
Reiseland Polen
Polen ist ein vielseitiges Reiseziel in Mitteleuropa, das mit bewegter Geschichte, kulturellem Reichtum und abwechslungsreichen Landschaften beeindruckt. Gelegen zwischen Deutschland, Tschechien, der Slowakei, der Ukraine, Belarus, Litauen und der Ostsee, bildet Polen eine geografische und historische Brücke zwischen Ost und West. Das Land verfügt über eine eigene Sprache, eine starke nationale Identität und eine lange europäische Tradition.
Wer die Russländische Föderation bereist, sollte Polen als nächste Station in Betracht ziehen – beide Länder verbindet eine komplexe gemeinsame Vergangenheit, insbesondere im 20. Jahrhundert. Heute präsentiert sich Polen als moderner Staat mit gewachsenen demokratischen Strukturen und vielfältigem kulturellen Leben. Von der königlichen Altstadt in Kraków über die Ostseeküste bei Gdańsk bis hin zu den Bergen der Tatra und den Masurischen Seen bietet Polen zahlreiche Möglichkeiten für Entdeckungen. Das Land verbindet Geschichte und Gegenwart und lädt dazu ein, seine Regionen, Menschen und Traditionen näher kennenzulernen.
Wir, die Gründer und Mitarbeiter von Russland.Tours, verstehen unser Angebot von Reisen und touristischen Dienstleistungen als ein Hilfsmittel und einen Zugang für ein grundlegendes sowie besseres Verständnis für die Kultur, Geschichte und Politik der Russländischen Föderation. Da dieses geographisch und kulturell sehr reiche und vielfältige Land, unserer Meinung nach, nicht nur aus der Perspektive eines Moskauer Küchenfensters oder mittels einer Lektüre von Wikipedia-Artikeln erschlossen, erklärt und verstanden werden kann, bieten wir über die Grenzen der Russländischen Föderation hinaus auch Reisepläne und touristische Dienstleistungen für Reisen in Polen an.
Mit solchen ergänzenden Angeboten für Reisen in allen Nachfolgestaaten des Russländischen Imperiums, der Sowjetunion sowie deren Nachbarländern ermöglichen wir unseren Kunden, die über Staatsgrenzen hinaus miteinander verwobenen Kulturen und deren Räume als solche zu erfahren und über administrative Grenzen gegenwärtiger Nationalstaaten hinaus für sich zu entdecken.
Vor diesem Hintergrund schlagen wir an dieser Stelle, als Ergänzung zu einer Reise innerhalb der Russländischen Föderation, eine Reihe von Reisezielen in Polen vor, um welche ein Reiseplan für die Russländische Föderation optional erweitert werden kann.
Denn wir sind der Meinung, dass man Länder, Sitten und Gebräuche vor Ort erfahren muss, um sie begreifen und verstehen zu können. Aus unserer Sicht hilft eine Reise durch Polen, um wichtige Aspekte der Kultur, Geschichte und Politik der Russländischen Föderation zu verstehen, da beide Länder historisch und kulturell in vielen Punkten eng miteinander verbunden sind.
Im Zentrum Europas, an der Schnittstelle historischer Handelswege und kultureller Strömungen, liegt ein Land von ungeahnter Vielfalt und tiefgreifender Geschichte: Polen. Eine Reise hierher ist eine Entdeckungstour durch ein Land, das sich immer wieder neu erfunden hat, ohne seine Wurzeln zu vergessen. Von den sandigen Weiten der Ostseeküste über die spiegelglatten Seen Masurens und die pulsierenden Metropolen bis zu den alpinen Gipfeln der Tatra entfaltet sich ein Kaleidoskop an Eindrücken. Polen ist ein Land der Kontraste, wo gotische Backsteinburgen auf sozialistische Musterbauten treffen und uralte Wälder an moderne Kunstgalerien grenzen. Es ist ein Ort für Geschichtsliebhaber, Naturfreunde, Städtereisende und alle, die das Authentische suchen. Eine Reise nach Polen ist eine Begegnung mit der Widerstandsfähigkeit der Kultur und der herzlichen Offenheit seiner Menschen.
Städte von beeindruckender Vielfalt und Geschichte

