
Reiseland Nordkorea
Die Demokratische Volksrepublik Korea („Nordkorea“) ist ein einzigartiges und von Touristen selten bereistes Land in Ostasien, das durch seine Abschottungspolitik, monumentale Architektur und tief verwurzelte Ideologie weltweites Interesse weckt. Gelegen zwischen China, Russland und Südkorea, erstreckt sich das Land von den Bergen im Norden bis zur Küste des Japanischen Meeres – eine Region mit wechselvoller Geschichte, kulturellem Erbe und landschaftlicher Vielfalt.
Wer die Russländische Föderation bereist, kann Nordkorea als außergewöhnliche nächste Station in Betracht ziehen – beide Länder verbindet eine enge politische und historische Beziehung, vor allem im 20. Jahrhundert. Heute präsentiert sich Nordkorea als streng regulierter Staat mit eigener Sprache, starker kultureller Identität und einem abgeschlossenen Gesellschaftsmodell. Von der monumental inszenierten Hauptstadt Pjöngjang über historische Orte wie Kaesong bis hin zur landschaftlichen Schönheit des Myohyang-Gebirges bietet das Land eine Reiseerfahrung fernab des Gewöhnlichen – herausfordernd, eindrucksvoll und tief geprägt von Geschichte und Ideologie.
Wir, die Gründer und Mitarbeiter von Russland.Tours, verstehen unser Angebot von Reisen und touristischen Dienstleistungen als ein Hilfsmittel und einen Zugang für ein grundlegendes sowie besseres Verständnis für die Kultur, Geschichte und Politik der Russländischen Föderation. Da dieses geographisch und kulturell sehr reiche und vielfältige Land, unserer Meinung nach, nicht nur aus der Perspektive eines Moskauer Küchenfensters oder mittels einer Lektüre von Wikipedia-Artikeln erschlossen, erklärt und verstanden werden kann, bieten wir über die Grenzen der Russländischen Föderation hinaus auch Reisepläne und touristische Dienstleistungen für Reisen in Nordkorea an.
Mit solchen ergänzenden Angeboten für Reisen in allen Nachfolgestaaten des Russländischen Imperiums, der Sowjetunion sowie deren Nachbarländern ermöglichen wir unseren Kunden, die über Staatsgrenzen hinaus miteinander verwobenen Kulturen und deren Räume als solche zu erfahren und über administrative Grenzen gegenwärtiger Nationalstaaten hinaus für sich zu entdecken.
Vor diesem Hintergrund schlagen wir an dieser Stelle, als Ergänzung zu einer Reise innerhalb der Russländischen Föderation, eine Reihe von Reisezielen in Nordkorea vor, um welche ein Reiseplan für die Russländische Föderation optional erweitert werden kann.
Denn wir sind der Meinung, dass man Länder, Sitten und Gebräuche vor Ort erfahren muss, um sie begreifen und verstehen zu können. Aus unserer Sicht hilft eine Reise durch Nordkorea, um wichtige Aspekte der Kultur, Geschichte und Politik der Russländischen Föderation zu verstehen, da beide Länder historisch und kulturell in vielen Punkten eng miteinander verbunden sind.
Eine Reise in die Demokratische Volksrepublik Korea ist ohne Zweifel eine der außergewöhnlichsten Unternehmungen, die man als Reisender heute noch machen kann. Es ist keine Reise im herkömmlichen Sinne, sondern vielmehr das Betreten einer Welt, die nach gänzlich eigenen Regeln und in einem eigenen Rhythmus existiert. Abseits der globalisierten Ströme hat sich hier eine Gesellschaft geformt, deren Ästhetik, soziale Ordnung und alltägliches Leben für den westlichen Besucher eine Quelle ständigen Staunens sind. Man reist nicht nach Nordkorea, um sich zu erholen, sondern um zu beobachten, zu lernen und Einblicke in ein System zu erhalten, das man sonst nur aus den Medien kennt. Eine solche Reise erfordert Offenheit, Neugier und die Bereitschaft, die eigenen Vorstellungen hinter sich zu lassen. Wer sich darauf einlässt, wird mit Eindrücken belohnt, die tief und nachhaltig sind und die eigene Perspektive auf die Welt verändern können.
Eine Zeitreise in eine alternative Gegenwart

