
Reiseland Ukraine
Die Ukraine weist als ein Land nicht weit weg von der geografischen Mitte Europas eine beeindruckende kulturelle Tiefe und Vielfalt auf, welches ost- und westslawische Kultur, habsburger und russisches sowie sowjetisches Erbe mit einem unverkennbaren Willen zur Unabhängigkeit vereint. Von den goldenen Kuppeln Kiews über das k.u.k.-Flair Lembergs bis zu unberührten Karpatenwäldern offenbart sich eine Kultur von einzigartiger Resilienz und tief verwurzelter Tradition.
Wer die Weite und Kultur des russländischen Raumes erfahren hat, findet in der Ukraine eine unverzichtbare Ergänzung und einen faszinierenden Kontrapunkt. Beide Nationen wurzeln historisch in der Kiewer Rus, in der Ukraine entfaltet sich seit einigen jahren jedoch ein eigener, klar nach Westeuropa orientierter Weg. Die ukrainische Sprache, die lebendigen Traditionen und eine tief verankerte ethnische Identität bieten entscheidende Einblicke, um die Vielfalt und Komplexität der ostslawischen Welt wirklich zu verstehen. Eine Reise in die Ukraine offenbart die spezielle, eigenständige Seele Osteuropas.
Wir, die Gründer und Mitarbeiter von Russland.Tours, verstehen unser Angebot von Reisen und touristischen Dienstleistungen als ein Hilfsmittel und einen Zugang für ein grundlegendes sowie besseres Verständnis für die Kultur, Geschichte und Politik der Russländischen Föderation. Da dieses geographisch und kulturell sehr reiche und vielfältige Land, unserer Meinung nach, nicht nur aus der Perspektive eines Moskauer Küchenfensters oder mittels einer Lektüre von Wikipedia-Artikeln erschlossen, erklärt und verstanden werden kann, bieten wir über die Grenzen der Russländischen Föderation hinaus auch Reisepläne und touristische Dienstleistungen für Reisen in Ukraine an.
Mit solchen ergänzenden Angeboten für Reisen in allen Nachfolgestaaten des Russländischen Imperiums, der Sowjetunion sowie deren Nachbarländern ermöglichen wir unseren Kunden, die über Staatsgrenzen hinaus miteinander verwobenen Kulturen und deren Räume als solche zu erfahren und über administrative Grenzen gegenwärtiger Nationalstaaten hinaus für sich zu entdecken.
Vor diesem Hintergrund schlagen wir an dieser Stelle, als Ergänzung zu einer Reise innerhalb der Russländischen Föderation, eine Reihe von Reisezielen in Ukraine vor, um welche ein Reiseplan für die Russländische Föderation optional erweitert werden kann.
Denn wir sind der Meinung, dass man Länder, Sitten und Gebräuche vor Ort erfahren muss, um sie begreifen und verstehen zu können. Aus unserer Sicht hilft eine Reise durch Ukraine, um wichtige Aspekte der Kultur, Geschichte und Politik der Russländischen Föderation zu verstehen, da beide Länder historisch und kulturell in vielen Punkten eng miteinander verbunden sind.
Es gibt Länder, die man besucht, und es gibt Länder, die man spürt. Die Ukraine gehört zweifellos zur letzteren Kategorie. Als eines der größten europäischen Länder ist die Ukraine eine Welt für sich, ein riesiger Teppich aus fruchtbarer Schwarzerde, dichten Karpatenwäldern, pulsierenden Städten und einer Geschichte, die so tief und vielschichtig ist wie der mächtige Dnjepr, der das Land durchfließt. Eine Reise in die Ukraine ist keine gewöhnliche Exkursion. Es ist eine Begegnung mit einer widerstandsfähigen Kultur, einer tiefen Spiritualität und einer herzzerreißenden Schönheit, die sich oft im Verborgenen zeigt. Von den einsamen Gipfeln der Karpaten bis zur Weite der Steppe – die Ukraine ist ein Sehnsuchtsort für all jene, die das Authentische suchen und die Resonanz der Geschichte in der Gegenwart erleben möchten.
Kiew: Die goldene Mutter der slawischen Städte