Polen ist ein Land der Städte, und jede einzelne erzählt ihre eigene, unverwechselbare Geschichte. An der Spitze steht Krakau, die alte Königsstadt, die als einzige Metropole des Landes von den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs verschont blieb. Hier schlägt das historische Herz Polens in den Gassen der Altstadt, auf dem gewaltigen Marktplatz und auf dem Wawel-Hügel, dem Sitz der einstigen Könige. Im krassen Gegensatz dazu steht Warschau, die dynamische Hauptstadt, die nach ihrer fast vollständigen Zerstörung wie ein Phönix aus der Asche stieg. Die sorgfältig rekonstruierte Altstadt, ein UNESCO-Weltkulturerbe, zeugt vom ungebrochenen Willen einer Nation, während moderne Wolkenkratzer und der dominante Kulturpalast von einer bewegten jüngeren Vergangenheit und einer zukunftsgewandten Gegenwart erzählen. An der Küste wiederum bezaubert das hanseatische Danzig mit seinen prachtvollen Giebelhäusern und seiner maritimen Atmosphäre, während das schlesische Breslau, die „Stadt der hundert Brücken“, mit ihrem Labyrinth aus Inseln und Wasserläufen und ihrem multikulturellen Erbe fasziniert. Jede dieser Städte ist ein eigenständiger Kosmos, der den Besucher auf eine andere Facette der polnischen Seele blicken lässt.
Ein reiches und präsentes historisches Erbe
Die Geschichte ist in Polen kein abstraktes Konzept, das in Museen verschlossen ist, sondern ein allgegenwärtiger Begleiter auf Schritt und Tritt. Das Land war über Jahrhunderte ein Schmelztiegel der Kulturen, ein mächtiges Königreich und später ein zerrissener Spielball der europäischen Großmächte. Dieses komplexe Erbe ist in Stein gemeißelt. Im Norden erheben sich die gewaltigen Backsteinburgen des Deutschen Ordens, allen voran die Marienburg, die größte Anlage ihrer Art weltweit. Im Süden zeugen die prächtigen Schlösser und Residenzen des Adels vom einstigen Reichtum der polnisch-litauischen Union. Gleichzeitig ist Polen ein zentraler Ort der europäischen Erinnerungskultur. Die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau ist ein Ort der Stille und der Mahnung, der die Abgründe des 20. Jahrhunderts auf eine Weise greifbar macht, die niemanden unberührt lässt. Die Spuren des reichen jüdischen Lebens sind in Stadtvierteln wie Kazimierz in Krakau wieder sichtbar. Eine Reise durch Polen ist somit immer auch eine Reise durch die Höhen und Tiefen der europäischen Geschichte, die hier eine besondere Intensität und Relevanz entfaltet.

Naturlandschaften von ursprünglicher Schönheit

Polen bietet eine überraschende Vielfalt an Naturräumen, die von der Küste bis zu den Bergen reichen und oft noch einen Grad an Ursprünglichkeit bewahren, der in Mitteleuropa selten geworden ist. Im Nordosten erstreckt sich die Masurische Seenplatte, das „Land der tausend Seen“, ein Paradies für Segler, Kanuten und alle, die die Stille suchen. Tausende von Seen, durch Kanäle miteinander verbunden, sind in sanfte Hügel und dichte Wälder eingebettet. Ein völlig anderes Bild bietet der Nationalpark Bialowieza an der Grenze zu Belarus, der letzte Tiefland-Urwald Europas. Hier, in diesem UNESCO-Weltnaturerbe, kann man mit etwas Glück den Wisent, den europäischen Bison, in seiner natürlichen Umgebung beobachten. Entlang der Ostseeküste ziehen sich kilometerlange, feinsandige Strände und beeindruckende Wanderdünen wie im Slowinzischen Nationalpark. Im Süden des Landes erhebt sich schließlich die Hohe Tatra, der einzige alpine Gebirgszug Polens, mit schroffen Gipfeln, klaren Bergseen und einem Netz aus anspruchsvollen Wanderwegen. Diese landschaftliche Bandbreite macht Polen zu einem attraktiven Ziel für all jene, die aktive Erholung in intakter Natur schätzen.
Eine lebendige Kultur- und Kunstszene
Die polnische Kultur ist weit mehr als Folklore und Tradition. Das Land hat im Laufe der Jahrhunderte bedeutende Künstler, Denker und Wissenschaftler hervorgebracht, deren Erbe bis heute lebendig ist – von Nikolaus Kopernikus über Frédéric Chopin bis zu den vier Literaturnobelpreisträgern. In Städten wie Krakau und Warschau pulsiert eine dynamische und kreative Szene. Zahlreiche Galerien präsentieren zeitgenössische Kunst, alternative Theaterbühnen experimentieren mit neuen Ausdrucksformen, und Jazzkeller und Klassikkonzerte bieten ein hochkarätiges musikalisches Programm. Besonders die Filmkunst hat in Polen eine lange Tradition, verkörpert durch Regisseure wie Andrzej Wajda oder Krzysztof Kieslowski. Auch das Design, insbesondere die Plakatkunst, genießt einen hohen internationalen Stellenwert. Überall im Land finden Festivals statt, die von der Musik Chopins über jüdische Kultur bis hin zu modernem Theater reichen. Diese Mischung aus der sorgfältigen Pflege des klassischen Erbes und einer neugierigen, unkonventionellen jungen Kulturszene schafft eine anregende Atmosphäre. Eine Reise nach Polen ist daher auch eine Einladung, in ein reiches und vitales kulturelles Leben einzutauchen.