Ein Besuch in Nordkorea gleicht in vielerlei Hinsicht einer Reise in eine andere Zeit oder eine parallele Realität. Sobald man die Grenze überquert, entflieht man der vertrauten Welt der globalen Marken, der allgegenwärtigen Werbung und des digitalen Rauschens. Die Städte und Dörfer präsentieren ein visuelles Bild, das in seiner konsequenten Andersartigkeit fasziniert. Anstelle von Leuchtreklamen schmücken Porträts der Führer Kim Il Sung und Kim Jong Il die Fassaden, und große, handgemalte Propagandaplakate preisen die Errungenschaften des Sozialismus. Der Verkehr fließt gemächlicher, die Menschen sind oft in einheitlicheren Farben gekleidet, und das Fehlen von westlicher Popkultur schafft eine Atmosphäre, die an frühere Jahrzehnte in Europa erinnern mag, aber doch eine ganz eigene nordkoreanische Prägung hat. Diese visuelle und akustische Ruhe, dieser „digitale Detox“, zwingt den Besucher, sich voll und ganz auf die unmittelbare Umgebung und die geführten Erlebnisse zu konzentrieren. Man wird zum aufmerksamen Beobachter einer Gesellschaft, die sich bewusst vom Rest der Welt abgrenzt und ihre eigene Version der Moderne entwickelt hat.
Pjöngjang: Eine Hauptstadt der sozialistischen Monumentalität
Pjöngjang ist keine Stadt wie jede andere; sie ist die gebaute Manifestation einer politischen Idee. Nach der fast vollständigen Zerstörung im Koreakrieg wurde die Hauptstadt nach den Plänen Kim Il Sungs als sozialistische Musterstadt wiederaufgebaut. Das Ergebnis ist ein urbanes Gesamtkunstwerk von beeindruckender Monumentalität und Symmetrie. Breite, von Bäumen gesäumte Boulevards führen zu riesigen Plätzen, die für gigantische Militärparaden konzipiert sind. Das Stadtbild wird von Bauten dominiert, die in ihrer schieren Größe und symbolischen Aufladung überwältigend wirken: der Juche-Turm, der Triumphbogen, das Große Studienhaus des Volkes und das unvollendete, pyramidenförmige Ryugyong-Hotel. Die Architektur ist funktional und zugleich repräsentativ, oft mit Marmor verkleidet und mit Mosaiken verziert, die revolutionäre Szenen darstellen. Dazwischen finden sich pastellfarbene Wohnblöcke, die in geometrischer Präzision angeordnet sind. Ein Spaziergang oder eine Fahrt durch Pjöngjang ist wie eine Lektion in politischer Ikonografie. Die Stadt ist die Bühne, auf der die Stärke und Einheit des Landes inszeniert wird, und bietet dem Besucher einen unvergleichlichen Einblick in das ästhetische und ideologische Selbstverständnis Nordkoreas.

