­des sowie bes­se­res Ver­ständ­nis für die Kul­tur, Geschich­te und Poli­tik der Russ­län­di­schen Föde­ra­ti­on. Da die­ses geo­gra­phisch und kul­tu­rell sehr rei­che und viel­fäl­ti­ge Land, unse­rer Mei­nung nach, nicht nur aus der Per­spek­ti­ve eines Mos­kau­er Küchen­fens­ters oder mit­tels einer Lek­tü­re von Wiki­pe­dia-Arti­keln erschlos­sen, erklärt und ver­stan­den wer­den kann, bie­ten wir über die Gren­zen der Russ­län­di­schen Föde­ra­ti­on hin­aus auch Rei­se­plä­ne und tou­ris­ti­sche Dienst­leis­tun­gen für Rei­sen in Ukrai­ne an.
Mit sol­chen ergän­zen­den Ange­bo­ten für Rei­sen in allen Nach­fol­ge­staa­ten des Russ­län­di­schen Impe­ri­ums, der Sowjet­uni­on sowie deren Nach­bar­län­dern ermög­li­chen wir unse­ren Kun­den, die über Staats­gren­zen hin­aus mit­ein­an­der ver­wo­be­nen Kul­tu­ren und deren Räu­me als sol­che zu erfah­ren und über admi­nis­tra­ti­ve Gren­zen gegen­wär­ti­ger Natio­nal­staa­ten hin­aus für sich zu ent­de­cken.
Vor die­sem Hin­ter­grund schla­gen wir an die­ser Stel­le, als Ergän­zung zu einer Rei­se inner­halb der Russ­län­di­schen Föde­ra­ti­on, eine Rei­he von Rei­se­zie­len in Ukrai­ne vor, um wel­che ein Rei­se­plan für die Russ­län­di­sche Föde­ra­ti­on optio­nal erwei­tert wer­den kann.
Denn wir sind der Mei­nung, dass man Län­der, Sit­ten und Gebräu­che vor Ort erfah­ren muss, um sie begrei­fen und ver­ste­hen zu kön­nen. Aus unse­rer Sicht hilft eine Rei­se durch Ukrai­ne, um wich­ti­ge Aspek­te der Kul­tur, Geschich­te und Poli­tik der Russ­län­di­schen Föde­ra­ti­on zu ver­ste­hen, da bei­de Län­der his­to­risch und kul­tu­rell in vie­len Punk­ten eng mit­ein­an­der ver­bun­den sind.

Es gibt Län­der, die man besucht, und es gibt Län­der, die man spürt. Die Ukrai­ne gehört zwei­fel­los zur letz­te­ren Kate­go­rie. Als eines der größ­ten euro­päi­schen Län­der ist die Ukrai­ne eine Welt für sich, ein rie­si­ger Tep­pich aus frucht­ba­rer Schwarz­er­de, dich­ten Kar­pa­ten­wäl­dern, pul­sie­ren­den Städ­ten und einer Geschich­te, die so tief und viel­schich­tig ist wie der mäch­ti­ge Dnjepr, der das Land durch­fließt. Eine Rei­se in die Ukrai­ne ist kei­ne gewöhn­li­che Exkur­si­on. Es ist eine Begeg­nung mit einer wider­stands­fä­hi­gen Kul­tur, einer tie­fen Spi­ri­tua­li­tät und einer herz­zer­rei­ßen­den Schön­heit, die sich oft im Ver­bor­ge­nen zeigt. Von den ein­sa­men Gip­feln der Kar­pa­ten bis zur Wei­te der Step­pe – die Ukrai­ne ist ein Sehn­suchts­ort für all jene, die das Authen­ti­sche suchen und die Reso­nanz der Geschich­te in der Gegen­wart erle­ben möchten.

Kiew: Die gol­de­ne Mut­ter der sla­wi­schen Städte

Bohdan-Chmelnyzkyj-Denkmal mit Sophienkathedrale auf dem Sophienplatz in Kiew

Kiew ist mehr als nur eine Haupt­stadt; es ist der spi­ri­tu­el­le und his­to­ri­sche Ursprungs­ort eines gan­zen Kul­tur­raums. An den grü­nen Hügeln über dem brei­ten Dnjepr gele­gen, ent­fal­tet die Stadt eine fast mys­ti­sche Atmo­sphä­re. Ihr Wahr­zei­chen sind die unzäh­li­gen gol­de­nen Kup­peln, die in der Son­ne fun­keln und von einer jahr­tau­sen­de­al­ten christ­lich-ortho­do­xen Tra­di­ti­on zeu­gen. Das Herz die­ser Spi­ri­tua­li­tät ist das Kie­wer Höh­len­klos­ter, ein weit­läu­fi­ger Kom­plex aus Kir­chen, Muse­en und unter­ir­di­schen Gän­gen, in denen mumi­fi­zier­te Mön­che ruhen. Nur unweit davon thront die Sophien­ka­the­dra­le mit ihren atem­be­rau­ben­den Mosai­ken und Fres­ken aus dem 11. Jahr­hun­dert, ein Meis­ter­werk byzan­ti­ni­scher Kunst. Doch Kiew ist kei­ne Stadt, die in der Ver­gan­gen­heit erstarrt ist. Der Chres­cht­scha­tyk-Bou­le­vard pul­siert vor Leben, moder­ne Kunst­ga­le­rien sprie­ßen in alten Stadt­vier­teln wie Podil, und der Andre­as­steig schlän­gelt sich als char­man­te Künst­ler­mei­le den Hügel hin­ab. Die Stadt ver­bin­det auf ein­zig­ar­ti­ge Wei­se monu­men­ta­le Geschich­te mit einer leben­di­gen, krea­ti­ven und zukunfts­ge­wand­ten Ener­gie. Ein Spa­zier­gang durch Kiew ist eine Rei­se durch die Epo­chen, ein unver­gess­li­ches Erleb­nis zwi­schen tie­fem Glau­ben und urba­ner Lebenslust.