Kiew ist mehr als nur eine Hauptstadt; es ist der spirituelle und historische Ursprungsort eines ganzen Kulturraums. An den grünen Hügeln über dem breiten Dnjepr gelegen, entfaltet die Stadt eine fast mystische Atmosphäre. Ihr Wahrzeichen sind die unzähligen goldenen Kuppeln, die in der Sonne funkeln und von einer jahrtausendealten christlich-orthodoxen Tradition zeugen. Das Herz dieser Spiritualität ist das Kiewer Höhlenkloster, ein weitläufiger Komplex aus Kirchen, Museen und unterirdischen Gängen, in denen mumifizierte Mönche ruhen. Nur unweit davon thront die Sophienkathedrale mit ihren atemberaubenden Mosaiken und Fresken aus dem 11. Jahrhundert, ein Meisterwerk byzantinischer Kunst. Doch Kiew ist keine Stadt, die in der Vergangenheit erstarrt ist. Der Chreschtschatyk-Boulevard pulsiert vor Leben, moderne Kunstgalerien sprießen in alten Stadtvierteln wie Podil, und der Andreassteig schlängelt sich als charmante Künstlermeile den Hügel hinab. Die Stadt verbindet auf einzigartige Weise monumentale Geschichte mit einer lebendigen, kreativen und zukunftsgewandten Energie. Ein Spaziergang durch Kiew ist eine Reise durch die Epochen, ein unvergessliches Erlebnis zwischen tiefem Glauben und urbaner Lebenslust.
Lemberg: Kreuzungspunkt der Kulturen
Wer durch die Gassen von Lemberg schlendert, könnte sich ebenso gut in Wien oder Prag wähnen. Die Stadt, die über Jahrhunderte zum Habsburgerreich gehörte, hat sich ein unverwechselbares mitteleuropäisches Flair bewahrt. Das gesamte historische Zentrum, ein UNESCO-Weltkulturerbe, ist ein Labyrinth aus Kopfsteinpflastergassen, gesäumt von prächtigen Bürgerhäusern aus der Renaissance, dem Barock und dem Klassizismus. Der zentrale Rynok-Platz ist das pulsierende Herz der Stadt, umgeben von eleganten Fassaden, Straßencafés und dem imposanten Rathaus. Lemberg ist eine Stadt der Kaffeehäuser, in denen die Zeit stillzustehen scheint und man bei einer Tasse aromatischen Kaffees und einem Stück Käsekuchen das Treiben beobachten kann. Die Stadt war stets ein Schmelztiegel der Kulturen: Polen, Armenier, Juden, Deutsche und Ukrainer haben hier ihre Spuren hinterlassen, was sich in der Vielfalt der Kirchen und der kulinarischen Angebote widerspiegelt. Die Oper, ein prunkvoller Bau nach dem Vorbild der Wiener und Pariser Opernhäuser, zeugt vom einstigen kulturellen Reichtum. Lemberg ist eine Stadt für Genießer und Flaneure, ein Ort von zeitloser Eleganz, der seine Besucher mit Charme und einer entspannten Atmosphäre verzaubert.

Die Karpaten: Wo Tradition und Natur eins sind

Im Südwesten der Ukraine erheben sich die Karpaten, ein Gebirgszug von wilder, ursprünglicher Schönheit. Anders als die schroffen Alpen sind die ukrainischen Karpaten von sanfteren, bewaldeten Gipfeln, weiten Almwiesen – den sogenannten „Polonynen“ – und tief eingeschnittenen Tälern mit klaren Gebirgsbächen geprägt. Diese Landschaft ist ein Paradies für Wanderer, Naturliebhaber und all jene, die Ruhe und Abgeschiedenheit suchen. Ein gut ausgebautes Netz von Wanderwegen führt zu atemberaubenden Aussichtspunkten, versteckten Wasserfällen und dem höchsten Gipfel der Ukraine, dem Howerla. Doch die Faszination der Karpaten liegt nicht nur in ihrer Natur, sondern auch in der einzigartigen Kultur der Huzulen, einer ethnischen Gruppe, die hier seit Jahrhunderten ihre Traditionen pflegt. Ihre farbenfrohen Trachten, ihre besondere Holzarchitektur, die sich in den kunstvoll verzierten Kirchen und Häusern zeigt, und ihr reiches Kunsthandwerk, insbesondere die Holzschnitzereien und die bemalten Ostereier („Pysanky“), sind Ausdruck einer tiefen Verbundenheit mit der Region. Eine Reise in die Karpaten ist ein Eintauchen in eine andere Welt, eine Welt, in der die Zeit langsamer vergeht und das Erbe der Vorfahren noch lebendig ist.
Eine Geschichte voller Widerstandskraft und Tiefe
Die Ukraine ist ein Land, dessen Geschichte von einem ständigen Ringen um Identität und Unabhängigkeit geprägt ist. Gelegen an der Schnittstelle großer Reiche – dem polnisch-litauischen, dem osmanischen, dem habsburgischen und dem russländischen – war die ukrainische Erde Schauplatz unzähliger Konflikte, aber auch ein Ort fruchtbaren kulturellen Austauschs. Dieses komplexe Erbe ist überall im Land sichtbar und macht eine Reise hierher zu einer spannenden historischen Entdeckungstour. Imposante Festungen wie in Kamjanez-Podilskyj oder Chotyn zeugen von den Kämpfen der Kosaken gegen Invasoren. Prunkvolle Paläste in den westlichen Regionen erzählen von der Zeit des polnischen Adels. Die Spuren des reichen jüdischen Lebens sind in den ehemaligen Schtetln und in den Synagogen von Städten wie Lemberg oder Czernowitz zu finden. Die jüngere Geschichte des 20. Jahrhunderts mit ihren tragischen Ereignissen, vom Holodomor bis zur Katastrophe von Tschernobyl, hat ebenfalls tiefe Narben hinterlassen, aber auch einen unbeugsamen Willen zur Selbstbestimmung geformt. Eine Reise durch die Ukraine ermöglicht es, diese vielschichtige Vergangenheit zu verstehen und die Resilienz einer Nation zu erleben, die ihre Kultur und Sprache allen Widrigkeiten zum Trotz bewahrt hat.