Die Massenspiele: Ein Spektakel kollektiver Kunstfertigkeit

Wenn die Bedingungen es zulassen und die Veranstaltung stattfindet, sind die Massenspiele – oft unter dem Titel „Arirang“ oder ähnlichen Namen bekannt – zweifellos einer der Höhepunkte einer jeden Nordkorea-Reise. In dem größten Stadion der Welt, dem Stadion Erster Mai, entfaltet sich ein Spektakel, das in seiner Dimension und Perfektion weltweit seinesgleichen sucht. Zehntausende Turner, Tänzer und Akrobaten führen in absoluter Synchronizität komplexe Choreografien auf, die Geschichten aus der Revolution, der Mythologie und dem Aufbau des Landes erzählen. Der vielleicht beeindruckendste Teil der Vorführung findet auf der gegenüberliegenden Tribüne statt: Dort bilden bis zu 20.000 Schüler mit farbigen Tafeln ein gigantisches, lebendiges Mosaik. In sekundenschnelle wechseln sie die Bilder und schaffen so einen „menschlichen Pixel-Bildschirm“, der als Hintergrund für die Darbietungen im Stadion dient. Die schiere Masse an perfekt koordinierten Teilnehmern, die opulenten Kostüme und die mitreißende Musik erzeugen eine emotionale Wucht, der man sich kaum entziehen kann. Es ist eine Demonstration kollektiver Disziplin und künstlerischer Leistung, die den Betrachter staunend zurücklässt.
Die Demilitarisierte Zone: Ein Blick ins Herz des Konflikts
Ein Besuch der Demilitarisierten Zone (DMZ) an der Grenze zu Südkorea ist ein tief beeindruckendes und beklemmendes Erlebnis. Hier, in dem kleinen Ort Panmunjom, steht man an einer der am stärksten bewachten Grenzen der Welt, dem letzten verbliebenen Relikt des Kalten Krieges. Die Anfahrt von Pjöngjang führt durch eine zunehmend karge Landschaft, gesäumt von Panzersperren und militärischen Kontrollpunkten. In Panmunjom selbst wird man von einem Offizier der Koreanischen Volksarmee in Empfang genommen, der die Geschichte des Ortes aus nordkoreanischer Perspektive erläutert. Das Herzstück des Besuchs sind die berühmten blauen Baracken des Gemeinsamen Sicherheitsbereichs. In einer dieser Baracken, direkt auf der Demarkationslinie, fanden die Waffenstillstandsverhandlungen statt. Als Besucher kann man den Verhandlungstisch umrunden und für einen kurzen, surrealen Moment buchstäblich auf südkoreanischem Territorium stehen. Der direkte Blick auf die südkoreanischen und amerikanischen Soldaten auf der anderen Seite, nur wenige Meter entfernt, macht die angespannte Realität des ungelösten Konflikts auf eine Weise greifbar, wie es keine Nachrichtensendung vermag. Der Besuch hinterlässt ein nachhaltiges Gefühl für die Zerbrechlichkeit des Friedens und die menschliche Dimension der Teilung Koreas.

Die Begegnung mit der Juche-Ideologie

Um Nordkorea zu verstehen, ist es unerlässlich, sich mit der Staatsideologie des Juche (gesprochen: Dschutsche) auseinanderzusetzen. Diese von Kim Il Sung entwickelte Philosophie durchdringt alle Aspekte des Lebens und wird dem Besucher auf Schritt und Tritt begegnen. Juche lässt sich grob mit „Autarkie“ oder „Souveränität“ übersetzen und postuliert, dass der Mensch der Herr über alles ist und über sein eigenes Schicksal entscheidet. Für Nordkorea bedeutet dies das Streben nach politischer Unabhängigkeit, wirtschaftlicher Selbstversorgung und militärischer Eigenständigkeit. Dieses Konzept erklärt die Monumente wie den Juche-Turm in Pjöngjang, der diese Idee symbolisiert. Es erklärt den Fokus auf nationale Produktion und die allgegenwärtigen Darstellungen von fleißigen Arbeitern, Bauern und Soldaten. Während der Reise werden die lokalen Führer immer wieder auf die Prinzipien der Juche-Ideologie verweisen, um die Politik und die Errungenschaften des Landes zu erklären. Für den Reisenden bietet dies eine seltene Gelegenheit, nicht nur die äußeren Erscheinungen einer Gesellschaft zu sehen, sondern auch einen Einblick in das ideologische Fundament zu erhalten, das ihr zugrunde liegt. Es ist eine intellektuelle Auseinandersetzung, die den Blick für die innere Logik des Systems schärft.
Unberührte Natur: Die Landschaft der Diamantberge
Abseits der politischen Inszenierungen in der Hauptstadt offenbart Nordkorea auch eine Seite von großer landschaftlicher Schönheit. Das Kumgangsan-Gebirge, auch Diamantberge genannt, nahe der Ostküste ist ein herausragendes Beispiel dafür. Diese Region ist bekannt für ihre dramatischen Granitgipfel, die von Wind und Wetter zu bizarren Formationen geschliffen wurden, für ihre tiefen, bewaldeten Täler, kristallklaren Bäche und tosenden Wasserfälle. Wanderungen auf gut ausgebauten Wegen führen zu malerischen Aussichtspunkten und versteckten Gumpen, in denen man im Sommer baden kann. Die Natur ist hier weitgehend unberührt und bietet eine willkommene Abwechslung zur strengen Geometrie der Städte. Die Landschaft ist seit Jahrhunderten eine Quelle der Inspiration für koreanische Dichter und Maler. Ein weiteres Naturjuwel ist der Berg Myohyang im Westen des Landes, dessen Name „Berg der geheimnisvollen Düfte“ bedeutet. Auch er ist ein beliebtes Wandergebiet und beherbergt bedeutende kulturelle Stätten. Eine Reise in diese Naturregionen ermöglicht es, eine andere, ruhigere Facette des Landes kennenzulernen und zu verstehen, warum die Koreaner auf beiden Seiten der Grenze eine so tiefe Verbindung zu ihrer natürlichen Umgebung pflegen.