Lem­berg: Kreu­zungs­punkt der Kulturen

Wer durch die Gas­sen von Lem­berg schlen­dert, könn­te sich eben­so gut in Wien oder Prag wäh­nen. Die Stadt, die über Jahr­hun­der­te zum Habs­bur­ger­reich gehör­te, hat sich ein unver­wech­sel­ba­res mit­tel­eu­ro­päi­sches Flair bewahrt. Das gesam­te his­to­ri­sche Zen­trum, ein UNESCO-Welt­kul­tur­er­be, ist ein Laby­rinth aus Kopf­stein­pflas­ter­gas­sen, gesäumt von präch­ti­gen Bür­ger­häu­sern aus der Renais­sance, dem Barock und dem Klas­si­zis­mus. Der zen­tra­le Rynok-Platz ist das pul­sie­ren­de Herz der Stadt, umge­ben von ele­gan­ten Fas­sa­den, Stra­ßen­ca­fés und dem impo­san­ten Rat­haus. Lem­berg ist eine Stadt der Kaf­fee­häu­ser, in denen die Zeit still­zu­ste­hen scheint und man bei einer Tas­se aro­ma­ti­schen Kaf­fees und einem Stück Käse­ku­chen das Trei­ben beob­ach­ten kann. Die Stadt war stets ein Schmelz­tie­gel der Kul­tu­ren: Polen, Arme­ni­er, Juden, Deut­sche und Ukrai­ner haben hier ihre Spu­ren hin­ter­las­sen, was sich in der Viel­falt der Kir­chen und der kuli­na­ri­schen Ange­bo­te wider­spie­gelt. Die Oper, ein prunk­vol­ler Bau nach dem Vor­bild der Wie­ner und Pari­ser Opern­häu­ser, zeugt vom eins­ti­gen kul­tu­rel­len Reich­tum. Lem­berg ist eine Stadt für Genie­ßer und Fla­neu­re, ein Ort von zeit­lo­ser Ele­ganz, der sei­ne Besu­cher mit Charme und einer ent­spann­ten Atmo­sphä­re verzaubert.

Bohdan-Chmelnyzkyj-Denkmal mit Sophienkathedrale auf dem Sophienplatz in Kiew

Die Kar­pa­ten: Wo Tra­di­ti­on und Natur eins sind

Bohdan-Chmelnyzkyj-Denkmal mit Sophienkathedrale auf dem Sophienplatz in Kiew

Im Süd­wes­ten der Ukrai­ne erhe­ben sich die Kar­pa­ten, ein Gebirgs­zug von wil­der, ursprüng­li­cher Schön­heit. Anders als die schrof­fen Alpen sind die ukrai­ni­schen Kar­pa­ten von sanf­te­ren, bewal­de­ten Gip­feln, wei­ten Alm­wie­sen – den soge­nann­ten „Pol­ony­nen“ – und tief ein­ge­schnit­te­nen Tälern mit kla­ren Gebirgs­bä­chen geprägt. Die­se Land­schaft ist ein Para­dies für Wan­de­rer, Natur­lieb­ha­ber und all jene, die Ruhe und Abge­schie­den­heit suchen. Ein gut aus­ge­bau­tes Netz von Wan­der­we­gen führt zu atem­be­rau­ben­den Aus­sichts­punk­ten, ver­steck­ten Was­ser­fäl­len und dem höchs­ten Gip­fel der Ukrai­ne, dem Hower­la. Doch die Fas­zi­na­ti­on der Kar­pa­ten liegt nicht nur in ihrer Natur, son­dern auch in der ein­zig­ar­ti­gen Kul­tur der Huzu­len, einer eth­ni­schen Grup­pe, die hier seit Jahr­hun­der­ten ihre Tra­di­tio­nen pflegt. Ihre far­ben­fro­hen Trach­ten, ihre beson­de­re Holz­ar­chi­tek­tur, die sich in den kunst­voll ver­zier­ten Kir­chen und Häu­sern zeigt, und ihr rei­ches Kunst­hand­werk, ins­be­son­de­re die Holz­schnit­ze­rei­en und die bemal­ten Oster­ei­er („Pysan­ky“), sind Aus­druck einer tie­fen Ver­bun­den­heit mit der Regi­on. Eine Rei­se in die Kar­pa­ten ist ein Ein­tau­chen in eine ande­re Welt, eine Welt, in der die Zeit lang­sa­mer ver­geht und das Erbe der Vor­fah­ren noch leben­dig ist.

Eine Geschich­te vol­ler Wider­stands­kraft und Tiefe

Die Ukrai­ne ist ein Land, des­sen Geschich­te von einem stän­di­gen Rin­gen um Iden­ti­tät und Unab­hän­gig­keit geprägt ist. Gele­gen an der Schnitt­stel­le gro­ßer Rei­che – dem pol­nisch-litaui­schen, dem osma­ni­schen, dem habs­bur­gi­schen und dem russ­län­di­schen – war die ukrai­ni­sche Erde Schau­platz unzäh­li­ger Kon­flik­te, aber auch ein Ort frucht­ba­ren kul­tu­rel­len Aus­tauschs. Die­ses kom­ple­xe Erbe ist über­all im Land sicht­bar und macht eine Rei­se hier­her zu einer span­nen­den his­to­ri­schen Ent­de­ckungs­tour. Impo­san­te Fes­tun­gen wie in Kam­ja­nez-Podilskyj oder Cho­tyn zeu­gen von den Kämp­fen der Kosa­ken gegen Inva­so­ren. Prunk­vol­le Paläs­te in den west­li­chen Regio­nen erzäh­len von der Zeit des pol­ni­schen Adels. Die Spu­ren des rei­chen jüdi­schen Lebens sind in den ehe­ma­li­gen Schtetln und in den Syn­ago­gen von Städ­ten wie Lem­berg oder Czer­no­witz zu fin­den. Die jün­ge­re Geschich­te des 20. Jahr­hun­derts mit ihren tra­gi­schen Ereig­nis­sen, vom Holo­do­mor bis zur Kata­stro­phe von Tscher­no­byl, hat eben­falls tie­fe Nar­ben hin­ter­las­sen, aber auch einen unbeug­sa­men Wil­len zur Selbst­be­stim­mung geformt. Eine Rei­se durch die Ukrai­ne ermög­licht es, die­se viel­schich­ti­ge Ver­gan­gen­heit zu ver­ste­hen und die Resi­li­enz einer Nati­on zu erle­ben, die ihre Kul­tur und Spra­che allen Wid­rig­kei­ten zum Trotz bewahrt hat.

