Juche Monument vor dem Juche-Turm in Pjöngjang

Rei­se­land Nordkorea

Die Demo­kra­ti­sche Volks­re­pu­blik Korea („Nord­ko­rea“) ist ein ein­zig­ar­ti­ges und von Tou­ris­ten sel­ten bereis­tes Land in Ost­asi­en, das durch sei­ne Abschot­tungs­po­li­tik, monu­men­ta­le Archi­tek­tur und tief ver­wur­zel­te Ideo­lo­gie welt­wei­tes Inter­es­se weckt. Gele­gen zwi­schen Chi­na, Russ­land und Süd­ko­rea, erstreckt sich das Land von den Ber­gen im Nor­den bis zur Küs­te des Japa­ni­schen Mee­res – eine Regi­on mit wech­sel­vol­ler Geschich­te, kul­tu­rel­lem Erbe und land­schaft­li­cher Vielfalt.

Wer die Russ­län­di­sche Föde­ra­ti­on bereist, kann Nord­ko­rea als außer­ge­wöhn­li­che nächs­te Sta­ti­on in Betracht zie­hen – bei­de Län­der ver­bin­det eine enge poli­ti­sche und his­to­ri­sche Bezie­hung, vor allem im 20. Jahr­hun­dert. Heu­te prä­sen­tiert sich Nord­ko­rea als streng regu­lier­ter Staat mit eige­ner Spra­che, star­ker kul­tu­rel­ler Iden­ti­tät und einem abge­schlos­se­nen Gesell­schafts­mo­dell. Von der monu­men­tal insze­nier­ten Haupt­stadt Pjöng­jang über his­to­ri­sche Orte wie Kae­song bis hin zur land­schaft­li­chen Schön­heit des Myo­hyang-Gebir­ges bie­tet das Land eine Rei­se­er­fah­rung fern­ab des Gewöhn­li­chen – her­aus­for­dernd, ein­drucks­voll und tief geprägt von Geschich­te und Ideologie.

Wir, die Grün­der und Mit­ar­bei­ter von Russ​land​.Tours, ver­ste­hen unser Ange­bot von Rei­sen und tou­ris­ti­schen Dienst­leis­tun­gen als ein Hilfs­mit­tel und einen Zugang für ein grund­le­gen­des sowie bes­se­res Ver­ständ­nis für die Kul­tur, Geschich­te und Poli­tik der Russ­län­di­schen Föde­ra­ti­on. Da die­ses geo­gra­phisch und kul­tu­rell sehr rei­che und viel­fäl­ti­ge Land, unse­rer Mei­nung nach, nicht nur aus der Per­spek­ti­ve eines Mos­kau­er Küchen­fens­ters oder mit­tels einer Lek­tü­re von Wiki­pe­dia-Arti­keln erschlos­sen, erklärt und ver­stan­den wer­den kann, bie­ten wir über die Gren­zen der Russ­län­di­schen Föde­ra­ti­on hin­aus auch Rei­se­plä­ne und tou­ris­ti­sche Dienst­leis­tun­gen für Rei­sen in Nord­ko­rea an.
Mit sol­chen ergän­zen­den Ange­bo­ten für Rei­sen in allen Nach­fol­ge­staa­ten des Russ­län­di­schen Impe­ri­ums, der Sowjet­uni­on sowie deren Nach­bar­län­dern ermög­li­chen wir unse­ren Kun­den, die über Staats­gren­zen hin­aus mit­ein­an­der ver­wo­be­nen Kul­tu­ren und deren Räu­me als sol­che zu erfah­ren und über admi­nis­tra­ti­ve Gren­zen gegen­wär­ti­ger Natio­nal­staa­ten hin­aus für sich zu ent­de­cken.
Vor die­sem Hin­ter­grund schla­gen wir an die­ser Stel­le, als Ergän­zung zu einer Rei­se inner­halb der Russ­län­di­schen Föde­ra­ti­on, eine Rei­he von Rei­se­zie­len in Nord­ko­rea vor, um wel­che ein Rei­se­plan für die Russ­län­di­sche Föde­ra­ti­on optio­nal erwei­tert wer­den kann.
Denn wir sind der Mei­nung, dass man Län­der, Sit­ten und Gebräu­che vor Ort erfah­ren muss, um sie begrei­fen und ver­ste­hen zu kön­nen. Aus unse­rer Sicht hilft eine Rei­se durch Nord­ko­rea, um wich­ti­ge Aspek­te der Kul­tur, Geschich­te und Poli­tik der Russ­län­di­schen Föde­ra­ti­on zu ver­ste­hen, da bei­de Län­der his­to­risch und kul­tu­rell in vie­len Punk­ten eng mit­ein­an­der ver­bun­den sind.

Eine Rei­se in die Demo­kra­ti­sche Volks­re­pu­blik Korea ist ohne Zwei­fel eine der außer­ge­wöhn­lichs­ten Unter­neh­mun­gen, die man als Rei­sen­der heu­te noch machen kann. Es ist kei­ne Rei­se im her­kömm­li­chen Sin­ne, son­dern viel­mehr das Betre­ten einer Welt, die nach gänz­lich eige­nen Regeln und in einem eige­nen Rhyth­mus exis­tiert. Abseits der glo­ba­li­sier­ten Strö­me hat sich hier eine Gesell­schaft geformt, deren Ästhe­tik, sozia­le Ord­nung und all­täg­li­ches Leben für den west­li­chen Besu­cher eine Quel­le stän­di­gen Stau­nens sind. Man reist nicht nach Nord­ko­rea, um sich zu erho­len, son­dern um zu beob­ach­ten, zu ler­nen und Ein­bli­cke in ein Sys­tem zu erhal­ten, das man sonst nur aus den Medi­en kennt. Eine sol­che Rei­se erfor­dert Offen­heit, Neu­gier und die Bereit­schaft, die eige­nen Vor­stel­lun­gen hin­ter sich zu las­sen. Wer sich dar­auf ein­lässt, wird mit Ein­drü­cken belohnt, die tief und nach­hal­tig sind und die eige­ne Per­spek­ti­ve auf die Welt ver­än­dern können.