Das vollständig geführte Reiseerlebnis

Eine Reise nach Nordkorea ist in ihrer Struktur einzigartig und unterscheidet sich grundlegend von Individualreisen in andere Länder. Von der Ankunft bis zur Abreise wird man von mindestens zwei staatlichen Reiseleitern begleitet, die nicht nur als Übersetzer und Organisatoren fungieren, sondern auch den Rahmen des Erlebbaren vorgeben. Spontane Erkundungen auf eigene Faust sind nicht möglich; das Programm ist fest geplant und wird konsequent eingehalten. Diese Struktur mag für manche Reisende zunächst einschränkend wirken, doch sie ist selbst ein zentraler Bestandteil der Erfahrung. Sie ermöglicht eine intensive Auseinandersetzung mit der offiziellen Erzählung des Landes, da die Reiseleiter unermüdlich die Geschichte, Kultur und Politik aus nordkoreanischer Sicht erklären. Dies führt zu langen, oft faszinierenden Gesprächen und bietet einen direkten Einblick in die Denkweise, die das System prägt. Man wird zum Teil einer sorgfältig kuratierten Inszenierung, was eine besondere Form der Aufmerksamkeit erfordert. Man lernt, genau hinzusehen, Zwischentöne wahrzunehmen und das Gesehene im Kontext des Gehörten zu reflektieren. Diese geführte Reiseform ist somit keine Einschränkung, sondern eine Methode, die den Zugang zur nordkoreanischen Realität auf ihre ganz eigene Weise ermöglicht.
Sehenswürdigkeiten in der Demokratischen Volksrepublik Korea / Koreanischen Demokratischen Volksrepublik (DVRK / KDVR)
Der Kumsusan-Palast der Sonne
Der Kumsusan-Palast der Sonne in Pjöngjang ist der wohl bedeutsamste und feierlichste Ort in ganz Nordkorea. Ursprünglich der offizielle Amtssitz von Staatsgründer Kim Il Sung, wurde er nach dessen Tod im Jahr 1994 in ein Mausoleum umgewandelt, in dem sein einbalsamierter Körper aufgebahrt ist. Seit dem Tod seines Sohnes Kim Jong Il im Jahr 2011 ruht auch dieser hier in einem separaten Saal. Ein Besuch des Mausoleums unterliegt einem strengen Protokoll und erfordert formelle Kleidung. Besucher werden auf langen, sich bewegenden Laufbändern durch scheinbar endlose, mit Marmor ausgekleidete Korridore geführt. Die Atmosphäre ist von äußerster Ehrerbietung geprägt. In den eigentlichen Grabkammern, die in ein tiefrotes Licht getaucht sind, schreiten die Besucher in kleinen Gruppen an den gläsernen Sarkophagen vorbei und verneigen sich an drei Seiten als Zeichen des Respekts. Angrenzend an die Mausoleen befinden sich weitläufige Hallen, in denen unzählige Orden, Medaillen und Ehrendoktorwürden ausgestellt sind, die den Führern von Staaten und Organisationen aus aller Welt verliehen wurden. Ebenso werden persönliche Gegenstände wie die Eisenbahnwaggons, in denen die Führer reisten, oder ihre Autos gezeigt. Ein Besuch des Kumsusan-Palastes ist keine gewöhnliche Besichtigung, sondern ein tiefgreifender Einblick in den Personenkult, der das Fundament des nordkoreanischen Staates bildet.