Bohdan-Chmelnyzkyj-Denkmal mit Sophienkathedrale auf dem Sophienplatz in Kiew

Odes­sa: Die Per­le am Schwar­zen Meer

Bohdan-Chmelnyzkyj-Denkmal mit Sophienkathedrale auf dem Sophienplatz in Kiew

Odes­sa ist anders. Die Hafen­stadt am Schwar­zen Meer hat einen ganz eige­nen, leicht ver­ruch­ten Charme, eine kos­mo­po­li­ti­sche See­le und eine Atmo­sphä­re, die von Lite­ra­tur und Legen­den durch­drun­gen ist. Gegrün­det Ende des 18. Jahr­hun­derts von Katha­ri­na der Gro­ßen, wur­de die Stadt von Archi­tek­ten aus ganz Euro­pa plan­mä­ßig ange­legt und ent­wi­ckel­te sich schnell zu einem Schmelz­tie­gel der Völ­ker: Rus­sen, Ukrai­ner, Juden, Grie­chen, Ita­lie­ner und Fran­zo­sen präg­ten das Bild und den Geist der Stadt. Das Herz­stück Odes­sas ist der Pri­mor­ski-Bou­le­vard, eine ele­gan­te Pro­me­na­de hoch über dem Hafen, von der die berühm­te Potem­kin­sche Trep­pe hin­ab zum Meer führt. Ein Spa­zier­gang unter den schat­ti­gen Pla­ta­nen, vor­bei an klas­si­zis­ti­schen Paläs­ten, führt zum Opern­haus, einem baro­cken Meis­ter­werk, das als eines der schöns­ten Euro­pas gilt. Die Stadt hat einen ganz eige­nen Humor und einen spe­zi­el­len Dia­lekt her­vor­ge­bracht, und ihre jüdi­sche Geschich­te ist untrenn­bar mit Schrift­stel­lern wie Isaak Babel ver­bun­den. Odes­sa ist eine Stadt zum Genie­ßen: Man fla­niert durch die son­nen­durch­flu­te­ten Stra­ßen, kehrt in einem der unzäh­li­gen Cafés ein, besucht die leb­haf­ten Märk­te oder ver­bringt einen Tag an den nahe­ge­le­ge­nen Sand­strän­den. Sie ist eine lebens­be­ja­hen­de, mul­ti­kul­tu­rel­le Metro­po­le mit einem Hauch von medi­ter­ra­nem Flair.

Die Gast­freund­schaft und die rei­che Küche

Die See­le eines Lan­des lernt man am bes­ten über sei­ne Men­schen und sei­ne Küche ken­nen, und in der Ukrai­ne wird man in bei­der­lei Hin­sicht reich beschenkt. Die ukrai­ni­sche Gast­freund­schaft ist legen­där. Besu­cher wer­den oft mit einer offe­nen Herz­lich­keit emp­fan­gen, die weit über pro­fes­sio­nel­le Freund­lich­keit hin­aus­geht. Es ist nicht unge­wöhn­lich, spon­tan ein­ge­la­den zu wer­den, und die Gast­ge­ber wer­den alles tun, damit sich der Gast wohl­fühlt. Die­se Wär­me spie­gelt sich auch in der Küche wider, die def­tig, nahr­haft und unglaub­lich schmack­haft ist. Das Natio­nal­ge­richt ist zwei­fel­los „Borschtsch“, eine Rote-Bete-Sup­pe, von der jede Fami­lie ihr eige­nes Geheim­re­zept hat. Unver­zicht­bar sind auch „Waren­i­ki“, Teig­ta­schen, die ähn­lich wie Pie­ro­gi mit Kar­tof­feln, Quark, Kraut oder Kir­schen gefüllt sind. Ein wei­te­res High­light ist „Holub­zi“, mit Reis und Fleisch gefüll­te Kohl­rou­la­den. Die Grund­la­ge vie­ler Gerich­te ist die frucht­ba­re Schwarz­er­de des Lan­des, die für eine Fül­le an fri­schem Gemü­se sorgt. Dazu trinkt man „Kwas“, ein leicht fer­men­tier­tes Brot­ge­tränk, oder „Horil­ka“, den ukrai­ni­schen Wod­ka, der oft mit Honig und Pfef­fer ver­fei­nert wird. Ein ukrai­ni­sches Mahl ist immer ein Fest für die Sin­ne und ein Aus­druck von Großzügigkeit.

Bohdan-Chmelnyzkyj-Denkmal mit Sophienkathedrale auf dem Sophienplatz in Kiew

Ein Land der unent­deck­ten Schätze

Bohdan-Chmelnyzkyj-Denkmal mit Sophienkathedrale auf dem Sophienplatz in Kiew

Die Ukrai­ne ist eines der letz­ten gro­ßen euro­päi­schen Län­der, das noch nicht voll­stän­dig auf der tou­ris­ti­schen Land­kar­te ver­zeich­net ist. Eine Rei­se hier­her bie­tet die sel­te­ne Gele­gen­heit, Orte von gro­ßer Schön­heit und his­to­ri­scher Bedeu­tung zu ent­de­cken, ohne von gro­ßen Men­schen­men­gen beglei­tet zu sein. Abseits der bekann­ten Städ­te Kiew und Lem­berg war­ten unzäh­li­ge ver­bor­ge­ne Juwe­len. Die Stadt Czer­no­witz in der Buko­wi­na bei­spiels­wei­se, mit ihrer ehe­ma­li­gen Resi­denz des Metro­po­li­ten, einem fan­tas­ti­schen Bau­werk im mau­ri­schen Stil, oder die gut erhal­te­nen mit­tel­al­ter­li­chen Fes­tun­gen in Kam­ja­nez-Podilskyj und Cho­tyn. In den wei­ten Ebe­nen der Zen­tralukrai­ne fin­den sich male­ri­sche Dör­fer und die Spu­ren der alten Kosa­ken­kul­tur. Ent­lang der Küs­te des Schwar­zen Mee­res erstre­cken sich end­lo­se Sand­strän­de und Natur­schutz­ge­bie­te wie das Donau­del­ta. Die­se Viel­falt an noch wenig bekann­ten Orten macht den Reiz einer Ukrai­ne-Rei­se aus. Man hat das Gefühl, ein Land in sei­ner authen­ti­schen Form zu erle­ben, mit all sei­nen Kon­tras­ten und sei­ner unge­schmink­ten Rea­li­tät. Es ist eine Rei­se für Ent­de­cker, für jene, die bereit sind, hin­ter die Fas­sa­den zu bli­cken und sich auf das Unbe­kann­te einzulassen.