Odessa: Die Perle am Schwarzen Meer

Odessa ist anders. Die Hafenstadt am Schwarzen Meer hat einen ganz eigenen, leicht verruchten Charme, eine kosmopolitische Seele und eine Atmosphäre, die von Literatur und Legenden durchdrungen ist. Gegründet Ende des 18. Jahrhunderts von Katharina der Großen, wurde die Stadt von Architekten aus ganz Europa planmäßig angelegt und entwickelte sich schnell zu einem Schmelztiegel der Völker: Russen, Ukrainer, Juden, Griechen, Italiener und Franzosen prägten das Bild und den Geist der Stadt. Das Herzstück Odessas ist der Primorski-Boulevard, eine elegante Promenade hoch über dem Hafen, von der die berühmte Potemkinsche Treppe hinab zum Meer führt. Ein Spaziergang unter den schattigen Platanen, vorbei an klassizistischen Palästen, führt zum Opernhaus, einem barocken Meisterwerk, das als eines der schönsten Europas gilt. Die Stadt hat einen ganz eigenen Humor und einen speziellen Dialekt hervorgebracht, und ihre jüdische Geschichte ist untrennbar mit Schriftstellern wie Isaak Babel verbunden. Odessa ist eine Stadt zum Genießen: Man flaniert durch die sonnendurchfluteten Straßen, kehrt in einem der unzähligen Cafés ein, besucht die lebhaften Märkte oder verbringt einen Tag an den nahegelegenen Sandstränden. Sie ist eine lebensbejahende, multikulturelle Metropole mit einem Hauch von mediterranem Flair.
Die Gastfreundschaft und die reiche Küche
Die Seele eines Landes lernt man am besten über seine Menschen und seine Küche kennen, und in der Ukraine wird man in beiderlei Hinsicht reich beschenkt. Die ukrainische Gastfreundschaft ist legendär. Besucher werden oft mit einer offenen Herzlichkeit empfangen, die weit über professionelle Freundlichkeit hinausgeht. Es ist nicht ungewöhnlich, spontan eingeladen zu werden, und die Gastgeber werden alles tun, damit sich der Gast wohlfühlt. Diese Wärme spiegelt sich auch in der Küche wider, die deftig, nahrhaft und unglaublich schmackhaft ist. Das Nationalgericht ist zweifellos „Borschtsch“, eine Rote-Bete-Suppe, von der jede Familie ihr eigenes Geheimrezept hat. Unverzichtbar sind auch „Wareniki“, Teigtaschen, die ähnlich wie Pierogi mit Kartoffeln, Quark, Kraut oder Kirschen gefüllt sind. Ein weiteres Highlight ist „Holubzi“, mit Reis und Fleisch gefüllte Kohlrouladen. Die Grundlage vieler Gerichte ist die fruchtbare Schwarzerde des Landes, die für eine Fülle an frischem Gemüse sorgt. Dazu trinkt man „Kwas“, ein leicht fermentiertes Brotgetränk, oder „Horilka“, den ukrainischen Wodka, der oft mit Honig und Pfeffer verfeinert wird. Ein ukrainisches Mahl ist immer ein Fest für die Sinne und ein Ausdruck von Großzügigkeit.