Eine Zeit­rei­se in eine alter­na­ti­ve Gegenwart

Juche Monument vor dem Juche-Turm in Pjöngjang

Ein Besuch in Nord­ko­rea gleicht in vie­ler­lei Hin­sicht einer Rei­se in eine ande­re Zeit oder eine par­al­le­le Rea­li­tät. Sobald man die Gren­ze über­quert, ent­flieht man der ver­trau­ten Welt der glo­ba­len Mar­ken, der all­ge­gen­wär­ti­gen Wer­bung und des digi­ta­len Rau­schens. Die Städ­te und Dör­fer prä­sen­tie­ren ein visu­el­les Bild, das in sei­ner kon­se­quen­ten Anders­ar­tig­keit fas­zi­niert. Anstel­le von Leucht­re­kla­men schmü­cken Por­träts der Füh­rer Kim Il Sung und Kim Jong Il die Fas­sa­den, und gro­ße, hand­ge­mal­te Pro­pa­gan­da­pla­ka­te prei­sen die Errun­gen­schaf­ten des Sozia­lis­mus. Der Ver­kehr fließt gemäch­li­cher, die Men­schen sind oft in ein­heit­li­che­ren Far­ben geklei­det, und das Feh­len von west­li­cher Pop­kul­tur schafft eine Atmo­sphä­re, die an frü­he­re Jahr­zehn­te in Euro­pa erin­nern mag, aber doch eine ganz eige­ne nord­ko­rea­ni­sche Prä­gung hat. Die­se visu­el­le und akus­ti­sche Ruhe, die­ser „digi­ta­le Detox“, zwingt den Besu­cher, sich voll und ganz auf die unmit­tel­ba­re Umge­bung und die geführ­ten Erleb­nis­se zu kon­zen­trie­ren. Man wird zum auf­merk­sa­men Beob­ach­ter einer Gesell­schaft, die sich bewusst vom Rest der Welt abgrenzt und ihre eige­ne Ver­si­on der Moder­ne ent­wi­ckelt hat.

Pjöng­jang: Eine Haupt­stadt der sozia­lis­ti­schen Monumentalität

Pjöng­jang ist kei­ne Stadt wie jede ande­re; sie ist die gebau­te Mani­fes­ta­ti­on einer poli­ti­schen Idee. Nach der fast voll­stän­di­gen Zer­stö­rung im Korea­krieg wur­de die Haupt­stadt nach den Plä­nen Kim Il Sungs als sozia­lis­ti­sche Mus­ter­stadt wie­der­auf­ge­baut. Das Ergeb­nis ist ein urba­nes Gesamt­kunst­werk von beein­dru­cken­der Monu­men­ta­li­tät und Sym­me­trie. Brei­te, von Bäu­men gesäum­te Bou­le­vards füh­ren zu rie­si­gen Plät­zen, die für gigan­ti­sche Mili­tär­pa­ra­den kon­zi­piert sind. Das Stadt­bild wird von Bau­ten domi­niert, die in ihrer schie­ren Grö­ße und sym­bo­li­schen Auf­la­dung über­wäl­ti­gend wir­ken: der Juche-Turm, der Tri­umph­bo­gen, das Gro­ße Stu­di­en­haus des Vol­kes und das unvoll­ende­te, pyra­mi­den­för­mi­ge Ryu­gyong-Hotel. Die Archi­tek­tur ist funk­tio­nal und zugleich reprä­sen­ta­tiv, oft mit Mar­mor ver­klei­det und mit Mosai­ken ver­ziert, die revo­lu­tio­nä­re Sze­nen dar­stel­len. Dazwi­schen fin­den sich pas­tell­far­be­ne Wohn­blö­cke, die in geo­me­tri­scher Prä­zi­si­on ange­ord­net sind. Ein Spa­zier­gang oder eine Fahrt durch Pjöng­jang ist wie eine Lek­ti­on in poli­ti­scher Iko­no­gra­fie. Die Stadt ist die Büh­ne, auf der die Stär­ke und Ein­heit des Lan­des insze­niert wird, und bie­tet dem Besu­cher einen unver­gleich­li­chen Ein­blick in das ästhe­ti­sche und ideo­lo­gi­sche Selbst­ver­ständ­nis Nordkoreas.

Juche Monument vor dem Juche-Turm in Pjöngjang

Die Mas­sen­spie­le: Ein Spek­ta­kel kol­lek­ti­ver Kunstfertigkeit

Juche Monument vor dem Juche-Turm in Pjöngjang

Wenn die Bedin­gun­gen es zulas­sen und die Ver­an­stal­tung statt­fin­det, sind die Mas­sen­spie­le – oft unter dem Titel „Ari­rang“ oder ähn­li­chen Namen bekannt – zwei­fel­los einer der Höhe­punk­te einer jeden Nord­ko­rea-Rei­se. In dem größ­ten Sta­di­on der Welt, dem Sta­di­on Ers­ter Mai, ent­fal­tet sich ein Spek­ta­kel, das in sei­ner Dimen­si­on und Per­fek­ti­on welt­weit sei­nes­glei­chen sucht. Zehn­tau­sen­de Tur­ner, Tän­zer und Akro­ba­ten füh­ren in abso­lu­ter Syn­chro­ni­zi­tät kom­ple­xe Cho­reo­gra­fien auf, die Geschich­ten aus der Revo­lu­ti­on, der Mytho­lo­gie und dem Auf­bau des Lan­des erzäh­len. Der viel­leicht beein­dru­ckends­te Teil der Vor­füh­rung fin­det auf der gegen­über­lie­gen­den Tri­bü­ne statt: Dort bil­den bis zu 20.000 Schü­ler mit far­bi­gen Tafeln ein gigan­ti­sches, leben­di­ges Mosa­ik. In sekun­den­schnel­le wech­seln sie die Bil­der und schaf­fen so einen „mensch­li­chen Pixel-Bild­schirm“, der als Hin­ter­grund für die Dar­bie­tun­gen im Sta­di­on dient. Die schie­re Mas­se an per­fekt koor­di­nier­ten Teil­neh­mern, die opu­len­ten Kos­tü­me und die mit­rei­ßen­de Musik erzeu­gen eine emo­tio­na­le Wucht, der man sich kaum ent­zie­hen kann. Es ist eine Demons­tra­ti­on kol­lek­ti­ver Dis­zi­plin und künst­le­ri­scher Leis­tung, die den Betrach­ter stau­nend zurücklässt.