Sehens­wür­dig­kei­ten in der Ukrai­ne

Das Kie­wer Höhlenkloster

Das Kie­wer Höh­len­klos­ter, die Kyji­wo-Pet­scher­ska Lawra, ist das unum­strit­te­ne spi­ri­tu­el­le Herz der gesam­ten ortho­do­xen Sla­wen­welt. Auf den grü­nen Hügeln hoch über dem Dnjepr gele­gen, ist der Anblick der gol­de­nen Kup­peln, die sich über die Baum­wip­fel erhe­ben, unver­gess­lich. Das Klos­ter wur­de im 11. Jahr­hun­dert von den Mön­chen Anto­ni­us und Theo­dosi­us gegrün­det und besteht aus zwei Haupt­tei­len: der Obe­ren Lawra und der Unte­ren Lawra. Die Obe­re Lawra, die heu­te als Muse­ums­kom­plex dient, beher­bergt präch­ti­ge Kir­chen wie die Mariä-Ent­schla­fens-Kathe­dra­le, die nach ihrer Zer­stö­rung im Zwei­ten Welt­krieg ori­gi­nal­ge­treu wie­der­auf­ge­baut wur­de, sowie zahl­rei­che Muse­en, dar­un­ter das fas­zi­nie­ren­de Muse­um für Mikro­mi­nia­tu­ren. Der eigent­li­che spi­ri­tu­el­le Kern liegt jedoch in der Unte­ren Lawra, die der ukrai­nisch-ortho­do­xen Kir­che gehört. Hier befin­den sich die berühm­ten Höh­len­sys­te­me, die dem Klos­ter sei­nen Namen gaben. In den engen, von Ker­zen­licht nur spär­lich erhell­ten unter­ir­di­schen Gän­gen wan­deln Pil­ger und Besu­cher an den in Glas­sär­gen auf­ge­bahr­ten, mumi­fi­zier­ten Kör­pern von Hei­li­gen und Mön­chen vor­bei. Der Duft von Weih­rauch und Bie­nen­wachs, die Stil­le und die tie­fe Gläu­big­keit der Men­schen schaf­fen eine inten­si­ve, fast mys­ti­sche Atmo­sphä­re. Ein Besuch des Höh­len­klos­ters ist ein tief­grei­fen­des Erleb­nis, eine Rei­se zu den Wur­zeln des ortho­do­xen Christentums.

Bohdan-Chmelnyzkyj-Denkmal mit Sophienkathedrale auf dem Sophienplatz in Kiew

Die Sophien­ka­the­dra­le in Kiew

Bohdan-Chmelnyzkyj-Denkmal mit Sophienkathedrale auf dem Sophienplatz in Kiew

Die Sophien­ka­the­dra­le ist das ältes­te erhal­te­ne Got­tes­haus Kiews und ein archi­tek­to­ni­sches Juwel von Welt­rang. Erbaut im 11. Jahr­hun­dert unter dem Groß­fürs­ten Jaros­law dem Wei­sen, soll­te sie in ihrer Pracht der Hagia Sophia in Kon­stan­ti­no­pel nach­ei­fern und die Macht und den christ­li­chen Glau­ben der Kie­wer Rus demons­trie­ren. Von außen beein­druckt die Kathe­dra­le durch ihre kas­ka­den­ar­ti­gen Kup­peln – ursprüng­lich 13, heu­te 19 –, die im Stil des ukrai­ni­schen Barocks umge­stal­tet wur­den. Doch der wah­re Schatz ver­birgt sich im Inne­ren. Hier hat sich eine der welt­weit voll­stän­digs­ten Samm­lun­gen von ori­gi­na­len Mosai­ken und Fres­ken aus dem 11. Jahr­hun­dert erhal­ten. Das zen­tra­le Mosa­ik in der Haupt­ap­sis zeigt die beten­de Got­tes­mut­ter, die „Oran­ta“, eine sechs Meter hohe, majes­tä­ti­sche Figur, die als Schutz­pa­tro­nin Kiews gilt. Ihre Aus­strah­lung und die leuch­ten­den Far­ben der win­zi­gen Mosa­ik­stein­chen sind nach fast einem Jahr­tau­send noch immer über­wäl­ti­gend. Die Wän­de und Pfei­ler sind mit unzäh­li­gen Fres­ken bedeckt, die nicht nur bibli­sche Sze­nen, son­dern auch das höfi­sche Leben der dama­li­gen Zeit dar­stel­len, inklu­si­ve einer Dar­stel­lung der Fami­lie von Jaros­law dem Wei­sen. Die Sophien­ka­the­dra­le, die zusam­men mit dem Höh­len­klos­ter zum UNESCO-Welt­kul­tur­er­be gehört, ist mehr als nur eine Kir­che – sie ist ein stei­ner­nes Geschichts­buch, ein unschätz­ba­res Kunst­werk und ein Sym­bol für die lan­ge und rei­che Geschich­te der Ukraine.