Ein Land der unentdeckten Schätze

Die Ukraine ist eines der letzten großen europäischen Länder, das noch nicht vollständig auf der touristischen Landkarte verzeichnet ist. Eine Reise hierher bietet die seltene Gelegenheit, Orte von großer Schönheit und historischer Bedeutung zu entdecken, ohne von großen Menschenmengen begleitet zu sein. Abseits der bekannten Städte Kiew und Lemberg warten unzählige verborgene Juwelen. Die Stadt Czernowitz in der Bukowina beispielsweise, mit ihrer ehemaligen Residenz des Metropoliten, einem fantastischen Bauwerk im maurischen Stil, oder die gut erhaltenen mittelalterlichen Festungen in Kamjanez-Podilskyj und Chotyn. In den weiten Ebenen der Zentralukraine finden sich malerische Dörfer und die Spuren der alten Kosakenkultur. Entlang der Küste des Schwarzen Meeres erstrecken sich endlose Sandstrände und Naturschutzgebiete wie das Donaudelta. Diese Vielfalt an noch wenig bekannten Orten macht den Reiz einer Ukraine-Reise aus. Man hat das Gefühl, ein Land in seiner authentischen Form zu erleben, mit all seinen Kontrasten und seiner ungeschminkten Realität. Es ist eine Reise für Entdecker, für jene, die bereit sind, hinter die Fassaden zu blicken und sich auf das Unbekannte einzulassen.
Sehenswürdigkeiten in der Ukraine
Das Kiewer Höhlenkloster
Das Kiewer Höhlenkloster, die Kyjiwo-Petscherska Lawra, ist das unumstrittene spirituelle Herz der gesamten orthodoxen Slawenwelt. Auf den grünen Hügeln hoch über dem Dnjepr gelegen, ist der Anblick der goldenen Kuppeln, die sich über die Baumwipfel erheben, unvergesslich. Das Kloster wurde im 11. Jahrhundert von den Mönchen Antonius und Theodosius gegründet und besteht aus zwei Hauptteilen: der Oberen Lawra und der Unteren Lawra. Die Obere Lawra, die heute als Museumskomplex dient, beherbergt prächtige Kirchen wie die Mariä-Entschlafens-Kathedrale, die nach ihrer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg originalgetreu wiederaufgebaut wurde, sowie zahlreiche Museen, darunter das faszinierende Museum für Mikrominiaturen. Der eigentliche spirituelle Kern liegt jedoch in der Unteren Lawra, die der ukrainisch-orthodoxen Kirche gehört. Hier befinden sich die berühmten Höhlensysteme, die dem Kloster seinen Namen gaben. In den engen, von Kerzenlicht nur spärlich erhellten unterirdischen Gängen wandeln Pilger und Besucher an den in Glassärgen aufgebahrten, mumifizierten Körpern von Heiligen und Mönchen vorbei. Der Duft von Weihrauch und Bienenwachs, die Stille und die tiefe Gläubigkeit der Menschen schaffen eine intensive, fast mystische Atmosphäre. Ein Besuch des Höhlenklosters ist ein tiefgreifendes Erlebnis, eine Reise zu den Wurzeln des orthodoxen Christentums.