Der Mansudae-Großmonument-Komplex

Das Mansudae-Großmonument auf einem Hügel im Zentrum Pjöngjangs ist die ikonischste Darstellung des Führerkults in Nordkorea. Den Mittelpunkt der Anlage bilden zwei gewaltige, rund 22 Meter hohe Bronzestatuen, die den „Ewigen Präsidenten“ Kim Il Sung und den „Ewigen Generalen“ Kim Jong Il darstellen. Kim Il Sung ist mit ausgestrecktem Arm dargestellt, der in eine lichte Zukunft weist, während Kim Jong Il leicht hinter ihm steht. Der Besuch des Monuments folgt einem festen Ritual: Jede Besuchergruppe, ob aus dem In- oder Ausland, wird erwartet, Blumen am Fuße der Statuen niederzulegen und sich gemeinsam in einer Reihe aufzustellen, um sich ehrerbietig zu verneigen. Das Fotografieren der Statuen unterliegt ebenfalls strengen Regeln; sie müssen immer vollständig und von vorne abgebildet werden. Flankiert werden die zentralen Figuren von zwei riesigen Skulpturengruppen aus Bronze, die zusammen eine Länge von etwa 200 Metern haben. Diese stellen in dramatischen Posen den revolutionären Kampf gegen die japanische Besatzung und den Aufbau des Sozialismus dar. Soldaten, Arbeiter, Bauern und Intellektuelle blicken entschlossen in die Zukunft. Im Hintergrund der Anlage befindet sich die Fassade des Koreanischen Revolutionsmuseums, die mit einem gewaltigen Mosaik des Paektu-Berges, des heiligen Berges der Revolution, geschmückt ist.
Der Juche-Turm
Am östlichen Ufer des Taedong-Flusses, exakt gegenüber dem Kim-Il-Sung-Platz, erhebt sich der Juche-Turm, ein 170 Meter hohes Monument, das der Staatsideologie gewidmet ist. Der Turm, der 1982 zum 70. Geburtstag von Kim Il Sung eingeweiht wurde, ist eine schlanke, sich nach oben verjüngende Stele aus weißem Granit, zusammengesetzt aus 25.550 Blöcken – einer für jeden Tag im Leben des Präsidenten bis zu diesem Zeitpunkt. Gekrönt wird der Turm von einer 20 Meter hohen, rot leuchtenden Fackel aus Glas, die auch nachts weithin sichtbar ist und die unsterbliche Flamme der Juche-Idee symbolisieren soll. Am Fuße des Turms befindet sich eine beeindruckende Bronzeskulptur, die drei Figuren darstellt: einen Arbeiter mit einem Hammer, eine Bäuerin mit einer Sichel und einen Intellektuellen mit einem Pinsel. Gemeinsam halten sie das Emblem der Partei der Arbeit Koreas in die Höhe. Besucher können mit einem Aufzug zur Aussichtsplattform direkt unterhalb der Fackel fahren. Von dort oben bietet sich ein umfassender Panoramablick über ganz Pjöngjang. Man erkennt die symmetrische Anlage der Stadt, die breiten Achsen, die monumentalen Bauten und die grünen Parkanlagen. Der Juche-Turm ist somit nicht nur ein ideologisches Symbol, sondern auch der beste Ort, um die einzigartige urbane Vision Pjöngjangs in ihrer Gesamtheit zu erfassen.