Die Demi­li­ta­ri­sier­te Zone: Ein Blick ins Herz des Konflikts

Ein Besuch der Demi­li­ta­ri­sier­ten Zone (DMZ) an der Gren­ze zu Süd­ko­rea ist ein tief beein­dru­cken­des und beklem­men­des Erleb­nis. Hier, in dem klei­nen Ort Pan­mun­jom, steht man an einer der am stärks­ten bewach­ten Gren­zen der Welt, dem letz­ten ver­blie­be­nen Relikt des Kal­ten Krie­ges. Die Anfahrt von Pjöng­jang führt durch eine zuneh­mend kar­ge Land­schaft, gesäumt von Pan­zer­sper­ren und mili­tä­ri­schen Kon­troll­punk­ten. In Pan­mun­jom selbst wird man von einem Offi­zier der Korea­ni­schen Volks­ar­mee in Emp­fang genom­men, der die Geschich­te des Ortes aus nord­ko­rea­ni­scher Per­spek­ti­ve erläu­tert. Das Herz­stück des Besuchs sind die berühm­ten blau­en Bara­cken des Gemein­sa­men Sicher­heits­be­reichs. In einer die­ser Bara­cken, direkt auf der Demar­ka­ti­ons­li­nie, fan­den die Waf­fen­still­stands­ver­hand­lun­gen statt. Als Besu­cher kann man den Ver­hand­lungs­tisch umrun­den und für einen kur­zen, sur­rea­len Moment buch­stäb­lich auf süd­ko­rea­ni­schem Ter­ri­to­ri­um ste­hen. Der direk­te Blick auf die süd­ko­rea­ni­schen und ame­ri­ka­ni­schen Sol­da­ten auf der ande­ren Sei­te, nur weni­ge Meter ent­fernt, macht die ange­spann­te Rea­li­tät des unge­lös­ten Kon­flikts auf eine Wei­se greif­bar, wie es kei­ne Nach­rich­ten­sen­dung ver­mag. Der Besuch hin­ter­lässt ein nach­hal­ti­ges Gefühl für die Zer­brech­lich­keit des Frie­dens und die mensch­li­che Dimen­si­on der Tei­lung Koreas.

Juche Monument vor dem Juche-Turm in Pjöngjang

Die Begeg­nung mit der Juche-Ideologie

Juche Monument vor dem Juche-Turm in Pjöngjang

Um Nord­ko­rea zu ver­ste­hen, ist es uner­läss­lich, sich mit der Staats­ideo­lo­gie des Juche (gespro­chen: Dschut­sche) aus­ein­an­der­zu­set­zen. Die­se von Kim Il Sung ent­wi­ckel­te Phi­lo­so­phie durch­dringt alle Aspek­te des Lebens und wird dem Besu­cher auf Schritt und Tritt begeg­nen. Juche lässt sich grob mit „Aut­ar­kie“ oder „Sou­ve­rä­ni­tät“ über­set­zen und pos­tu­liert, dass der Mensch der Herr über alles ist und über sein eige­nes Schick­sal ent­schei­det. Für Nord­ko­rea bedeu­tet dies das Stre­ben nach poli­ti­scher Unab­hän­gig­keit, wirt­schaft­li­cher Selbst­ver­sor­gung und mili­tä­ri­scher Eigen­stän­dig­keit. Die­ses Kon­zept erklärt die Monu­men­te wie den Juche-Turm in Pjöng­jang, der die­se Idee sym­bo­li­siert. Es erklärt den Fokus auf natio­na­le Pro­duk­ti­on und die all­ge­gen­wär­ti­gen Dar­stel­lun­gen von flei­ßi­gen Arbei­tern, Bau­ern und Sol­da­ten. Wäh­rend der Rei­se wer­den die loka­len Füh­rer immer wie­der auf die Prin­zi­pi­en der Juche-Ideo­lo­gie ver­wei­sen, um die Poli­tik und die Errun­gen­schaf­ten des Lan­des zu erklä­ren. Für den Rei­sen­den bie­tet dies eine sel­te­ne Gele­gen­heit, nicht nur die äuße­ren Erschei­nun­gen einer Gesell­schaft zu sehen, son­dern auch einen Ein­blick in das ideo­lo­gi­sche Fun­da­ment zu erhal­ten, das ihr zugrun­de liegt. Es ist eine intel­lek­tu­el­le Aus­ein­an­der­set­zung, die den Blick für die inne­re Logik des Sys­tems schärft.

Unbe­rühr­te Natur: Die Land­schaft der Diamantberge

Abseits der poli­ti­schen Insze­nie­run­gen in der Haupt­stadt offen­bart Nord­ko­rea auch eine Sei­te von gro­ßer land­schaft­li­cher Schön­heit. Das Kum­gangs­an-Gebir­ge, auch Dia­mant­ber­ge genannt, nahe der Ost­küs­te ist ein her­aus­ra­gen­des Bei­spiel dafür. Die­se Regi­on ist bekannt für ihre dra­ma­ti­schen Gra­nit­gip­fel, die von Wind und Wet­ter zu bizar­ren For­ma­tio­nen geschlif­fen wur­den, für ihre tie­fen, bewal­de­ten Täler, kris­tall­kla­ren Bäche und tosen­den Was­ser­fäl­le. Wan­de­run­gen auf gut aus­ge­bau­ten Wegen füh­ren zu male­ri­schen Aus­sichts­punk­ten und ver­steck­ten Gum­pen, in denen man im Som­mer baden kann. Die Natur ist hier weit­ge­hend unbe­rührt und bie­tet eine will­kom­me­ne Abwechs­lung zur stren­gen Geo­me­trie der Städ­te. Die Land­schaft ist seit Jahr­hun­der­ten eine Quel­le der Inspi­ra­ti­on für korea­ni­sche Dich­ter und Maler. Ein wei­te­res Natur­ju­wel ist der Berg Myo­hyang im Wes­ten des Lan­des, des­sen Name „Berg der geheim­nis­vol­len Düf­te“ bedeu­tet. Auch er ist ein belieb­tes Wan­der­ge­biet und beher­bergt bedeu­ten­de kul­tu­rel­le Stät­ten. Eine Rei­se in die­se Natur­re­gio­nen ermög­licht es, eine ande­re, ruhi­ge­re Facet­te des Lan­des ken­nen­zu­ler­nen und zu ver­ste­hen, war­um die Korea­ner auf bei­den Sei­ten der Gren­ze eine so tie­fe Ver­bin­dung zu ihrer natür­li­chen Umge­bung pflegen.