Die Sophienkathedrale in Kiew

Die Sophienkathedrale ist das älteste erhaltene Gotteshaus Kiews und ein architektonisches Juwel von Weltrang. Erbaut im 11. Jahrhundert unter dem Großfürsten Jaroslaw dem Weisen, sollte sie in ihrer Pracht der Hagia Sophia in Konstantinopel nacheifern und die Macht und den christlichen Glauben der Kiewer Rus demonstrieren. Von außen beeindruckt die Kathedrale durch ihre kaskadenartigen Kuppeln – ursprünglich 13, heute 19 –, die im Stil des ukrainischen Barocks umgestaltet wurden. Doch der wahre Schatz verbirgt sich im Inneren. Hier hat sich eine der weltweit vollständigsten Sammlungen von originalen Mosaiken und Fresken aus dem 11. Jahrhundert erhalten. Das zentrale Mosaik in der Hauptapsis zeigt die betende Gottesmutter, die „Oranta“, eine sechs Meter hohe, majestätische Figur, die als Schutzpatronin Kiews gilt. Ihre Ausstrahlung und die leuchtenden Farben der winzigen Mosaiksteinchen sind nach fast einem Jahrtausend noch immer überwältigend. Die Wände und Pfeiler sind mit unzähligen Fresken bedeckt, die nicht nur biblische Szenen, sondern auch das höfische Leben der damaligen Zeit darstellen, inklusive einer Darstellung der Familie von Jaroslaw dem Weisen. Die Sophienkathedrale, die zusammen mit dem Höhlenkloster zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, ist mehr als nur eine Kirche – sie ist ein steinernes Geschichtsbuch, ein unschätzbares Kunstwerk und ein Symbol für die lange und reiche Geschichte der Ukraine.
Die Altstadt von Lemberg
Ein Spaziergang durch die Altstadt von Lemberg ist wie eine Reise in die Blütezeit Mitteleuropas. Das historische Zentrum, das die Wirren der Weltkriege weitgehend unbeschadet überstanden hat, wurde von der UNESCO als Ensemble in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Der zentrale Rynok-Platz bildet das Herzstück. Er ist von 44 prächtigen Bürgerhäusern umgeben, deren Fassaden die Stile der Renaissance, des Barock und des Klassizismus widerspiegeln. In der Mitte steht das Rathaus, dessen Turm man besteigen kann, um einen wunderbaren Blick über das rote Dächermeer der Stadt zu genießen. Vom Rynok-Platz zweigen enge, kopfsteingepflasterte Gassen ab, die zu weiteren Schätzen führen. Im armenischen Viertel findet man die im 14. Jahrhundert gegründete Armenische Kathedrale mit ihren geheimnisvollen, dunklen Fresken. Nur wenige Schritte entfernt erhebt sich die monumentale Lateinische Kathedrale, ein Meisterwerk der Gotik. Das jüdische Viertel, einst ein pulsierendes Zentrum, bewahrt mit den Ruinen der Goldenen-Rosen-Synagoge die Erinnerung an seine tragische Geschichte. Lemberg ist eine Stadt, die man am besten zu Fuß entdeckt, indem man sich treiben lässt, in einem der unzähligen thematischen Cafés verweilt, die Innenhöfe erkundet und die besondere Atmosphäre auf sich wirken lässt, die aus der Mischung von polnischer, österreichischer, jüdischer und ukrainischer Kultur entstanden ist.

Die Festung von Kamjanez-Podilskyj

Wie aus einem Märchenbuch entsprungen, thront die Festung von Kamjanez-Podilskyj auf einer Felseninsel, die von einer tiefen Schlucht des Flusses Smotrytsch umschlossen wird. Nur eine einzige Brücke, die als osmanisches Minarett verkleidete Schlossbrücke, verbindet die Festung mit der Altstadt. Diese strategisch günstige Lage machte die Burg über Jahrhunderte hinweg nahezu uneinnehmbar und zu einem wichtigen Bollwerk an der Grenze zwischen Christentum und Islam. Die heutige Anlage, oft als „Alte Burg“ bezeichnet, besteht aus elf Türmen, die durch massive Mauern miteinander verbunden sind und einen großen Innenhof umschließen. Jeder Turm hat seinen eigenen Namen und seine eigene Geschichte, wie der Papstturm, der mit Geldern aus dem Vatikan erbaut wurde, oder der Schwarze Turm mit seinem 40 Meter tiefen Brunnen. Besucher können die Wehrmauern erklimmen, in die dunklen Verliese hinabsteigen und die verschiedenen Ausstellungen über die Geschichte der Festung erkunden. Von den Türmen bietet sich ein atemberaubender Blick auf die Flussschleife und die dahinter liegende Altstadt, die ebenfalls reich an historischen Kirchen und Gebäuden ist. Die Festung von Kamjanez-Podilskyj ist eines der eindrucksvollsten Beispiele mittelalterlicher Wehrarchitektur in Osteuropa und ein Ort, der die Fantasie beflügelt und die bewegte Geschichte der Grenzlande lebendig werden lässt.
Die Sperrzone von Tschernobyl
Ein Besuch der Sperrzone von Tschernobyl ist eine zutiefst beeindruckende und ernste Erfahrung, die nichts mit herkömmlichem Tourismus zu tun hat. Es ist eine Reise in das Herz einer der größten technologischen Katastrophen des 20. Jahrhunderts. Seit dem Reaktorunfall von 1986 ist ein 30 Kilometer großer Radius um das ehemalige Kernkraftwerk ein Sperrgebiet. Der Zutritt ist nur im Rahmen von geführten Touren möglich, bei denen strenge Sicherheitsvorschriften eingehalten werden müssen. Die Tour führt durch eine postapokalyptische Landschaft. Man sieht verlassene Dörfer, in denen die Zeit stehen geblieben scheint, und fährt durch den „Roten Wald“, dessen Kiefern durch die hohe Strahlung verfärbt wurden. Ein zentraler Punkt ist die Geisterstadt Prypjat, die einst eine sowjetische Musterstadt für die Arbeiter des Kraftwerks war und über Nacht evakuiert werden musste. Der Anblick des verrosteten Riesenrads im verlassenen Vergnügungspark, der leeren Schulen mit aufgeschlagenen Büchern und der verfallenden Wohnblöcke ist beklemmend und unvergesslich. Man wird Zeuge, wie die Natur langsam zurückerobert, was der Mensch verlassen hat. Der Höhepunkt ist der Blick auf den neuen Sarkophag, der den havarierten Reaktor 4 sicher umschließt. Ein Besuch in Tschernobyl ist eine Mahnung an die Hybris des Menschen und die Zerbrechlichkeit unserer Zivilisation. Er hinterlässt einen nachhaltigen Eindruck und schärft das Bewusstsein für die unsichtbaren Gefahren der Atomkraft.