Die Alt­stadt von Lemberg

Ein Spa­zier­gang durch die Alt­stadt von Lem­berg ist wie eine Rei­se in die Blü­te­zeit Mit­tel­eu­ro­pas. Das his­to­ri­sche Zen­trum, das die Wir­ren der Welt­krie­ge weit­ge­hend unbe­scha­det über­stan­den hat, wur­de von der UNESCO als Ensem­ble in die Lis­te des Welt­kul­tur­er­bes auf­ge­nom­men. Der zen­tra­le Rynok-Platz bil­det das Herz­stück. Er ist von 44 präch­ti­gen Bür­ger­häu­sern umge­ben, deren Fas­sa­den die Sti­le der Renais­sance, des Barock und des Klas­si­zis­mus wider­spie­geln. In der Mit­te steht das Rat­haus, des­sen Turm man bestei­gen kann, um einen wun­der­ba­ren Blick über das rote Dächer­meer der Stadt zu genie­ßen. Vom Rynok-Platz zwei­gen enge, kopf­stein­ge­pflas­ter­te Gas­sen ab, die zu wei­te­ren Schät­zen füh­ren. Im arme­ni­schen Vier­tel fin­det man die im 14. Jahr­hun­dert gegrün­de­te Arme­ni­sche Kathe­dra­le mit ihren geheim­nis­vol­len, dunk­len Fres­ken. Nur weni­ge Schrit­te ent­fernt erhebt sich die monu­men­ta­le Latei­ni­sche Kathe­dra­le, ein Meis­ter­werk der Gotik. Das jüdi­sche Vier­tel, einst ein pul­sie­ren­des Zen­trum, bewahrt mit den Rui­nen der Gol­de­nen-Rosen-Syn­ago­ge die Erin­ne­rung an sei­ne tra­gi­sche Geschich­te. Lem­berg ist eine Stadt, die man am bes­ten zu Fuß ent­deckt, indem man sich trei­ben lässt, in einem der unzäh­li­gen the­ma­ti­schen Cafés ver­weilt, die Innen­hö­fe erkun­det und die beson­de­re Atmo­sphä­re auf sich wir­ken lässt, die aus der Mischung von pol­ni­scher, öster­rei­chi­scher, jüdi­scher und ukrai­ni­scher Kul­tur ent­stan­den ist.

Bohdan-Chmelnyzkyj-Denkmal mit Sophienkathedrale auf dem Sophienplatz in Kiew

Die Fes­tung von Kamjanez-Podilskyj

Bohdan-Chmelnyzkyj-Denkmal mit Sophienkathedrale auf dem Sophienplatz in Kiew

Wie aus einem Mär­chen­buch ent­sprun­gen, thront die Fes­tung von Kam­ja­nez-Podilskyj auf einer Fel­sen­in­sel, die von einer tie­fen Schlucht des Flus­ses Smo­trytsch umschlos­sen wird. Nur eine ein­zi­ge Brü­cke, die als osma­ni­sches Mina­rett ver­klei­de­te Schloss­brü­cke, ver­bin­det die Fes­tung mit der Alt­stadt. Die­se stra­te­gisch güns­ti­ge Lage mach­te die Burg über Jahr­hun­der­te hin­weg nahe­zu unein­nehm­bar und zu einem wich­ti­gen Boll­werk an der Gren­ze zwi­schen Chris­ten­tum und Islam. Die heu­ti­ge Anla­ge, oft als „Alte Burg“ bezeich­net, besteht aus elf Tür­men, die durch mas­si­ve Mau­ern mit­ein­an­der ver­bun­den sind und einen gro­ßen Innen­hof umschlie­ßen. Jeder Turm hat sei­nen eige­nen Namen und sei­ne eige­ne Geschich­te, wie der Papst­turm, der mit Gel­dern aus dem Vati­kan erbaut wur­de, oder der Schwar­ze Turm mit sei­nem 40 Meter tie­fen Brun­nen. Besu­cher kön­nen die Wehr­mau­ern erklim­men, in die dunk­len Ver­lie­se hin­ab­stei­gen und die ver­schie­de­nen Aus­stel­lun­gen über die Geschich­te der Fes­tung erkun­den. Von den Tür­men bie­tet sich ein atem­be­rau­ben­der Blick auf die Fluss­schlei­fe und die dahin­ter lie­gen­de Alt­stadt, die eben­falls reich an his­to­ri­schen Kir­chen und Gebäu­den ist. Die Fes­tung von Kam­ja­nez-Podilskyj ist eines der ein­drucks­volls­ten Bei­spie­le mit­tel­al­ter­li­cher Wehr­ar­chi­tek­tur in Ost­eu­ro­pa und ein Ort, der die Fan­ta­sie beflü­gelt und die beweg­te Geschich­te der Grenz­lande leben­dig wer­den lässt.

Die Sperr­zo­ne von Tschernobyl

Ein Besuch der Sperr­zo­ne von Tscher­no­byl ist eine zutiefst beein­dru­cken­de und erns­te Erfah­rung, die nichts mit her­kömm­li­chem Tou­ris­mus zu tun hat. Es ist eine Rei­se in das Herz einer der größ­ten tech­no­lo­gi­schen Kata­stro­phen des 20. Jahr­hun­derts. Seit dem Reak­tor­un­fall von 1986 ist ein 30 Kilo­me­ter gro­ßer Radi­us um das ehe­ma­li­ge Kern­kraft­werk ein Sperr­ge­biet. Der Zutritt ist nur im Rah­men von geführ­ten Tou­ren mög­lich, bei denen stren­ge Sicher­heits­vor­schrif­ten ein­ge­hal­ten wer­den müs­sen. Die Tour führt durch eine post­apo­ka­lyp­ti­sche Land­schaft. Man sieht ver­las­se­ne Dör­fer, in denen die Zeit ste­hen geblie­ben scheint, und fährt durch den „Roten Wald“, des­sen Kie­fern durch die hohe Strah­lung ver­färbt wur­den. Ein zen­tra­ler Punkt ist die Geis­ter­stadt Pryp­jat, die einst eine sowje­ti­sche Mus­ter­stadt für die Arbei­ter des Kraft­werks war und über Nacht eva­ku­iert wer­den muss­te. Der Anblick des ver­ros­te­ten Rie­sen­rads im ver­las­se­nen Ver­gnü­gungs­park, der lee­ren Schu­len mit auf­ge­schla­ge­nen Büchern und der ver­fal­len­den Wohn­blö­cke ist beklem­mend und unver­gess­lich. Man wird Zeu­ge, wie die Natur lang­sam zurück­er­obert, was der Mensch ver­las­sen hat. Der Höhe­punkt ist der Blick auf den neu­en Sar­ko­phag, der den hava­rier­ten Reak­tor 4 sicher umschließt. Ein Besuch in Tscher­no­byl ist eine Mah­nung an die Hybris des Men­schen und die Zer­brech­lich­keit unse­rer Zivi­li­sa­ti­on. Er hin­ter­lässt einen nach­hal­ti­gen Ein­druck und schärft das Bewusst­sein für die unsicht­ba­ren Gefah­ren der Atomkraft.