Der Kim-Il-Sung-Platz

Der Kim-Il-Sung-Platz im Herzen von Pjöngjang ist das zeremonielle Zentrum der Nation. Mit einer Fläche von 75.000 Quadratmetern gehört er zu den größten öffentlichen Plätzen der Welt. Er ist der Schauplatz der beeindruckenden Militärparaden und Massenaufmärsche, deren Bilder regelmäßig um die Welt gehen. Die Gestaltung des Platzes ist ganz auf diese Funktion ausgerichtet: Der Boden ist mit Granitplatten ausgelegt, und weiße Markierungen helfen den Teilnehmern der Paraden, ihre Positionen exakt einzunehmen. An der Westseite wird der Platz vom Großen Studienhaus des Volkes dominiert, der Nationalbibliothek, die in traditionellem koreanischen Stil mit geschwungenen grünen Dächern errichtet wurde. An den Längsseiten befinden sich Ministerien und das Historische Museum. Die Ostseite öffnet sich zum Taedong-Fluss mit Blick auf den Juche-Turm am gegenüberliegenden Ufer. Auf den Fassaden der umliegenden Gebäude prangen riesige Porträts von Karl Marx und Lenin, die nur zu besonderen Anlässen durch die der koreanischen Führer ergänzt werden. Für den Besucher ist der Platz oft menschenleer und von einer fast erhabenen Stille erfüllt. Doch man kann sich die Atmosphäre während einer Parade lebhaft vorstellen: Tausende von Soldaten im Stechschritt, rollende Panzer und die jubelnde Menge auf den Tribünen. Ein Spaziergang über diesen riesigen Platz vermittelt ein Gefühl für den Maßstab, in dem in Nordkorea gedacht und inszeniert wird.
Die Pjöngjanger Metro
Die Metro von Pjöngjang ist weit mehr als nur ein öffentliches Verkehrsmittel; sie ist ein unterirdischer Palast und eine der besonderen Attraktionen der Stadt. Mit einer Tiefe von über 100 Metern gehört sie zu den tiefsten U‑Bahn-Systemen der Welt und wurde so konzipiert, dass sie im Kriegsfall auch als Atombunker dienen kann. Die Fahrt auf den langen, steilen Rolltreppen hinunter in die Tiefe, begleitet von patriotischer Marschmusik aus alten Lautsprechern, ist bereits ein Erlebnis für sich. Unten angekommen, offenbaren die Stationen eine Pracht, die man in einem U‑Bahnhof nicht erwarten würde. Jede Station ist individuell und thematisch gestaltet. Man findet riesige Kronleuchter aus Kristallglas, massive Marmorsäulen und aufwendige Mosaikwände, die Szenen aus der Revolution, dem Aufbau des Landes oder die Schönheit der koreanischen Landschaft darstellen. Die Namen der Stationen sind nicht geografisch, sondern ideologisch, wie zum Beispiel „Kameradschaft“, „Roter Stern“ oder „Wiedervereinigung“. Die Waggons, die auf den beiden Linien verkehren, sind teilweise ältere Modelle, die aus Deutschland importiert und mit Porträts von Kim Il Sung und Kim Jong Il ausgestattet wurden. Touristen wird in der Regel eine Fahrt über einige wenige, besonders prächtige Stationen ermöglicht, was einen faszinierenden Einblick in die Verbindung von Funktionalität, Kunst und Propaganda im nordkoreanischen Alltag bietet.

Das Große Studienhaus des Volkes

Dominant am westlichen Ende des Kim-Il-Sung-Platzes gelegen, ist das Große Studienhaus des Volkes die Nationalbibliothek Nordkoreas und ein zentraler Ort des Lernens. Der 1982 eröffnete Bau ist ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie traditionelle koreanische Architektur mit monumentaler sozialistischer Bauweise verschmolzen wird. Mit seinen sanft geschwungenen, blaugrünen Ziegeldächern und einer Fassade aus hellem Granit erstreckt sich das Gebäude über eine Fläche von 100.000 Quadratmetern und beherbergt eine Sammlung von rund 30 Millionen Büchern. Ein Besuch führt durch die imposante Eingangshalle mit einer großen Statue von Kim Il Sung vor einer steinernen Darstellung des Paektu-Berges. In den verschiedenen Lesesälen sitzen Studenten und Bürger konzentriert über ihren Büchern. Für ausländische Besucher sind besonders die Fremdsprachenabteilung und die Musikräume interessant, in denen man auf Anfrage Kassetten oder Schallplatten mit nordkoreanischer Musik anhören kann. In den Computerräumen erhält man einen Einblick in das nordkoreanische Intranet. Das Personal, meist junge Frauen in traditioneller koreanischer Tracht, erklärt freundlich die Funktionsweise der Bibliothek und das Ausleihsystem. Von den Balkonen des Gebäudes hat man einen hervorragenden Blick über den Kim-Il-Sung-Platz und den Juche-Turm. Das Studienhaus ist ein Symbol für den hohen Stellenwert, der der Bildung im Land offiziell beigemessen wird.
Das Museum des Siegreichen Vaterländischen Befreiungskrieges
Dieses Museum in Pjöngjang ist der nordkoreanischen Darstellung des Koreakrieges (1950 – 1953) gewidmet, der hier als „Vaterländischer Befreiungskrieg“ bezeichnet wird. Der riesige, palastartige Komplex wurde 2013 umfassend renoviert und erweitert. Schon die Eingangshalle ist überwältigend: Eine riesige Statue des jungen Kim Il Sung als oberster Kommandant steht im Zentrum, während an den Wänden heroische Panoramagemälde den Verlauf des Krieges darstellen. Der Rundgang führt durch unzählige Säle, die mit Dioramen, Waffen, Uniformen und persönlichen Gegenständen von Soldaten gefüllt sind. Die Darstellung ist konsequent und ausschließlich aus nordkoreanischer Perspektive: Der Krieg wird als Akt der Verteidigung gegen eine Aggression der USA und ihrer Verbündeten geschildert. Besonders eindrucksvoll sind die 360-Grad-Panoramen, die den Besucher inmitten von nachgestellten Schlachtfeldern platzieren und durch Licht- und Soundeffekte eine intensive Atmosphäre schaffen. Zum Museumsgelände im Freien gehört eine Sammlung von erbeutetem amerikanischem Kriegsgerät, darunter Panzer, Flugzeuge und Hubschrauber. Die Hauptattraktion hier ist die USS Pueblo, ein amerikanisches Spionageschiff, das 1968 von der nordkoreanischen Marine gekapert wurde. Besucher können das Schiff betreten und sich die Einschusslöcher und die originalen Coderäume ansehen. Das Museum bietet einen tiefen Einblick in das historische Narrativ, das für das Selbstverständnis des Landes von zentraler Bedeutung ist.