Die herzhafte und vielfältige polnische Küche

Die polnische Küche ist ehrlich, bodenständig und überraschend vielfältig. Sie basiert auf den Schätzen der heimischen Wälder, Felder und Gewässer und ist weit mehr als nur Kohl und Kartoffeln. Ein absolutes Muss sind „Pierogi“, die berühmten Teigtaschen, die es in unzähligen Variationen gibt – gefüllt mit Kartoffeln und Quark, mit Sauerkraut und Pilzen, mit Fleisch oder als süße Variante mit Beeren. Eine weitere Spezialität ist die saure Mehlsuppe „Zurek“, die oft in einem Brotlaib serviert wird, oder der deftige Jägereintopf „Bigos“ aus Sauerkraut, Fleisch und Wurst. An der Küste kommt frischer Fisch auf den Tisch, vor allem Hering, Dorsch und Zander. Die Wälder liefern Pilze und Beeren, die in vielen Gerichten Verwendung finden. In den letzten Jahren hat zudem eine neue Generation von Köchen begonnen, die traditionellen Rezepte kreativ zu interpretieren und auf ein modernes Niveau zu heben. Dazu genießt man ein kühles polnisches Bier, dessen Brautradition Jahrhunderte zurückreicht, oder einen der vielen hochwertigen Wodkas, die pur oder als Basis für Cocktails getrunken werden. Ein Essen in Polen ist immer eine gesellige und sättigende Angelegenheit, die einen tiefen Einblick in die Kultur des Landes gewährt.
Die Gastfreundschaft der Menschen
Ein Aspekt, der vielen Besuchern nachhaltig in Erinnerung bleibt, ist die bemerkenswerte Gastfreundschaft der Polen. Das Sprichwort „Ein Gast im Haus ist Gott im Haus“ ist hier keine leere Floskel, sondern gelebte Realität. Besonders in den ländlicheren Gebieten, aber auch in den Städten, begegnet man einer herzlichen Offenheit und einer aufrichtigen Hilfsbereitschaft, die den Aufenthalt sehr angenehm macht. Die Polen sind oft neugierig auf ihre Besucher und freuen sich, ihr Land und ihre Kultur zu teilen. Auch wenn die ältere Generation nicht immer Fremdsprachen spricht, wird mit Händen, Füßen und einem Lächeln jede Kommunikationshürde überwunden. Die jüngere Generation, insbesondere in den Städten, spricht dagegen meist sehr gut Englisch. Diese freundliche und einladende Grundhaltung schafft eine entspannte Atmosphäre, in der man sich schnell willkommen fühlt. Man reist nicht als anonymer Tourist durch das Land, sondern hat oft das Gefühl, als geschätzter Besucher empfangen zu werden. Diese menschliche Komponente ist es, die eine Reise nach Polen zu einer besonders bereichernden Erfahrung macht und den Wunsch weckt, wiederzukommen.