Bohdan-Chmelnyzkyj-Denkmal mit Sophienkathedrale auf dem Sophienplatz in Kiew

Die Holz­kir­chen der Karpatenregion

Bohdan-Chmelnyzkyj-Denkmal mit Sophienkathedrale auf dem Sophienplatz in Kiew

In den male­ri­schen Tälern und auf den Hügeln der ukrai­ni­schen Kar­pa­ten ver­birgt sich ein ein­zig­ar­ti­ger Archi­tek­tur­schatz: die höl­zer­nen Kir­chen, auch „Tse­rkvas“ genannt. Sech­zehn die­ser Kir­chen, acht in Polen und acht in der Ukrai­ne, wur­den gemein­sam in die Lis­te des UNESCO-Welt­kul­tur­er­bes auf­ge­nom­men. Sie sind Meis­ter­wer­ke der Zim­mer­manns­kunst und Aus­druck einer tief ver­wur­zel­ten Volks­fröm­mig­keit. Erbaut zwi­schen dem 16. und 19. Jahr­hun­dert, ver­bin­den sie Ele­men­te der ortho­do­xen Bau­tra­di­ti­on mit dem loka­len Stil der jewei­li­gen eth­ni­schen Grup­pe, wie den Huzu­len oder den Bojken. Cha­rak­te­ris­tisch sind die hori­zon­ta­len Block­bal­ken, die kunst­vol­len Schin­del­dä­cher und die mar­kan­ten, zwie­bel­för­mi­gen Kup­peln, die sich oft in drei Stu­fen über­ein­an­der erhe­ben und die Hei­li­ge Drei­fal­tig­keit sym­bo­li­sie­ren. Jede Kir­che ist ein Uni­kat. Im Inne­ren sind sie oft mit far­ben­präch­ti­gen Fres­ken und kunst­voll geschnitz­ten Iko­no­sta­sen geschmückt, die eine war­me und andäch­ti­ge Atmo­sphä­re schaf­fen. Die­se Kir­chen wur­den ohne einen ein­zi­gen Nagel erbaut und fügen sich har­mo­nisch in die umlie­gen­de Land­schaft ein. Ein Besuch die­ser Holz­kir­chen, die oft abseits der Haupt­stra­ßen in klei­nen Dör­fern lie­gen, ist wie eine Rei­se in eine ver­gan­ge­ne Zeit. Sie sind nicht nur Got­tes­häu­ser, son­dern auch das kul­tu­rel­le Herz ihrer Gemein­den und ein beein­dru­cken­des Zeug­nis für das hand­werk­li­che Geschick und den Glau­ben der Men­schen in den Karpaten.

Odes­sa: Opern­haus und Potem­kin­sche Treppe

Odes­sa ist eine Stadt der gro­ßen Ges­ten und der iko­ni­schen Bau­wer­ke, und zwei davon prä­gen ihr Bild wie kei­ne ande­ren: das Opern­haus und die Potem­kin­sche Trep­pe. Das Opern- und Bal­lett­thea­ter von Odes­sa ist ein Juwel des Spät­ba­rock und wird oft in einem Atem­zug mit den berühm­ten Opern­häu­sern von Wien und Paris genannt. Von den Wie­ner Archi­tek­ten Fell­ner und Hel­mer ent­wor­fen und 1887 eröff­net, besticht das Gebäu­de durch sei­ne prunk­vol­le Fas­sa­de mit Skulp­tu­ren aus der grie­chi­schen Mytho­lo­gie. Der wah­re Glanz ent­fal­tet sich jedoch im Inne­ren: Der huf­ei­sen­för­mi­ge Zuschau­er­raum ist über­reich mit rotem Samt, ver­gol­de­tem Stuck und kunst­vol­len Decken­ma­le­rei­en ver­ziert. Eine Auf­füh­rung in die­sem Ambi­en­te zu erle­ben, ist ein unver­gess­li­ches kul­tu­rel­les Ereig­nis. Nur einen kur­zen Spa­zier­gang ent­fernt befin­det sich die Potem­kin­sche Trep­pe, die durch Ser­gej Eisen­steins Film „Pan­zer­kreu­zer Potem­kin“ zu Welt­ruhm gelang­te. Die 192 Stu­fen füh­ren vom Stadt­zen­trum hin­un­ter zum Hafen. Durch eine geschick­te opti­sche Täu­schung – die Trep­pe ist unten deut­lich brei­ter als oben – wirkt sie von oben betrach­tet end­los und von unten noch monu­men­ta­ler. Sie ist mehr als nur eine Ver­bin­dung zwi­schen Stadt und Hafen; sie ist ein Sym­bol für Odes­sa, ein belieb­ter Treff­punkt und eine Büh­ne für das städ­ti­sche Leben. Gemein­sam ver­kör­pern Oper und Trep­pe den ele­gan­ten, welt­of­fe­nen und kul­tur­vol­len Geist die­ser ein­zig­ar­ti­gen Stadt am Schwar­zen Meer.

Bohdan-Chmelnyzkyj-Denkmal mit Sophienkathedrale auf dem Sophienplatz in Kiew

Czer­no­witz und die ehe­ma­li­ge Resi­denz des Metropoliten

Bohdan-Chmelnyzkyj-Denkmal mit Sophienkathedrale auf dem Sophienplatz in Kiew

Im Her­zen der Buko­wi­na, einer his­to­ri­schen Land­schaft, die einst zum Habs­bur­ger­reich gehör­te, liegt die Stadt Czer­no­witz. Sie wird oft als „Klein-Wien“ oder „Jeru­sa­lem am Pruth“ bezeich­net, was auf ihr rei­ches mul­ti­kul­tu­rel­les Erbe und ihre präch­ti­ge k.u.k.-Architektur anspielt. Das unbe­strit­te­ne High­light und Wahr­zei­chen der Stadt ist die ehe­ma­li­ge Resi­denz der Metro­po­li­ten der Buko­wi­na und Dal­ma­ti­ens, ein fan­tas­ti­sches Bau­ensem­ble, das heu­te die Natio­na­le Uni­ver­si­tät beher­bergt. Ent­wor­fen vom tsche­chi­schen Archi­tek­ten Josef Hlav­ka und erbaut zwi­schen 1864 und 1882, ist der Kom­plex ein Meis­ter­werk des His­to­ris­mus, das byzan­ti­ni­sche, mau­ri­sche und goti­sche Stil­ele­men­te auf ein­zig­ar­ti­ge Wei­se mit­ein­an­der ver­bin­det. Schon von wei­tem beein­dru­cken die mit bunt gla­sier­ten Zie­geln gedeck­ten Dächer, deren Mus­ter an tra­di­tio­nel­le buko­wi­ni­sche Tep­pi­che erin­nern. Der Kom­plex besteht aus drei Haupt­ge­bäu­den, die einen weit­läu­fi­gen Innen­hof umschlie­ßen. Im Inne­ren sind der Mar­mor­saal, der Rote Saal und die ehe­ma­li­ge Semi­nar­kir­che von atem­be­rau­ben­der Pracht, mit kunst­vol­len Holz­schnit­ze­rei­en, Wand­ma­le­rei­en und präch­ti­gen Decken. Ein Spa­zier­gang durch die­sen „Hog­warts der Ukrai­ne“ genann­ten Kom­plex ist wie das Betre­ten einer ande­ren Welt. Die Resi­denz, die zum UNESCO-Welt­kul­tur­er­be gehört, ist ein stei­ner­nes Zeug­nis für die Blü­te­zeit von Czer­no­witz als tole­ran­tes, mul­ti­kul­tu­rel­les Zen­trum am Ran­de Europas.