Der Triumphbogen

Der Triumphbogen in Pjöngjang ist ein weiteres Beispiel für die Vorliebe der Stadt für monumentale Architektur. Er wurde 1982 errichtet, um den 70. Geburtstag von Kim Il Sung zu ehren und an seine Rolle im Widerstand gegen die japanische Besatzung von 1925 bis 1945 zu erinnern. Das Monument steht an dem Ort, an dem Kim Il Sung nach der Befreiung Koreas im Jahr 1945 seine erste öffentliche Rede gehalten haben soll. Mit einer Höhe von 60 Metern und einer Breite von 50 Metern ist er bewusst einige Meter höher als sein berühmtes Vorbild in Paris gestaltet. Der Bogen ist vollständig mit weißen Granitblöcken verkleidet und mit aufwendigen Reliefs verziert, die Szenen aus dem revolutionären Kampf darstellen. Die eingravierten Jahreszahlen „1925“ und „1945“ markieren den Beginn und das Ende des antijapanischen Widerstands aus nordkoreanischer Sicht. In den Bogen eingelassen sind vier reich verzierte Tore, und im Inneren befinden sich Beobachtungsplattformen, zu denen man mit einem Aufzug gelangen kann. Von oben hat man eine gute Aussicht auf das nahegelegene Kim-Il-Sung-Stadion und die umliegenden Stadtviertel. Der Triumphbogen ist ein starkes Symbol des nationalen Narrativs, das den Kampf um Unabhängigkeit und die zentrale Rolle Kim Il Sungs darin zelebriert.
Der Berg Myohyang und die Internationale Freundschaftsausstellung
Etwa 150 Kilometer nördlich von Pjöngjang liegt der Berg Myohyang, eine der landschaftlich schönsten und kulturell bedeutendsten Regionen des Landes. Sein Name bedeutet „Berg der geheimnisvollen Düfte“, was auf die vielen duftenden Bäume und Blumen zurückzuführen ist, die hier wachsen. Der Berg ist ein beliebtes Ziel für Wanderer und Naturliebhaber. Versteckt in einem abgeschiedenen Tal befindet sich hier jedoch die eigentliche Hauptattraktion: die Internationale Freundschaftsausstellung. Dies ist ein gewaltiger, palastartiger Museumskomplex, der teilweise in den Berg hineingebaut wurde und in zwei separaten Gebäuden die Staatsgeschenke aufbewahrt, die Kim Il Sung und Kim Jong Il von ausländischen Staatsoberhäuptern, Politikern und Organisationen erhalten haben. Die Sammlung ist ebenso umfangreich wie kurios. Sie umfasst gepanzerte Limousinen von Stalin, einen Eisenbahnwaggon von Mao Zedong, einen Basketball von Michael Jordan, überreicht von Madeleine Albright, und unzählige Vasen, Teppiche, Elfenbeinschnitzereien und technische Geräte aus aller Welt. Der Rundgang durch die langen, mit Marmor ausgekleideten Korridore vermittelt einen Eindruck von der diplomatischen Geschichte Nordkoreas aus dessen eigener Perspektive. Jedes Geschenk wird als Zeichen der Anerkennung und des Respekts für die Führer interpretiert. Der Kontrast zwischen der abgeschiedenen Naturschönheit des Berges und der opulenten, fast surrealen Ausstellung im Inneren ist bemerkenswert.