Juche Monument vor dem Juche-Turm in Pjöngjang

Das voll­stän­dig geführ­te Reiseerlebnis

Juche Monument vor dem Juche-Turm in Pjöngjang

Eine Rei­se nach Nord­ko­rea ist in ihrer Struk­tur ein­zig­ar­tig und unter­schei­det sich grund­le­gend von Indi­vi­du­al­rei­sen in ande­re Län­der. Von der Ankunft bis zur Abrei­se wird man von min­des­tens zwei staat­li­chen Rei­se­lei­tern beglei­tet, die nicht nur als Über­set­zer und Orga­ni­sa­to­ren fun­gie­ren, son­dern auch den Rah­men des Erleb­ba­ren vor­ge­ben. Spon­ta­ne Erkun­dun­gen auf eige­ne Faust sind nicht mög­lich; das Pro­gramm ist fest geplant und wird kon­se­quent ein­ge­hal­ten. Die­se Struk­tur mag für man­che Rei­sen­de zunächst ein­schrän­kend wir­ken, doch sie ist selbst ein zen­tra­ler Bestand­teil der Erfah­rung. Sie ermög­licht eine inten­si­ve Aus­ein­an­der­set­zung mit der offi­zi­el­len Erzäh­lung des Lan­des, da die Rei­se­lei­ter uner­müd­lich die Geschich­te, Kul­tur und Poli­tik aus nord­ko­rea­ni­scher Sicht erklä­ren. Dies führt zu lan­gen, oft fas­zi­nie­ren­den Gesprä­chen und bie­tet einen direk­ten Ein­blick in die Denk­wei­se, die das Sys­tem prägt. Man wird zum Teil einer sorg­fäl­tig kura­tier­ten Insze­nie­rung, was eine beson­de­re Form der Auf­merk­sam­keit erfor­dert. Man lernt, genau hin­zu­se­hen, Zwi­schen­tö­ne wahr­zu­neh­men und das Gese­he­ne im Kon­text des Gehör­ten zu reflek­tie­ren. Die­se geführ­te Rei­se­form ist somit kei­ne Ein­schrän­kung, son­dern eine Metho­de, die den Zugang zur nord­ko­rea­ni­schen Rea­li­tät auf ihre ganz eige­ne Wei­se ermöglicht.

Sehens­wür­dig­kei­ten in der Demo­kra­ti­schen Volks­re­pu­blik Korea / Korea­ni­schen Demo­kra­ti­schen Volks­re­pu­blik (DVRK / KDVR)

Der Kum­su­s­an-Palast der Sonne

Der Kum­su­s­an-Palast der Son­ne in Pjöng­jang ist der wohl bedeut­sams­te und fei­er­lichs­te Ort in ganz Nord­ko­rea. Ursprüng­lich der offi­zi­el­le Amts­sitz von Staats­grün­der Kim Il Sung, wur­de er nach des­sen Tod im Jahr 1994 in ein Mau­so­le­um umge­wan­delt, in dem sein ein­bal­sa­mier­ter Kör­per auf­ge­bahrt ist. Seit dem Tod sei­nes Soh­nes Kim Jong Il im Jahr 2011 ruht auch die­ser hier in einem sepa­ra­ten Saal. Ein Besuch des Mau­so­le­ums unter­liegt einem stren­gen Pro­to­koll und erfor­dert for­mel­le Klei­dung. Besu­cher wer­den auf lan­gen, sich bewe­gen­den Lauf­bän­dern durch schein­bar end­lo­se, mit Mar­mor aus­ge­klei­de­te Kor­ri­do­re geführt. Die Atmo­sphä­re ist von äußers­ter Ehr­erbie­tung geprägt. In den eigent­li­chen Grab­kam­mern, die in ein tief­ro­tes Licht getaucht sind, schrei­ten die Besu­cher in klei­nen Grup­pen an den glä­ser­nen Sar­ko­pha­gen vor­bei und ver­nei­gen sich an drei Sei­ten als Zei­chen des Respekts. Angren­zend an die Mau­so­leen befin­den sich weit­läu­fi­ge Hal­len, in denen unzäh­li­ge Orden, Medail­len und Ehren­dok­tor­wür­den aus­ge­stellt sind, die den Füh­rern von Staa­ten und Orga­ni­sa­tio­nen aus aller Welt ver­lie­hen wur­den. Eben­so wer­den per­sön­li­che Gegen­stän­de wie die Eisen­bahn­wag­gons, in denen die Füh­rer reis­ten, oder ihre Autos gezeigt. Ein Besuch des Kum­su­s­an-Palas­tes ist kei­ne gewöhn­li­che Besich­ti­gung, son­dern ein tief­grei­fen­der Ein­blick in den Per­so­nen­kult, der das Fun­da­ment des nord­ko­rea­ni­schen Staa­tes bildet.