Der Andre­as­steig und die Andre­as­kir­che in Kiew

Der Andre­as­steig, auf Ukrai­nisch Andri­jiw­skyj Uswis, ist die char­man­tes­te und künst­le­rischs­te Stra­ße Kiews. Das stei­le Kopf­stein­pflas­ter win­det sich von der obe­ren Alt­stadt hin­un­ter in das his­to­ri­sche Händ­ler­vier­tel Podil. Die Gas­se ist gesäumt von his­to­ri­schen Gebäu­den aus dem 19. Jahr­hun­dert, Kunst­ga­le­rien, Sou­ve­nir­lä­den, gemüt­li­chen Cafés und Thea­tern. Hier herrscht eine bohè­me­haf­te Atmo­sphä­re, Künst­ler bie­ten ihre Wer­ke an, und Stra­ßen­mu­si­ker sor­gen für die pas­sen­de Unter­ma­lung. Der Steig ist untrenn­bar mit dem Schrift­stel­ler Michail Bul­ga­kow ver­bun­den, der im Haus Num­mer 13 leb­te und die Stra­ße in sei­nem Roman „Die wei­ße Gar­de“ ver­ewig­te. Das Haus ist heu­te ein Muse­um und ein belieb­ter Anlauf­punkt. Gekrönt wird der Andre­as­steig von der gleich­na­mi­gen Andre­as­kir­che, einem Meis­ter­werk des Barock. Ent­wor­fen vom ita­lie­ni­schen Archi­tek­ten Bar­to­lo­meo Rast­rel­li, der auch den Win­ter­pa­last in Sankt Peters­burg schuf, thront die Kir­che auf einem Hügel und scheint über der Stadt zu schwe­ben. Mit ihrer him­mel­blau­en Fas­sa­de, den gol­de­nen Kup­peln und den ele­gan­ten korin­thi­schen Säu­len gilt sie als eine der schöns­ten Kir­chen Kiews. Da sie auf einem insta­bi­len Unter­grund gebaut wur­de, besitzt sie kei­ne Glo­cken, was ihre ruhi­ge und erha­be­ne Aus­strah­lung noch unter­streicht. Ein Spa­zier­gang den Andre­as­steig hin­un­ter, mit dem stän­di­gen Blick auf die präch­ti­ge Kir­che, gehört zu den unver­gess­lichs­ten Erleb­nis­sen eines Kiew-Besuchs.

Bohdan-Chmelnyzkyj-Denkmal mit Sophienkathedrale auf dem Sophienplatz in Kiew

Die Fes­tung von Chotyn

Bohdan-Chmelnyzkyj-Denkmal mit Sophienkathedrale auf dem Sophienplatz in Kiew

Am hohen Ufer des Dnjes­tr, im Wes­ten der Ukrai­ne, steht eine wei­te­re gewal­ti­ge Fes­tung, die von den tur­bu­len­ten Kämp­fen in die­sem his­to­ri­schen Grenz­land erzählt: die Fes­tung von Cho­tyn. Obwohl weni­ger bekannt als Kam­ja­nez-Podilskyj, ist sie in ihrer Monu­men­ta­li­tät nicht weni­ger beein­dru­ckend. Die Ursprün­ge der Fes­tung rei­chen bis ins 10. Jahr­hun­dert zurück, doch ihre heu­ti­ge Form erhielt sie haupt­säch­lich im 14. und 15. Jahr­hun­dert. Die bis zu 40 Meter hohen und 6 Meter dicken Mau­ern aus rotem Back­stein und grau­em Stein umschlie­ßen einen gro­ßen Hof mit einer Burg­ka­pel­le, Kaser­nen und einem Palast. Fünf mäch­ti­ge Tür­me sichern die Anla­ge. Die Lage direkt am brei­ten Fluss Dnjes­tr ist von gro­ßer stra­te­gi­scher und land­schaft­li­cher Schön­heit. Die Fes­tung war Schau­platz meh­re­rer ent­schei­den­der Schlach­ten in der euro­päi­schen Geschich­te, ins­be­son­de­re der Schlacht von Cho­tyn im Jahr 1621, bei der eine pol­nisch-litaui­sche Armee mit Unter­stüt­zung der Kosa­ken einen ent­schei­den­den Sieg über das Osma­ni­sche Reich errang. Die­se Schlacht hat­te weit­rei­chen­de Fol­gen und stopp­te die osma­ni­sche Expan­si­on nach Mit­tel­eu­ro­pa. Heu­te ist die Fes­tung ein belieb­tes Aus­flugs­ziel und dien­te auf­grund ihrer male­ri­schen Kulis­se als Dreh­ort für zahl­rei­che his­to­ri­sche Fil­me. Ein Besuch in Cho­tyn ver­setzt den Besu­cher zurück in die Zeit der Rit­ter, Kosa­ken und Sul­ta­ne und macht die Geschich­te der Regi­on auf ein­drucks­vol­le Wei­se lebendig.