Ein Land im dynamischen Wandel erleben

Polen ist ein Land, das in den letzten Jahrzehnten eine tiefgreifende Transformation durchlaufen hat und sich weiterhin in einem spannenden Prozess des Wandels befindet. Die Spuren des Sozialismus sind in der Architektur und in manchen gesellschaftlichen Strukturen noch sichtbar, doch gleichzeitig pulsiert eine dynamische, zukunftsorientierte Energie. Moderne Infrastruktur, innovative Start-ups und ein westlicher Lebensstil haben vor allem in den großen Städten Einzug gehalten. Diese Überlagerung von Alt und Neu, von Tradition und Moderne, macht den besonderen Reiz einer Polenreise aus. Man kann am Vormittag eine mittelalterliche Burg besichtigen und am Nachmittag in einem hippen Café in einem ehemaligen Fabrikgelände sitzen. Man erlebt ein Land, das seine schmerzhafte Geschichte aufgearbeitet hat und nun selbstbewusst seinen Platz im vereinten Europa einnimmt. Für den Reisenden bietet dies die Chance, Zeuge eines faszinierenden gesellschaftlichen Aufbruchs zu werden. Man entdeckt ein Land, das noch nicht von den Hauptströmen des Tourismus uniformiert wurde und in dem es noch viel Authentisches und Unverfälschtes zu entdecken gibt, während es sich gleichzeitig rasant entwickelt.
Sehenswürdigkeiten in Polen
Die Altstadt von Krakau und der Wawel-Hügel
Krakau ist das unbestrittene kulturelle und spirituelle Zentrum Polens. Sein Herzstück ist der Rynek Glowny, der Hauptmarkt, der als größter mittelalterlicher Marktplatz Europas gilt. Die schiere Weite des Platzes, umgeben von pastellfarbenen Bürgerhäusern und Adelspalästen, ist beeindruckend. In seiner Mitte thronen die Tuchhallen, ein prächtiger Renaissancebau, der einst das Zentrum des internationalen Handels war und heute Souvenirläden und die Galerie der polnischen Malerei des 19. Jahrhunderts beherbergt. An einer Ecke des Platzes ragt die Marienkirche mit ihren ungleichen Türmen in den Himmel. Zu jeder vollen Stunde ertönt von hier das „Hejnal“, das Trompetensignal, das abrupt abbricht – zur Erinnerung an den legendären Turmwächter, der im 13. Jahrhundert von einem Tatarenpfeil getroffen wurde. Vom Marktplatz aus führen unzählige Gassen zu weiteren Kirchen, Klöstern und Innenhöfen. Südlich der Altstadt erhebt sich der Wawel-Hügel, der symbolische Ort der polnischen Nation. Hier residierten über Jahrhunderte die polnischen Könige. Der Komplex umfasst das Königsschloss, dessen prunkvolle Gemächer und der arkadengesäumte Innenhof von der einstigen Macht zeugen, sowie die Wawel-Kathedrale, die Krönungs- und Begräbnisstätte der meisten polnischen Monarchen. Ein Spaziergang durch die Krypten ist wie ein Gang durch die polnische Geschichte.

Die wiederaufgebaute Altstadt von Warschau

Die Altstadt von Warschau ist ein einzigartiges Zeugnis für den Willen einer Nation, ihre Identität zu bewahren. Nach dem Warschauer Aufstand 1944 wurde die historische Innenstadt von den deutschen Besatzern systematisch zerstört, am Ende des Krieges lagen über 85 Prozent in Trümmern. Was der Besucher heute sieht, ist das Ergebnis einer beispiellosen, detailgetreuen Rekonstruktion, die unmittelbar nach dem Krieg begann und Jahrzehnte dauerte. Anhand alter Gemälde, Fotografien und der Erinnerungen von Überlebenden wurden die Giebelhäuser, Kirchen und Paläste wiederaufgebaut. Diese Leistung wurde 1980 von der UNESCO gewürdigt, indem sie die Warschauer Altstadt als Beispiel für eine vorbildliche Restaurierung in die Liste des Weltkulturerbes aufnahm. Das Zentrum bildet der Altstädter Marktplatz mit seinen bunten Fassaden und dem Denkmal der Warschauer Seejungfer in der Mitte. Von hier aus kann man durch die verwinkelten Gassen schlendern und die Atmosphäre auf sich wirken lassen. Unweit des Platzes befindet sich die Johanneskathedrale und das imposante Königsschloss, das ebenfalls vollständig wiedererrichtet wurde und heute als Museum dient. Der Spaziergang entlang des Königswegs, der von der Altstadt nach Süden zum Lazienki-Park führt, verbindet die wichtigsten historischen Stätten und Paläste der Hauptstadt miteinander und macht die Geschichte dieser bemerkenswerten Stadt erlebbar.
Die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau
Ein Besuch der Gedenkstätte und des Museums Auschwitz-Birkenau ist eine tief bewegende und notwendige Auseinandersetzung mit einem der dunkelsten Kapitel der Menschheitsgeschichte. Etwa 60 Kilometer westlich von Krakau gelegen, war dies das größte der deutschen nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslager. Der Besuch umfasst zwei separate Teile: das Stammlager Auschwitz I und das etwa drei Kilometer entfernte, riesige Vernichtungslager Auschwitz II-Birkenau. In Auschwitz I, dem ehemaligen Kasernenkomplex, sind heute die Ausstellungen untergebracht. Man geht durch das Tor mit der zynischen Inschrift „Arbeit macht frei“ und besichtigt die Backsteinblöcke, in denen die Häftlinge untergebracht waren. In einigen Blöcken befinden sich erschütternde Sammlungen von persönlichen Gegenständen der Opfer – Koffer, Brillen, Schuhe und menschliche Haare, die das unvorstellbare Ausmaß des industrialisierten Mordes greifbar machen. Die Besichtigung von Gaskammer und Krematorium I ist ein besonders beklemmender Moment. Auschwitz II-Birkenau verdeutlicht die schiere Dimension des Völkermords. Das riesige Areal mit den Holzbaracken, den Ruinen der gesprengten Gaskammern und Krematorien und der berüchtigten Rampe, an der die Selektionen stattfanden, wirkt endlos. Ein Besuch hier ist kein touristisches Erlebnis, sondern ein Akt des Gedenkens, der zur Reflexion und zur Mahnung dient, dass sich eine solche Katastrophe niemals wiederholen darf.