Die Holzkirchen der Karpatenregion

In den malerischen Tälern und auf den Hügeln der ukrainischen Karpaten verbirgt sich ein einzigartiger Architekturschatz: die hölzernen Kirchen, auch „Tserkvas“ genannt. Sechzehn dieser Kirchen, acht in Polen und acht in der Ukraine, wurden gemeinsam in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen. Sie sind Meisterwerke der Zimmermannskunst und Ausdruck einer tief verwurzelten Volksfrömmigkeit. Erbaut zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert, verbinden sie Elemente der orthodoxen Bautradition mit dem lokalen Stil der jeweiligen ethnischen Gruppe, wie den Huzulen oder den Bojken. Charakteristisch sind die horizontalen Blockbalken, die kunstvollen Schindeldächer und die markanten, zwiebelförmigen Kuppeln, die sich oft in drei Stufen übereinander erheben und die Heilige Dreifaltigkeit symbolisieren. Jede Kirche ist ein Unikat. Im Inneren sind sie oft mit farbenprächtigen Fresken und kunstvoll geschnitzten Ikonostasen geschmückt, die eine warme und andächtige Atmosphäre schaffen. Diese Kirchen wurden ohne einen einzigen Nagel erbaut und fügen sich harmonisch in die umliegende Landschaft ein. Ein Besuch dieser Holzkirchen, die oft abseits der Hauptstraßen in kleinen Dörfern liegen, ist wie eine Reise in eine vergangene Zeit. Sie sind nicht nur Gotteshäuser, sondern auch das kulturelle Herz ihrer Gemeinden und ein beeindruckendes Zeugnis für das handwerkliche Geschick und den Glauben der Menschen in den Karpaten.
Odessa: Opernhaus und Potemkinsche Treppe
Odessa ist eine Stadt der großen Gesten und der ikonischen Bauwerke, und zwei davon prägen ihr Bild wie keine anderen: das Opernhaus und die Potemkinsche Treppe. Das Opern- und Balletttheater von Odessa ist ein Juwel des Spätbarock und wird oft in einem Atemzug mit den berühmten Opernhäusern von Wien und Paris genannt. Von den Wiener Architekten Fellner und Helmer entworfen und 1887 eröffnet, besticht das Gebäude durch seine prunkvolle Fassade mit Skulpturen aus der griechischen Mythologie. Der wahre Glanz entfaltet sich jedoch im Inneren: Der hufeisenförmige Zuschauerraum ist überreich mit rotem Samt, vergoldetem Stuck und kunstvollen Deckenmalereien verziert. Eine Aufführung in diesem Ambiente zu erleben, ist ein unvergessliches kulturelles Ereignis. Nur einen kurzen Spaziergang entfernt befindet sich die Potemkinsche Treppe, die durch Sergej Eisensteins Film „Panzerkreuzer Potemkin“ zu Weltruhm gelangte. Die 192 Stufen führen vom Stadtzentrum hinunter zum Hafen. Durch eine geschickte optische Täuschung – die Treppe ist unten deutlich breiter als oben – wirkt sie von oben betrachtet endlos und von unten noch monumentaler. Sie ist mehr als nur eine Verbindung zwischen Stadt und Hafen; sie ist ein Symbol für Odessa, ein beliebter Treffpunkt und eine Bühne für das städtische Leben. Gemeinsam verkörpern Oper und Treppe den eleganten, weltoffenen und kulturvollen Geist dieser einzigartigen Stadt am Schwarzen Meer.