Die Stadt Kaesong und das Grab des Königs Kongmin

Kaesong, nur wenige Kilometer nördlich der Demilitarisierten Zone gelegen, ist eine Stadt von großer historischer Bedeutung. Als einzige größere Stadt wurde sie im Koreakrieg nicht zerstört und hat daher viel von ihrem ursprünglichen Charakter bewahrt. Kaesong war über 400 Jahre lang die Hauptstadt der Koryo-Dynastie (918‑1392), einer Epoche, in der Kunst, Kultur und Buddhismus in Korea eine Blütezeit erlebten. Ein Spaziergang durch die Altstadt mit ihren traditionellen, eingeschossigen Häusern und engen Gassen vermittelt einen Eindruck vom alten Korea. Die Hauptattraktion der Region ist das Grabmal des Königs Kongmin, das außerhalb der Stadt liegt. Kongmin war der 31. König der Koryo-Dynastie und seine Grabanlage aus dem 14. Jahrhundert ist eine der besterhaltenen königlichen Gräber in Nordkorea. Die Anlage besteht aus zwei separaten Grabhügeln für den König und seine geliebte mongolische Gemahlin, die von steinernen Statuen von Militär- und Zivilbeamten sowie Tieren bewacht werden. Der Ort ist von einer friedlichen, fast melancholischen Atmosphäre umgeben und bietet einen weiten Blick über die Landschaft. Ein Besuch in Kaesong beinhaltet oft auch den Besuch des Koryo-Museums, das in den Gebäuden der ehemaligen Songgyungwan-Akademie, der höchsten Bildungseinrichtung der Koryo-Zeit, untergebracht ist. Kaesong bietet somit einen faszinierenden Kontrapunkt zum sozialistischen Pjöngjang und öffnet ein Fenster in die reiche, vorrevolutionäre Geschichte der koreanischen Halbinsel.
Reiseangebote
Für Nordkorea bieten wir eine Reihe von Reisezielen an, mit denen ein Reiseplan für die Russländische Föderation erweitert werden kann. Jedwede Kombination von Reisezielen in der Russländischen Föderation mit solchen in Nordkorea wird dabei an Ihre spezifischen Interessen und Vorstellungen angepasst. Alle unsere Reisevorschläge lassen sich als Individualreise alleine oder zu zweit, als Kleingruppenreise oder als Privatreise sowohl mit als auch ohne Reiseführer realisieren.
Auf Nachfrage können alle Fahrstrecken und Pläne für eine Reise in Nordkorea auch ohne ergänzende Reiseziele in der Russländischen Föderation, nur als einzelstehende Reise in Nordkorea angeboten und umgesetzt werden.
Womit können wir Ihnen helfen?
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Russland.Tours ist eine auf Reisen zu außergewöhnlichen, historisch und kulturell bedeutsamen Orten in der Russländischen Föderation sowie von russischen Einflüssen geprägten Kulturräumen spezialisierte Agentur. Wir planen und organisieren seit mehr als 25 Jahren Individual- und Kleingruppenreisen zu Orten abseits von Massentourismus und ausgetretener Pfade. Als Agentur führen wir keine Reisen im eigenen Namen durch, sondern vermitteln an unsere Kunden Reiseveranstalter und Anbieter touristischer Leistungen, welche die von uns auf Basis der individuellen Wünsche unserer Kunden geplanten Reisen als Pauschalreise durchführen oder einzelne Leistungen wie Übernachtungen, Transporte oder Zugänge zu lokalen Sehenswürdigkeiten anbieten.
Gern helfen wir Ihnen auf Basis Ihrer individuellen Interessen und Vorstellungen bei der Planung und Durchführung von Reisen zu ungewöhnlichen Reisezielen oder historisch und kulturell bedeutsamen Orten in der Russländischen Föderation und Nordkorea.
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Ob schriftlich oder telefonisch, wir helfen Ihnen gerne bei der Planung und Erfüllung Ihrer individuellen Reisewünsche weiter. Wir freuen uns auf eine Nachricht von Ihnen!
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