Juche Monument vor dem Juche-Turm in Pjöngjang

Der Man­su­dae-Groß­mo­nu­ment-Kom­plex

Juche Monument vor dem Juche-Turm in Pjöngjang

Das Man­su­dae-Groß­mo­nu­ment auf einem Hügel im Zen­trum Pjöng­jangs ist die iko­nischs­te Dar­stel­lung des Füh­rer­kults in Nord­ko­rea. Den Mit­tel­punkt der Anla­ge bil­den zwei gewal­ti­ge, rund 22 Meter hohe Bron­ze­sta­tu­en, die den „Ewi­gen Prä­si­den­ten“ Kim Il Sung und den „Ewi­gen Gene­ra­len“ Kim Jong Il dar­stel­len. Kim Il Sung ist mit aus­ge­streck­tem Arm dar­ge­stellt, der in eine lich­te Zukunft weist, wäh­rend Kim Jong Il leicht hin­ter ihm steht. Der Besuch des Monu­ments folgt einem fes­ten Ritu­al: Jede Besu­cher­grup­pe, ob aus dem In- oder Aus­land, wird erwar­tet, Blu­men am Fuße der Sta­tu­en nie­der­zu­le­gen und sich gemein­sam in einer Rei­he auf­zu­stel­len, um sich ehr­erbie­tig zu ver­nei­gen. Das Foto­gra­fie­ren der Sta­tu­en unter­liegt eben­falls stren­gen Regeln; sie müs­sen immer voll­stän­dig und von vor­ne abge­bil­det wer­den. Flan­kiert wer­den die zen­tra­len Figu­ren von zwei rie­si­gen Skulp­tu­ren­grup­pen aus Bron­ze, die zusam­men eine Län­ge von etwa 200 Metern haben. Die­se stel­len in dra­ma­ti­schen Posen den revo­lu­tio­nä­ren Kampf gegen die japa­ni­sche Besat­zung und den Auf­bau des Sozia­lis­mus dar. Sol­da­ten, Arbei­ter, Bau­ern und Intel­lek­tu­el­le bli­cken ent­schlos­sen in die Zukunft. Im Hin­ter­grund der Anla­ge befin­det sich die Fas­sa­de des Korea­ni­schen Revo­lu­ti­ons­mu­se­ums, die mit einem gewal­ti­gen Mosa­ik des Paek­tu-Ber­ges, des hei­li­gen Ber­ges der Revo­lu­ti­on, geschmückt ist.

Der Juche-Turm

Am öst­li­chen Ufer des Taedong-Flus­ses, exakt gegen­über dem Kim-Il-Sung-Platz, erhebt sich der Juche-Turm, ein 170 Meter hohes Monu­ment, das der Staats­ideo­lo­gie gewid­met ist. Der Turm, der 1982 zum 70. Geburts­tag von Kim Il Sung ein­ge­weiht wur­de, ist eine schlan­ke, sich nach oben ver­jün­gen­de Ste­le aus wei­ßem Gra­nit, zusam­men­ge­setzt aus 25.550 Blö­cken – einer für jeden Tag im Leben des Prä­si­den­ten bis zu die­sem Zeit­punkt. Gekrönt wird der Turm von einer 20 Meter hohen, rot leuch­ten­den Fackel aus Glas, die auch nachts weit­hin sicht­bar ist und die unsterb­li­che Flam­me der Juche-Idee sym­bo­li­sie­ren soll. Am Fuße des Turms befin­det sich eine beein­dru­cken­de Bron­ze­skulp­tur, die drei Figu­ren dar­stellt: einen Arbei­ter mit einem Ham­mer, eine Bäue­rin mit einer Sichel und einen Intel­lek­tu­el­len mit einem Pin­sel. Gemein­sam hal­ten sie das Emblem der Par­tei der Arbeit Kore­as in die Höhe. Besu­cher kön­nen mit einem Auf­zug zur Aus­sichts­platt­form direkt unter­halb der Fackel fah­ren. Von dort oben bie­tet sich ein umfas­sen­der Pan­ora­ma­blick über ganz Pjöng­jang. Man erkennt die sym­me­tri­sche Anla­ge der Stadt, die brei­ten Ach­sen, die monu­men­ta­len Bau­ten und die grü­nen Park­an­la­gen. Der Juche-Turm ist somit nicht nur ein ideo­lo­gi­sches Sym­bol, son­dern auch der bes­te Ort, um die ein­zig­ar­ti­ge urba­ne Visi­on Pjöng­jangs in ihrer Gesamt­heit zu erfassen.

Juche Monument vor dem Juche-Turm in Pjöngjang

Der Kim-Il-Sung-Platz

Juche Monument vor dem Juche-Turm in Pjöngjang

Der Kim-Il-Sung-Platz im Her­zen von Pjöng­jang ist das zere­mo­ni­el­le Zen­trum der Nati­on. Mit einer Flä­che von 75.000 Qua­drat­me­tern gehört er zu den größ­ten öffent­li­chen Plät­zen der Welt. Er ist der Schau­platz der beein­dru­cken­den Mili­tär­pa­ra­den und Mas­sen­auf­mär­sche, deren Bil­der regel­mä­ßig um die Welt gehen. Die Gestal­tung des Plat­zes ist ganz auf die­se Funk­ti­on aus­ge­rich­tet: Der Boden ist mit Gra­nit­plat­ten aus­ge­legt, und wei­ße Mar­kie­run­gen hel­fen den Teil­neh­mern der Para­den, ihre Posi­tio­nen exakt ein­zu­neh­men. An der West­sei­te wird der Platz vom Gro­ßen Stu­di­en­haus des Vol­kes domi­niert, der Natio­nal­bi­blio­thek, die in tra­di­tio­nel­lem korea­ni­schen Stil mit geschwun­ge­nen grü­nen Dächern errich­tet wur­de. An den Längs­sei­ten befin­den sich Minis­te­ri­en und das His­to­ri­sche Muse­um. Die Ost­sei­te öff­net sich zum Taedong-Fluss mit Blick auf den Juche-Turm am gegen­über­lie­gen­den Ufer. Auf den Fas­sa­den der umlie­gen­den Gebäu­de pran­gen rie­si­ge Por­träts von Karl Marx und Lenin, die nur zu beson­de­ren Anläs­sen durch die der korea­ni­schen Füh­rer ergänzt wer­den. Für den Besu­cher ist der Platz oft men­schen­leer und von einer fast erha­be­nen Stil­le erfüllt. Doch man kann sich die Atmo­sphä­re wäh­rend einer Para­de leb­haft vor­stel­len: Tau­sen­de von Sol­da­ten im Stech­schritt, rol­len­de Pan­zer und die jubeln­de Men­ge auf den Tri­bü­nen. Ein Spa­zier­gang über die­sen rie­si­gen Platz ver­mit­telt ein Gefühl für den Maß­stab, in dem in Nord­ko­rea gedacht und insze­niert wird.