Die Marienburg des Deutschen Ordens

Am Ufer des Flusses Nogat, im Norden Polens, erhebt sich die Marienburg (polnisch: Malbork), die größte Backsteinburg der Welt und ein monumentales Zeugnis der Macht des Deutschen Ordens. Die im 13. Jahrhundert begonnene und über die Jahrhunderte erweiterte Festung war der Hauptsitz des Hochmeisters und das administrative Zentrum des Ordensstaates. Die Anlage ist ein Meisterwerk der spätgotischen Wehrarchitektur und gliedert sich in drei Teile: das Hochschloss, das Mittelschloss und das Vorschloss, die durch ein komplexes System aus Mauern, Toren und Gräben geschützt sind. Das Hochschloss bildete den klösterlichen Kern mit der St. Annen-Kapelle, dem Kapitelsaal und den Schlafräumen der Ordensritter. Das Mittelschloss diente repräsentativen und administrativen Zwecken und beherbergt den Großen Remter, einen der größten und eindrucksvollsten Säle der mittelalterlichen europäischen Architektur. Das Vorschloss umfasste die Wirtschaftsgebäude und Werkstätten. Ein Rundgang durch die gewaltige Anlage ist eine Reise in die Welt der Ritterorden. Man durchquert unzählige Räume, von der Waffenkammer über die Küchen bis hin zu den privaten Gemächern des Hochmeisters, und bekommt einen tiefen Eindruck vom Leben in einer mittelalterlichen Festung. Nach schweren Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde die Marienburg sorgfältig restauriert und gehört heute zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Das Salzbergwerk Wieliczka
Nur wenige Kilometer von Krakau entfernt liegt eine faszinierende Welt unter der Erde: das Salzbergwerk Wieliczka. Es ist eines der ältesten noch in Betrieb befindlichen Salzbergwerke der Welt – die Salzförderung fand hier vom 13. Jahrhundert bis 2007 ununterbrochen statt. Ein Besuch führt den Reisenden über eine touristische Route durch ein Labyrinth aus Gängen, Kammern und Stollen, das sich über neun Sohlen bis in eine Tiefe von 327 Metern erstreckt. Was dieses Bergwerk so außergewöhnlich macht, ist die Kunstfertigkeit der Bergleute, die über Jahrhunderte hinweg aus dem grauen Steinsalz eine atemberaubende unterirdische Welt geschaffen haben. Man passiert in Salz gehauene Statuen, die Szenen aus der Geschichte des Bergwerks und polnische Legenden darstellen, sowie unterirdische Seen mit kristallklarem Salzwasser. Der unbestrittene Höhepunkt der Tour ist die Kapelle der Heiligen Kinga. In diesem riesigen, 101 Meter unter der Erde gelegenen Sakralraum ist alles aus Salz gefertigt: die Altäre, die detailreichen Reliefs an den Wänden, die biblische Szenen zeigen, die Bodenfliesen und sogar die gewaltigen Kronleuchter, deren Kristalle aus reinstem Steinsalz bestehen. Die Akustik in dieser unterirdischen Kathedrale ist bemerkenswert. Das Salzbergwerk Wieliczka ist seit 1978 UNESCO-Weltkulturerbe und bietet ein unvergessliches Erlebnis, eine Mischung aus Naturwunder, Industriegeschichte und tiefem Glauben.