Czernowitz und die ehemalige Residenz des Metropoliten

Im Herzen der Bukowina, einer historischen Landschaft, die einst zum Habsburgerreich gehörte, liegt die Stadt Czernowitz. Sie wird oft als „Klein-Wien“ oder „Jerusalem am Pruth“ bezeichnet, was auf ihr reiches multikulturelles Erbe und ihre prächtige k.u.k.-Architektur anspielt. Das unbestrittene Highlight und Wahrzeichen der Stadt ist die ehemalige Residenz der Metropoliten der Bukowina und Dalmatiens, ein fantastisches Bauensemble, das heute die Nationale Universität beherbergt. Entworfen vom tschechischen Architekten Josef Hlavka und erbaut zwischen 1864 und 1882, ist der Komplex ein Meisterwerk des Historismus, das byzantinische, maurische und gotische Stilelemente auf einzigartige Weise miteinander verbindet. Schon von weitem beeindrucken die mit bunt glasierten Ziegeln gedeckten Dächer, deren Muster an traditionelle bukowinische Teppiche erinnern. Der Komplex besteht aus drei Hauptgebäuden, die einen weitläufigen Innenhof umschließen. Im Inneren sind der Marmorsaal, der Rote Saal und die ehemalige Seminarkirche von atemberaubender Pracht, mit kunstvollen Holzschnitzereien, Wandmalereien und prächtigen Decken. Ein Spaziergang durch diesen „Hogwarts der Ukraine“ genannten Komplex ist wie das Betreten einer anderen Welt. Die Residenz, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, ist ein steinernes Zeugnis für die Blütezeit von Czernowitz als tolerantes, multikulturelles Zentrum am Rande Europas.
Der Andreassteig und die Andreaskirche in Kiew
Der Andreassteig, auf Ukrainisch Andrijiwskyj Uswis, ist die charmanteste und künstlerischste Straße Kiews. Das steile Kopfsteinpflaster windet sich von der oberen Altstadt hinunter in das historische Händlerviertel Podil. Die Gasse ist gesäumt von historischen Gebäuden aus dem 19. Jahrhundert, Kunstgalerien, Souvenirläden, gemütlichen Cafés und Theatern. Hier herrscht eine bohèmehafte Atmosphäre, Künstler bieten ihre Werke an, und Straßenmusiker sorgen für die passende Untermalung. Der Steig ist untrennbar mit dem Schriftsteller Michail Bulgakow verbunden, der im Haus Nummer 13 lebte und die Straße in seinem Roman „Die weiße Garde“ verewigte. Das Haus ist heute ein Museum und ein beliebter Anlaufpunkt. Gekrönt wird der Andreassteig von der gleichnamigen Andreaskirche, einem Meisterwerk des Barock. Entworfen vom italienischen Architekten Bartolomeo Rastrelli, der auch den Winterpalast in Sankt Petersburg schuf, thront die Kirche auf einem Hügel und scheint über der Stadt zu schweben. Mit ihrer himmelblauen Fassade, den goldenen Kuppeln und den eleganten korinthischen Säulen gilt sie als eine der schönsten Kirchen Kiews. Da sie auf einem instabilen Untergrund gebaut wurde, besitzt sie keine Glocken, was ihre ruhige und erhabene Ausstrahlung noch unterstreicht. Ein Spaziergang den Andreassteig hinunter, mit dem ständigen Blick auf die prächtige Kirche, gehört zu den unvergesslichsten Erlebnissen eines Kiew-Besuchs.