Die Pjöng­jan­ger Metro

Die Metro von Pjöng­jang ist weit mehr als nur ein öffent­li­ches Ver­kehrs­mit­tel; sie ist ein unter­ir­di­scher Palast und eine der beson­de­ren Attrak­tio­nen der Stadt. Mit einer Tie­fe von über 100 Metern gehört sie zu den tiefs­ten U‑Bahn-Sys­te­men der Welt und wur­de so kon­zi­piert, dass sie im Kriegs­fall auch als Atom­bun­ker die­nen kann. Die Fahrt auf den lan­gen, stei­len Roll­trep­pen hin­un­ter in die Tie­fe, beglei­tet von patrio­ti­scher Marsch­mu­sik aus alten Laut­spre­chern, ist bereits ein Erleb­nis für sich. Unten ange­kom­men, offen­ba­ren die Sta­tio­nen eine Pracht, die man in einem U‑Bahnhof nicht erwar­ten wür­de. Jede Sta­ti­on ist indi­vi­du­ell und the­ma­tisch gestal­tet. Man fin­det rie­si­ge Kron­leuch­ter aus Kris­tall­glas, mas­si­ve Mar­mor­säu­len und auf­wen­di­ge Mosa­ik­wän­de, die Sze­nen aus der Revo­lu­ti­on, dem Auf­bau des Lan­des oder die Schön­heit der korea­ni­schen Land­schaft dar­stel­len. Die Namen der Sta­tio­nen sind nicht geo­gra­fisch, son­dern ideo­lo­gisch, wie zum Bei­spiel „Kame­rad­schaft“, „Roter Stern“ oder „Wie­der­ver­ei­ni­gung“. Die Wag­gons, die auf den bei­den Lini­en ver­keh­ren, sind teil­wei­se älte­re Model­le, die aus Deutsch­land impor­tiert und mit Por­träts von Kim Il Sung und Kim Jong Il aus­ge­stat­tet wur­den. Tou­ris­ten wird in der Regel eine Fahrt über eini­ge weni­ge, beson­ders präch­ti­ge Sta­tio­nen ermög­licht, was einen fas­zi­nie­ren­den Ein­blick in die Ver­bin­dung von Funk­tio­na­li­tät, Kunst und Pro­pa­gan­da im nord­ko­rea­ni­schen All­tag bietet.

Juche Monument vor dem Juche-Turm in Pjöngjang

Das Gro­ße Stu­di­en­haus des Volkes

Juche Monument vor dem Juche-Turm in Pjöngjang

Domi­nant am west­li­chen Ende des Kim-Il-Sung-Plat­zes gele­gen, ist das Gro­ße Stu­di­en­haus des Vol­kes die Natio­nal­bi­blio­thek Nord­ko­re­as und ein zen­tra­ler Ort des Ler­nens. Der 1982 eröff­ne­te Bau ist ein beein­dru­cken­des Bei­spiel dafür, wie tra­di­tio­nel­le korea­ni­sche Archi­tek­tur mit monu­men­ta­ler sozia­lis­ti­scher Bau­wei­se ver­schmol­zen wird. Mit sei­nen sanft geschwun­ge­nen, blau­grü­nen Zie­gel­dä­chern und einer Fas­sa­de aus hel­lem Gra­nit erstreckt sich das Gebäu­de über eine Flä­che von 100.000 Qua­drat­me­tern und beher­bergt eine Samm­lung von rund 30 Mil­lio­nen Büchern. Ein Besuch führt durch die impo­san­te Ein­gangs­hal­le mit einer gro­ßen Sta­tue von Kim Il Sung vor einer stei­ner­nen Dar­stel­lung des Paek­tu-Ber­ges. In den ver­schie­de­nen Lese­sä­len sit­zen Stu­den­ten und Bür­ger kon­zen­triert über ihren Büchern. Für aus­län­di­sche Besu­cher sind beson­ders die Fremd­spra­chen­ab­tei­lung und die Musik­räu­me inter­es­sant, in denen man auf Anfra­ge Kas­set­ten oder Schall­plat­ten mit nord­ko­rea­ni­scher Musik anhö­ren kann. In den Com­pu­ter­räu­men erhält man einen Ein­blick in das nord­ko­rea­ni­sche Intra­net. Das Per­so­nal, meist jun­ge Frau­en in tra­di­tio­nel­ler korea­ni­scher Tracht, erklärt freund­lich die Funk­ti­ons­wei­se der Biblio­thek und das Aus­leih­sys­tem. Von den Bal­ko­nen des Gebäu­des hat man einen her­vor­ra­gen­den Blick über den Kim-Il-Sung-Platz und den Juche-Turm. Das Stu­di­en­haus ist ein Sym­bol für den hohen Stel­len­wert, der der Bil­dung im Land offi­zi­ell bei­gemes­sen wird.