Die Altstadt von Danzig

Danzig, an der Mündung der Mottlau in die Ostsee gelegen, ist eine Stadt mit einer reichen und komplexen Geschichte, deren maritimer Charakter an jeder Ecke spürbar ist. Das Herz der Stadt ist die Rechtstadt, deren Hauptachse der Lange Markt bildet. Hier reiht sich ein prächtiges Giebelhaus an das andere, Zeugnisse des einstigen Reichtums der Hansestadt. Dominante Bauten sind das Rechtstädtische Rathaus mit seinem hohen Turm und der Artushof, einst Treffpunkt der wohlhabenden Kaufleute. Vor dem Artushof steht der Neptunbrunnen, das Wahrzeichen der Stadt. Parallel zum Langen Markt verläuft die malerische Frauengasse, die direkt auf die gewaltige Marienkirche zuführt, eine der größten Backsteinkirchen der Welt. Von ihrem Turm bietet sich ein weiter Blick über die Stadt und den Hafen. Ein Spaziergang entlang der Mottlau ist ein Muss. Hier steht das Krantor, eine einzigartige Konstruktion aus dem Mittelalter, die als Stadttor, Festungsturm und Hafenkran zugleich diente. Die Geschichte des 20. Jahrhunderts hat in Danzig tiefe Spuren hinterlassen: Auf der Westerplatte vor den Toren der Stadt fielen die ersten Schüsse des Zweiten Weltkriegs, und in den 1980er Jahren wurde die Danziger Leninwerft zur Wiege der Gewerkschaftsbewegung „Solidarnosc“, die maßgeblich zum Fall des Kommunismus in Osteuropa beitrug. Das moderne Europäische Zentrum der Solidarnosc ist ein beeindruckendes Museum, das diese jüngere Geschichte aufarbeitet.
Die Masurische Seenplatte
Im Nordosten Polens erstreckt sich eine Landschaft von fast meditativer Schönheit: die Masurische Seenplatte. Über 2000 Seen, eingebettet in eine sanfte, von der Eiszeit geformte Hügellandschaft mit dichten Wäldern und weiten Feldern, bilden hier ein riesiges Wassersportrevier. Viele der Seen sind durch Flüsse und Kanäle miteinander verbunden, was ausgedehnte Touren mit dem Segelboot, dem Hausboot oder dem Kajak ermöglicht. Die Region ist ein Refugium der Ruhe und der Natur. In den ausgedehnten Wäldern leben Hirsche, Wildschweine und seltene Vogelarten wie der Seeadler. Die zahlreichen Störche, die auf den Dächern der kleinen Dörfer ihre Nester bauen, sind zu einem Wahrzeichen Masurens geworden. Die bekanntesten Seen sind der Sniardwy (Spirdingsee), der größte See Polens, und der Mamry (Mauersee). Beliebte Ferienorte wie Gizycko (Lötzen) oder Mikolajki (Nikolaiken) dienen als Ausgangspunkte für Touren und bieten eine gute touristische Infrastruktur. Abseits der größeren Orte kann man jedoch schnell die Einsamkeit finden und in die unberührte Natur eintauchen. Ein besonderes Erlebnis ist eine Fahrt auf dem Oberländischen Kanal, einem technischen Wunderwerk aus dem 19. Jahrhundert, bei dem Schiffe zur Überwindung von Höhenunterschieden über Land auf Schienenwagen transportiert werden.