Rei­se­an­ge­bo­te

Für die Ukrai­ne bie­ten wir eine Rei­he von Rei­se­zie­len an, mit denen ein Rei­se­plan für die Russ­län­di­sche Föde­ra­ti­on erwei­tert wer­den kann. Jed­we­de Kom­bi­na­ti­on von Rei­se­zie­len in der Russ­län­di­schen Föde­ra­ti­on mit sol­chen in der Ukrai­ne wird dabei an Ihre spe­zi­fi­schen Inter­es­sen und Vor­stel­lun­gen ange­passt. Alle unse­re Rei­se­vor­schlä­ge las­sen sich als Indi­vi­du­al­rei­se allei­ne oder zu zweit, als Klein­grup­pen­rei­se oder als Pri­vat­rei­se sowohl mit als auch ohne Rei­se­füh­rer rea­li­sie­ren.
Auf Nach­fra­ge kön­nen alle Fahr­stre­cken und Plä­ne für eine Rei­se in der Ukrai­ne auch ohne ergän­zen­de Rei­se­zie­le in der Russ­län­di­schen Föde­ra­ti­on, nur als ein­zel­ste­hen­de Rei­se in der Ukrai­ne ange­bo­ten und umge­setzt werden.

Hin­weis zu Rei­sen in die Ukraine

Bit­te beach­ten Sie, dass wir auf­grund des Krie­ges der Russ­län­di­schen Föde­ra­ti­on gegen die Ukrai­ne der­zeit aus Sicher­heits­grün­den kei­ne Rei­sen in die Ukrai­ne anbie­ten. Weder ver­mit­teln wir der­zeit Unter­künf­te, noch Tickets für Trans­port­mit­tel wie Bus­se oder Bah­nen, noch ver­mit­teln wir ande­re tou­ris­ti­sche Dienst­leis­tun­gen wie Rei­se­lei­ter oder Zugän­ge zu beson­de­ren Orten und Sehenswürdigkeiten.

Von Rei­sen in die Ukrai­ne raten wir auf­grund der der­zei­ti­gen Sicher­heits­la­ge im Land ab. Das gesam­te Staats­ge­biet der Ukrai­ne, ein­schließ­lich der Haupt­stadt Kiew und der west­li­chen Lan­des­tei­le, ist von Kampf­hand­lun­gen und mili­tä­ri­schen Angrif­fen der Russ­län­di­schen Föde­ra­ti­on betrof­fen. Raketen‑, Droh­nen- und Artil­le­rie­be­schuss kann jeder­zeit und ohne Vor­war­nung im gan­zen Land erfol­gen. Zie­le sind nicht nur mili­tä­ri­sche Ein­rich­tun­gen, son­dern wie­der­keh­rend auch Zie­le der kri­ti­schen Infra­struk­tur wie Ein­rich­tun­gen der Ener­gie­ver­sor­gung, Bahn­hö­fe, Brü­cken und Hotels sowie Indus­trie­an­la­gen und Güter­ver­teil­zen­tren, sofern die­se aus Sicht des russ­län­di­schen Mili­tärs für die ukrai­ni­schen Streit­kräf­te ope­ra­ti­ve und stra­te­gi­sche Bedeu­tung haben. Die Sicher­heits­la­ge ist des­halb im gesam­ten Land unvor­her­seh­bar, vola­til und kann sich kurz­fris­tig wei­ter verschlechtern.

Wei­te Teil der zivi­len Infra­struk­tur, hier ins­be­son­de­re die Ener­gie­ver­sor­gung, Gesund­heits­ver­sor­gung und das Trans­port­we­sen sind von den seit 2022 anhal­ten­den Angrif­fen der Russ­län­di­schen Föde­ra­ti­on betrof­fen und seit­dem in ihrer Leis­tungs­fä­hig­keit stark ein­ge­schränkt. Rei­sen inner­halb des Lan­des sind des­halb mit erheb­li­chen und unkal­ku­lier­ba­ren Risi­ken ver­bun­den. Eine kon­su­la­ri­sche Unter­stüt­zung durch die Bot­schaf­ten ist im Not­fall nur sehr ein­ge­schränkt oder gar nicht möglich.

Wir appel­lie­ren daher ein­dring­lich an Ihre Ver­ant­wor­tung für Ihre eige­ne Sicher­heit: Sehen Sie von jeg­li­chen Rei­sen in die Ukrai­ne ab, bis die Kampf­hand­lun­gen been­det wur­den und sich die Sicher­heits­la­ge vor Ort signi­fi­kant ver­bes­sert hat.

Womit kön­nen wir Ihnen helfen?

Sie möch­ten die Russ­län­di­sche Föde­ra­ti­on und die Ukrai­ne besu­chen und bei den Pau­schal­an­ge­bo­ten der gro­ßen Rei­se­an­bie­ter ist für Sie nicht das Rich­ti­ge dabei?

Russ​land​.Tours ist eine auf Rei­sen zu außer­ge­wöhn­li­chen, his­to­risch und kul­tu­rell bedeut­sa­men Orten in der Russ­län­di­schen Föde­ra­ti­on sowie von rus­si­schen Ein­flüs­sen gepräg­ten Kul­tur­räu­men spe­zia­li­sier­te Agen­tur. Wir pla­nen und orga­ni­sie­ren seit mehr als 25 Jah­ren Indi­vi­du­al- und Klein­grup­pen­rei­sen zu Orten abseits von Mas­sen­tou­ris­mus und aus­ge­tre­te­ner Pfa­de. Als Agen­tur füh­ren wir kei­ne Rei­sen im eige­nen Namen durch, son­dern ver­mit­teln an unse­re Kun­den Rei­se­ver­an­stal­ter und Anbie­ter tou­ris­ti­scher Leis­tun­gen, wel­che die von uns auf Basis der indi­vi­du­el­len Wün­sche unse­rer Kun­den geplan­ten Rei­sen als Pau­schal­rei­se durch­füh­ren oder ein­zel­ne Leis­tun­gen wie Über­nach­tun­gen, Trans­por­te oder Zugän­ge zu loka­len Sehens­wür­dig­kei­ten anbieten.

Gern hel­fen wir Ihnen auf Basis Ihrer indi­vi­du­el­len Inter­es­sen und Vor­stel­lun­gen bei der Pla­nung und Durch­füh­rung von Rei­sen zu unge­wöhn­li­chen Rei­se­zie­len sowie kul­tu­rell und his­to­risch bedeut­sa­men Orten in der Russ­län­di­schen Föde­ra­ti­on und der Ukraine.

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