Die Festung von Chotyn

Am hohen Ufer des Dnjestr, im Westen der Ukraine, steht eine weitere gewaltige Festung, die von den turbulenten Kämpfen in diesem historischen Grenzland erzählt: die Festung von Chotyn. Obwohl weniger bekannt als Kamjanez-Podilskyj, ist sie in ihrer Monumentalität nicht weniger beeindruckend. Die Ursprünge der Festung reichen bis ins 10. Jahrhundert zurück, doch ihre heutige Form erhielt sie hauptsächlich im 14. und 15. Jahrhundert. Die bis zu 40 Meter hohen und 6 Meter dicken Mauern aus rotem Backstein und grauem Stein umschließen einen großen Hof mit einer Burgkapelle, Kasernen und einem Palast. Fünf mächtige Türme sichern die Anlage. Die Lage direkt am breiten Fluss Dnjestr ist von großer strategischer und landschaftlicher Schönheit. Die Festung war Schauplatz mehrerer entscheidender Schlachten in der europäischen Geschichte, insbesondere der Schlacht von Chotyn im Jahr 1621, bei der eine polnisch-litauische Armee mit Unterstützung der Kosaken einen entscheidenden Sieg über das Osmanische Reich errang. Diese Schlacht hatte weitreichende Folgen und stoppte die osmanische Expansion nach Mitteleuropa. Heute ist die Festung ein beliebtes Ausflugsziel und diente aufgrund ihrer malerischen Kulisse als Drehort für zahlreiche historische Filme. Ein Besuch in Chotyn versetzt den Besucher zurück in die Zeit der Ritter, Kosaken und Sultane und macht die Geschichte der Region auf eindrucksvolle Weise lebendig.
Reiseangebote
Für die Ukraine bieten wir eine Reihe von Reisezielen an, mit denen ein Reiseplan für die Russländische Föderation erweitert werden kann. Jedwede Kombination von Reisezielen in der Russländischen Föderation mit solchen in der Ukraine wird dabei an Ihre spezifischen Interessen und Vorstellungen angepasst. Alle unsere Reisevorschläge lassen sich als Individualreise alleine oder zu zweit, als Kleingruppenreise oder als Privatreise sowohl mit als auch ohne Reiseführer realisieren.
Auf Nachfrage können alle Fahrstrecken und Pläne für eine Reise in der Ukraine auch ohne ergänzende Reiseziele in der Russländischen Föderation, nur als einzelstehende Reise in der Ukraine angeboten und umgesetzt werden.
Hinweis zu Reisen in die Ukraine
Bitte beachten Sie, dass wir aufgrund des Krieges der Russländischen Föderation gegen die Ukraine derzeit aus Sicherheitsgründen keine Reisen in die Ukraine anbieten. Weder vermitteln wir derzeit Unterkünfte, noch Tickets für Transportmittel wie Busse oder Bahnen, noch vermitteln wir andere touristische Dienstleistungen wie Reiseleiter oder Zugänge zu besonderen Orten und Sehenswürdigkeiten.
Von Reisen in die Ukraine raten wir aufgrund der derzeitigen Sicherheitslage im Land ab. Das gesamte Staatsgebiet der Ukraine, einschließlich der Hauptstadt Kiew und der westlichen Landesteile, ist von Kampfhandlungen und militärischen Angriffen der Russländischen Föderation betroffen. Raketen‑, Drohnen- und Artilleriebeschuss kann jederzeit und ohne Vorwarnung im ganzen Land erfolgen. Ziele sind nicht nur militärische Einrichtungen, sondern wiederkehrend auch Ziele der kritischen Infrastruktur wie Einrichtungen der Energieversorgung, Bahnhöfe, Brücken und Hotels sowie Industrieanlagen und Güterverteilzentren, sofern diese aus Sicht des russländischen Militärs für die ukrainischen Streitkräfte operative und strategische Bedeutung haben. Die Sicherheitslage ist deshalb im gesamten Land unvorhersehbar, volatil und kann sich kurzfristig weiter verschlechtern.
Weite Teil der zivilen Infrastruktur, hier insbesondere die Energieversorgung, Gesundheitsversorgung und das Transportwesen sind von den seit 2022 anhaltenden Angriffen der Russländischen Föderation betroffen und seitdem in ihrer Leistungsfähigkeit stark eingeschränkt. Reisen innerhalb des Landes sind deshalb mit erheblichen und unkalkulierbaren Risiken verbunden. Eine konsularische Unterstützung durch die Botschaften ist im Notfall nur sehr eingeschränkt oder gar nicht möglich.
Wir appellieren daher eindringlich an Ihre Verantwortung für Ihre eigene Sicherheit: Sehen Sie von jeglichen Reisen in die Ukraine ab, bis die Kampfhandlungen beendet wurden und sich die Sicherheitslage vor Ort signifikant verbessert hat.
Womit können wir Ihnen helfen?
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Russland.Tours ist eine auf Reisen zu außergewöhnlichen, historisch und kulturell bedeutsamen Orten in der Russländischen Föderation sowie von russischen Einflüssen geprägten Kulturräumen spezialisierte Agentur. Wir planen und organisieren seit mehr als 25 Jahren Individual- und Kleingruppenreisen zu Orten abseits von Massentourismus und ausgetretener Pfade. Als Agentur führen wir keine Reisen im eigenen Namen durch, sondern vermitteln an unsere Kunden Reiseveranstalter und Anbieter touristischer Leistungen, welche die von uns auf Basis der individuellen Wünsche unserer Kunden geplanten Reisen als Pauschalreise durchführen oder einzelne Leistungen wie Übernachtungen, Transporte oder Zugänge zu lokalen Sehenswürdigkeiten anbieten.
Gern helfen wir Ihnen auf Basis Ihrer individuellen Interessen und Vorstellungen bei der Planung und Durchführung von Reisen zu ungewöhnlichen Reisezielen sowie kulturell und historisch bedeutsamen Orten in der Russländischen Föderation und der Ukraine.
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