Breslau, die Stadt der Brücken und Zwerge

Breslau, die historische Hauptstadt Schlesiens, ist eine der lebendigsten und reizvollsten Städte Polens. An der Oder gelegen, erstreckt sich die Stadt über zwölf Inseln, die durch mehr als hundert Brücken miteinander verbunden sind, was ihr den Beinamen „Venedig des Ostens“ eingebracht hat. Das Herz der Stadt ist der Rynek, der Marktplatz, einer der größten und schönsten Europas, umgeben von farbenfrohen Bürgerhäusern verschiedener Epochen. In seiner Mitte steht das gotische Rathaus, ein architektonisches Meisterwerk mit einer astronomischen Uhr. Eine Besonderheit Breslaus sind die „Krasnale“, kleine Bronzestatuen von Zwergen, die überall in der Stadt verteilt sind. Ursprünglich ein Symbol der antikommunistischen Protestbewegung „Orange Alternative“ in den 1980er Jahren, sind die heute über 300 Zwerge zu einem charmanten Wahrzeichen geworden, und die Suche nach ihnen ist eine beliebte Art, die Stadt zu erkunden. Der älteste Teil Breslaus ist die Dominsel, ein Ort der Stille und Spiritualität mit mehreren Kirchen, allen voran dem gotischen Johannesdom. Ein weiteres architektonisches Highlight ist die Jahrhunderthalle, ein wegweisender Bau der frühen Moderne aus Stahlbeton, der zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Mit seiner reichen deutsch-polnisch-tschechischen Geschichte, seiner jungen Bevölkerung und seiner lebhaften Kulturszene ist Breslau eine Stadt voller positiver Energie.
Der Nationalpark Bialowieza
An der östlichen Grenze Polens zu Belarus liegt ein Naturerbe von globaler Bedeutung: der Nationalpark Bialowieza. Er schützt den letzten verbliebenen Tiefland-Urwald Europas, einen Wald, der seit Jahrtausenden kaum von Menschenhand verändert wurde. Hier stehen riesige, jahrhundertealte Eichen, Linden und Fichten, und umgestürzte Bäume bleiben liegen, um dem natürlichen Kreislauf zu folgen. Diese einzigartige, archaische Landschaft wurde von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt. Der Nationalpark ist vor allem bekannt als Heimat der größten frei lebenden Population des Wisents, des europäischen Bisons. Diese majestätischen Tiere, die einst in ganz Europa verbreitet waren und Anfang des 20. Jahrhunderts in freier Wildbahn als ausgestorben galten, konnten hier durch ein erfolgreiches Zuchtprogramm wieder angesiedelt werden. Mit einem erfahrenen Führer kann man sich auf die Suche nach ihnen begeben. Der streng geschützte Kernbereich des Parks darf nur in Begleitung eines lizenzierten Führers betreten werden. Ein Spaziergang durch diesen unberührten Wald ist ein tief beeindruckendes Erlebnis. Man bewegt sich in einer Welt voller Stille, die nur vom Rauschen der Blätter und den Rufen der Vögel durchbrochen wird. Neben Wisenten beheimatet der Park auch Luchse, Wölfe und eine reiche Vogelwelt. Ein Besuch in Bialowieza ist eine Reise zurück in die Zeit vor der menschlichen Zivilisation.

Die Hohe Tatra und Zakopane

Im äußersten Süden Polens, an der Grenze zur Slowakei, erhebt sich die Hohe Tatra, der einzige Gebirgszug des Landes mit alpinem Charakter. Obwohl flächenmäßig klein, bietet die Tatra auf engstem Raum eine dramatische Landschaft aus schroffen Granitgipfeln, tiefen Tälern, kristallklaren Bergseen und einer einzigartigen Flora und Fauna. Das Gebirge ist ein Paradies für Wanderer und Bergsteiger, mit einem gut markierten Netz von Wegen, das von einfachen Spaziergängen in den Tälern bis hin zu anspruchsvollen Klettersteigen reicht. Ein beliebtes Ziel ist der Bergsee Meerauge (Morskie Oko), der als einer der schönsten Seen der Tatra gilt und von majestätischen Gipfeln umrahmt ist. Eine Seilbahn führt auf den Gipfel des Kasprowy Wierch, von wo aus sich ein atemberaubendes Panorama über die polnische und slowakische Tatra bietet. Am Fuße des Gebirges liegt die Stadt Zakopane, das touristische Zentrum der Region. Zakopane ist bekannt für seine besondere Holzarchitektur, den sogenannten Zakopane-Stil, der Ende des 19. Jahrhunderts von Stanislaw Witkiewicz entwickelt wurde und traditionelle Elemente der Goralen-Kultur mit dem Jugendstil verbindet. Die Stadt ist der ideale Ausgangspunkt für Touren in die Berge und bietet eine lebhafte Atmosphäre mit zahlreichen Restaurants, die die deftige regionale Küche der Goralen servieren, sowie Geschäften, die lokales Kunsthandwerk wie geschnitzte Holzwaren oder Schafskäse (Oscypek) anbieten.
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