Das Muse­um des Sieg­rei­chen Vater­län­di­schen Befreiungskrieges

Die­ses Muse­um in Pjöng­jang ist der nord­ko­rea­ni­schen Dar­stel­lung des Korea­krie­ges (1950 – 1953) gewid­met, der hier als „Vater­län­di­scher Befrei­ungs­krieg“ bezeich­net wird. Der rie­si­ge, palast­ar­ti­ge Kom­plex wur­de 2013 umfas­send reno­viert und erwei­tert. Schon die Ein­gangs­hal­le ist über­wäl­ti­gend: Eine rie­si­ge Sta­tue des jun­gen Kim Il Sung als obers­ter Kom­man­dant steht im Zen­trum, wäh­rend an den Wän­den heroi­sche Pan­ora­ma­ge­mäl­de den Ver­lauf des Krie­ges dar­stel­len. Der Rund­gang führt durch unzäh­li­ge Säle, die mit Diora­men, Waf­fen, Uni­for­men und per­sön­li­chen Gegen­stän­den von Sol­da­ten gefüllt sind. Die Dar­stel­lung ist kon­se­quent und aus­schließ­lich aus nord­ko­rea­ni­scher Per­spek­ti­ve: Der Krieg wird als Akt der Ver­tei­di­gung gegen eine Aggres­si­on der USA und ihrer Ver­bün­de­ten geschil­dert. Beson­ders ein­drucks­voll sind die 360-Grad-Pan­ora­men, die den Besu­cher inmit­ten von nach­ge­stell­ten Schlacht­fel­dern plat­zie­ren und durch Licht- und Sound­ef­fek­te eine inten­si­ve Atmo­sphä­re schaf­fen. Zum Muse­ums­ge­län­de im Frei­en gehört eine Samm­lung von erbeu­te­tem ame­ri­ka­ni­schem Kriegs­ge­rät, dar­un­ter Pan­zer, Flug­zeu­ge und Hub­schrau­ber. Die Haupt­at­trak­ti­on hier ist die USS Pue­blo, ein ame­ri­ka­ni­sches Spio­na­ge­schiff, das 1968 von der nord­ko­rea­ni­schen Mari­ne geka­pert wur­de. Besu­cher kön­nen das Schiff betre­ten und sich die Ein­schuss­lö­cher und die ori­gi­na­len Code­räu­me anse­hen. Das Muse­um bie­tet einen tie­fen Ein­blick in das his­to­ri­sche Nar­ra­tiv, das für das Selbst­ver­ständ­nis des Lan­des von zen­tra­ler Bedeu­tung ist.

Juche Monument vor dem Juche-Turm in Pjöngjang

Der Tri­umph­bo­gen

Juche Monument vor dem Juche-Turm in Pjöngjang

Der Tri­umph­bo­gen in Pjöng­jang ist ein wei­te­res Bei­spiel für die Vor­lie­be der Stadt für monu­men­ta­le Archi­tek­tur. Er wur­de 1982 errich­tet, um den 70. Geburts­tag von Kim Il Sung zu ehren und an sei­ne Rol­le im Wider­stand gegen die japa­ni­sche Besat­zung von 1925 bis 1945 zu erin­nern. Das Monu­ment steht an dem Ort, an dem Kim Il Sung nach der Befrei­ung Kore­as im Jahr 1945 sei­ne ers­te öffent­li­che Rede gehal­ten haben soll. Mit einer Höhe von 60 Metern und einer Brei­te von 50 Metern ist er bewusst eini­ge Meter höher als sein berühm­tes Vor­bild in Paris gestal­tet. Der Bogen ist voll­stän­dig mit wei­ßen Gra­nit­blö­cken ver­klei­det und mit auf­wen­di­gen Reli­efs ver­ziert, die Sze­nen aus dem revo­lu­tio­nä­ren Kampf dar­stel­len. Die ein­gra­vier­ten Jah­res­zah­len „1925“ und „1945“ mar­kie­ren den Beginn und das Ende des anti­ja­pa­ni­schen Wider­stands aus nord­ko­rea­ni­scher Sicht. In den Bogen ein­ge­las­sen sind vier reich ver­zier­te Tore, und im Inne­ren befin­den sich Beob­ach­tungs­platt­for­men, zu denen man mit einem Auf­zug gelan­gen kann. Von oben hat man eine gute Aus­sicht auf das nahe­ge­le­ge­ne Kim-Il-Sung-Sta­di­on und die umlie­gen­den Stadt­vier­tel. Der Tri­umph­bo­gen ist ein star­kes Sym­bol des natio­na­len Nar­ra­tivs, das den Kampf um Unab­hän­gig­keit und die zen­tra­le Rol­le Kim Il Sungs dar­in zelebriert.

Der Berg Myo­hyang und die Inter­na­tio­na­le Freundschaftsausstellung

Etwa 150 Kilo­me­ter nörd­lich von Pjöng­jang liegt der Berg Myo­hyang, eine der land­schaft­lich schöns­ten und kul­tu­rell bedeu­tends­ten Regio­nen des Lan­des. Sein Name bedeu­tet „Berg der geheim­nis­vol­len Düf­te“, was auf die vie­len duf­ten­den Bäu­me und Blu­men zurück­zu­füh­ren ist, die hier wach­sen. Der Berg ist ein belieb­tes Ziel für Wan­de­rer und Natur­lieb­ha­ber. Ver­steckt in einem abge­schie­de­nen Tal befin­det sich hier jedoch die eigent­li­che Haupt­at­trak­ti­on: die Inter­na­tio­na­le Freund­schafts­aus­stel­lung. Dies ist ein gewal­ti­ger, palast­ar­ti­ger Muse­ums­kom­plex, der teil­wei­se in den Berg hin­ein­ge­baut wur­de und in zwei sepa­ra­ten Gebäu­den die Staats­ge­schen­ke auf­be­wahrt, die Kim Il Sung und Kim Jong Il von aus­län­di­schen Staats­ober­häup­tern, Poli­ti­kern und Orga­ni­sa­tio­nen erhal­ten haben. Die Samm­lung ist eben­so umfang­reich wie kuri­os. Sie umfasst gepan­zer­te Limou­si­nen von Sta­lin, einen Eisen­bahn­wag­gon von Mao Zedong, einen Bas­ket­ball von Micha­el Jor­dan, über­reicht von Made­lei­ne Alb­right, und unzäh­li­ge Vasen, Tep­pi­che, Elfen­bein­schnit­ze­rei­en und tech­ni­sche Gerä­te aus aller Welt. Der Rund­gang durch die lan­gen, mit Mar­mor aus­ge­klei­de­ten Kor­ri­do­re ver­mit­telt einen Ein­druck von der diplo­ma­ti­schen Geschich­te Nord­ko­re­as aus des­sen eige­ner Per­spek­ti­ve. Jedes Geschenk wird als Zei­chen der Aner­ken­nung und des Respekts für die Füh­rer inter­pre­tiert. Der Kon­trast zwi­schen der abge­schie­de­nen Natur­schön­heit des Ber­ges und der opu­len­ten, fast sur­rea­len Aus­stel­lung im Inne­ren ist bemerkenswert.

Juche Monument vor dem Juche-Turm in Pjöngjang

Die Stadt Kae­song und das Grab des Königs Kongmin

Juche Monument vor dem Juche-Turm in Pjöngjang

Kae­song, nur weni­ge Kilo­me­ter nörd­lich der Demi­li­ta­ri­sier­ten Zone gele­gen, ist eine Stadt von gro­ßer his­to­ri­scher Bedeu­tung. Als ein­zi­ge grö­ße­re Stadt wur­de sie im Korea­krieg nicht zer­stört und hat daher viel von ihrem ursprüng­li­chen Cha­rak­ter bewahrt. Kae­song war über 400 Jah­re lang die Haupt­stadt der Koryo-Dynas­tie (918‑1392), einer Epo­che, in der Kunst, Kul­tur und Bud­dhis­mus in Korea eine Blü­te­zeit erleb­ten. Ein Spa­zier­gang durch die Alt­stadt mit ihren tra­di­tio­nel­len, ein­ge­schos­si­gen Häu­sern und engen Gas­sen ver­mit­telt einen Ein­druck vom alten Korea. Die Haupt­at­trak­ti­on der Regi­on ist das Grab­mal des Königs Kong­min, das außer­halb der Stadt liegt. Kong­min war der 31. König der Koryo-Dynas­tie und sei­ne Grab­an­la­ge aus dem 14. Jahr­hun­dert ist eine der best­erhal­te­nen könig­li­chen Grä­ber in Nord­ko­rea. Die Anla­ge besteht aus zwei sepa­ra­ten Grab­hü­geln für den König und sei­ne gelieb­te mon­go­li­sche Gemah­lin, die von stei­ner­nen Sta­tu­en von Mili­tär- und Zivil­be­am­ten sowie Tie­ren bewacht wer­den. Der Ort ist von einer fried­li­chen, fast melan­cho­li­schen Atmo­sphä­re umge­ben und bie­tet einen wei­ten Blick über die Land­schaft. Ein Besuch in Kae­song beinhal­tet oft auch den Besuch des Koryo-Muse­ums, das in den Gebäu­den der ehe­ma­li­gen Songgy­ung­wan-Aka­de­mie, der höchs­ten Bil­dungs­ein­rich­tung der Koryo-Zeit, unter­ge­bracht ist. Kae­song bie­tet somit einen fas­zi­nie­ren­den Kon­tra­punkt zum sozia­lis­ti­schen Pjöng­jang und öff­net ein Fens­ter in die rei­che, vor­re­vo­lu­tio­nä­re Geschich­te der korea­ni­schen Halbinsel.

Rei­se­an­ge­bo­te

Für Nord­ko­rea bie­ten wir eine Rei­he von Rei­se­zie­len an, mit denen ein Rei­se­plan für die Russ­län­di­sche Föde­ra­ti­on erwei­tert wer­den kann. Jed­we­de Kom­bi­na­ti­on von Rei­se­zie­len in der Russ­län­di­schen Föde­ra­ti­on mit sol­chen in Nord­ko­rea wird dabei an Ihre spe­zi­fi­schen Inter­es­sen und Vor­stel­lun­gen ange­passt. Alle unse­re Rei­se­vor­schlä­ge las­sen sich als Indi­vi­du­al­rei­se allei­ne oder zu zweit, als Klein­grup­pen­rei­se oder als Pri­vat­rei­se sowohl mit als auch ohne Rei­se­füh­rer rea­li­sie­ren.
Auf Nach­fra­ge kön­nen alle Fahr­stre­cken und Plä­ne für eine Rei­se in Nord­ko­rea auch ohne ergän­zen­de Rei­se­zie­le in der Russ­län­di­schen Föde­ra­ti­on, nur als ein­zel­ste­hen­de Rei­se in Nord­ko­rea ange­bo­ten und umge­setzt werden.

Womit kön­nen wir Ihnen helfen?

Sie möch­ten die Russ­län­di­sche Föde­ra­ti­on und Nord­ko­rea besu­chen und bei den Pau­schal­an­ge­bo­ten der gro­ßen Rei­se­an­bie­ter ist für Sie nicht das Rich­ti­ge dabei?

Russ​land​.Tours ist eine auf Rei­sen zu außer­ge­wöhn­li­chen, his­to­risch und kul­tu­rell bedeut­sa­men Orten in der Russ­län­di­schen Föde­ra­ti­on sowie von rus­si­schen Ein­flüs­sen gepräg­ten Kul­tur­räu­men spe­zia­li­sier­te Agen­tur. Wir pla­nen und orga­ni­sie­ren seit mehr als 25 Jah­ren Indi­vi­du­al- und Klein­grup­pen­rei­sen zu Orten abseits von Mas­sen­tou­ris­mus und aus­ge­tre­te­ner Pfa­de. Als Agen­tur füh­ren wir kei­ne Rei­sen im eige­nen Namen durch, son­dern ver­mit­teln an unse­re Kun­den Rei­se­ver­an­stal­ter und Anbie­ter tou­ris­ti­scher Leis­tun­gen, wel­che die von uns auf Basis der indi­vi­du­el­len Wün­sche unse­rer Kun­den geplan­ten Rei­sen als Pau­schal­rei­se durch­füh­ren oder ein­zel­ne Leis­tun­gen wie Über­nach­tun­gen, Trans­por­te oder Zugän­ge zu loka­len Sehens­wür­dig­kei­ten anbieten.

Gern hel­fen wir Ihnen auf Basis Ihrer indi­vi­du­el­len Inter­es­sen und Vor­stel­lun­gen bei der Pla­nung und Durch­füh­rung von Rei­sen zu unge­wöhn­li­chen Rei­se­zie­len oder his­to­risch und kul­tu­rell bedeut­sa­men Orten in der Russ­län­di­schen Föde­ra­ti­on und Nordkorea.

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