
Reiseland Armenien
Willkommen auf unseren Informationsseiten über Armenien – ein kulturell reiches Reiseziel im südlichen Kaukasus mit tiefen historischen, religiösen und kulturellen Wurzeln. Als ältester christlicher Staat der Welt beeindruckt Armenien mit einzigartiger Sakralarchitektur, etwa den UNESCO-Klöstern Geghard und Tatew. Umgeben von schroffen Bergen, vulkanischen Hochebenen und dem malerischen Sewansee erleben Besucher herzliche Gastfreundschaft, uraltes Handwerk und eine würzige Küche.
Armenien pflegt seit Jahrhunderten enge kulturelle und politische Beziehungen zum Russländischen Staat – sichtbar in Sprache, Bildung und Lebensstil. So bietet eine Reise in Armenien nicht nur Einblicke in die lokale armenische Identität, sondern auch in vertraute Elemente des russländischen Kulturraums. Armenien ist damit ein faszinierender Brückenschlag zwischen dem Kaukasus und der Russländischen Föderation – voller gemeinsamer Geschichte und Tradition. Bereits im 19. Jahrhundert gerieten große Teile Armeniens unter russische Herrschaft, was eine Phase intensiver kultureller Wechselwirkungen einleitete. Im kaiserlichen wie im sowjetischen Kontext wurden Bildungseinrichtungen, Verwaltung und Infrastruktur nach russischem Vorbild gestaltet. Zahlreiche armenische Intellektuelle wirkten in russländischen Metropolen, während viele russländische Künstler und Schriftsteller Armenien als geistigen Rückzugsort entdeckten. Auch nach dem Ende der Sowjetunion blieben wirtschaftliche und gesellschaftliche Verflechtungen bestehen. Russisch gilt bis heute als verbreitete Zweitsprache, viele armenische Familien pflegen enge persönliche und berufliche Kontakte in die Russländische Föderation. Die historische Nähe prägt somit nicht nur den Alltag, sondern verleiht Armenien auch im kulturellen Selbstverständnis eine doppelte Verwurzelung – zwischen lokaler Eigenständigkeit und slawischem Einfluss.
Wir, die Gründer und Mitarbeiter von Russland.Tours, verstehen unser Angebot von Reisen und touristischen Dienstleistungen als ein Hilfsmittel und einen Zugang für ein grundlegendes sowie besseres Verständnis für die Kultur, Geschichte und Politik der Russländischen Föderation. Da dieses geographisch und kulturell sehr reiche und vielfältige Land, unserer Meinung nach, nicht nur aus der Perspektive eines Moskauer Küchenfensters oder mittels einer Lektüre von Wikipedia-Artikeln erschlossen, erklärt und verstanden werden kann, bieten wir über die Grenzen der Russländischen Föderation hinaus auch Reisepläne und touristische Dienstleistungen für Reisen in Armenien an.
Mit solchen ergänzenden Angeboten für Reisen in allen Nachfolgestaaten des Russländischen Imperiums, der Sowjetunion sowie deren Nachbarländern ermöglichen wir unseren Kunden, die über Staatsgrenzen hinaus miteinander verwobenen Kulturen und deren Räume als solche zu erfahren und über administrative Grenzen gegenwärtiger Nationalstaaten hinaus für sich zu entdecken.
Vor diesem Hintergrund schlagen wir an dieser Stelle, als Ergänzung zu einer Reise innerhalb der Russländischen Föderation, eine Reihe von Reisezielen in Armenien vor, um welche ein Reiseplan für die Russländische Föderation optional erweitert werden kann.
Denn wir sind der Meinung, dass man Länder, Sitten und Gebräuche vor Ort erfahren muss, um sie begreifen und verstehen zu können. Aus unserer Sicht hilft eine Reise durch Armenien, um wichtige Aspekte der Kultur, Geschichte und Politik der Russländischen Föderation zu verstehen, da beide Länder historisch und kulturell in vielen Punkten eng miteinander verbunden sind.
Im Schatten des biblischen Ararat, dort, wo Europa und Asien sich die Hand reichen, liegt ein Land von archaischer Schönheit und tiefgreifender Geschichte: Armenien. Eine Reise hierher ist mehr als nur ein Urlaub; es ist eine Begegnung mit den Wurzeln unserer Kultur, eine Wanderung durch Landschaften, die von der Zeit geformt und von Legenden durchwoben sind. Armenien offenbart seine Schätze nicht aufdringlich, sondern leise und mit einer Intensität, die lange nachwirkt. Es ist ein Land für Entdecker, für jene, die das Authentische suchen und sich von der Resonanz jahrtausendealter Steine und der Wärme menschlicher Begegnungen berühren lassen möchten. Wer Armenien bereist, wird mit Eindrücken beschenkt, die so unverfälscht und tief sind wie die Schluchten, die seine Klöster behüten.
Eine Zeitreise durch die Geschichte

Armenien ist eine der ältesten Nationen der Welt und das erste Land, das im Jahr 301 das Christentum als Staatsreligion annahm. Diese tiefe historische Verwurzelung ist im ganzen Land allgegenwärtig. Von den prähistorischen Megalithanlagen von Karahundsch bis zu den mittelalterlichen Klöstern, die wie Wächter über die schroffen Berglandschaften thronen, erzählt jeder Stein eine Geschichte. Die bewegte Vergangenheit, geprägt von Königreichen, Invasionen und einer unerschütterlichen Widerstandsfähigkeit, hat ein einzigartiges kulturelles Erbe geschaffen. Die zahlreichen historischen Stätten, darunter mehrere UNESCO-Welterbestätten, sind nicht nur stumme Zeugen der Zeit, sondern lebendige Orte des Glaubens und der nationalen Identität. Eine Reise durch Armenien ist somit nicht nur ein Urlaub, sondern eine tiefgreifende Begegnung mit den Wurzeln der christlichen Zivilisation und einem Volk, das seine Geschichte bewahrt hat. Entdecken Sie die Faszination eines Landes, das trotz seiner geringen Größe eine Fülle an historischen Schätzen birgt, die darauf warten, von Ihnen entdeckt zu werden. Im Gegensatz zu vielen anderen antiken Kulturen ist die Geschichte hier nicht nur in Museen konserviert, sondern Teil des täglichen Lebens und der beeindruckenden Landschaft.
Einzigartige Klosterarchitektur inmitten dramatischer Landschaften
Die armenische Klosterarchitektur ist weltweit einzigartig und ein wesentlicher Bestandteil des nationalen Kulturerbes. Diese spirituellen Zentren sind oft an spektakulären, unzugänglich erscheinenden Orten erbaut und gehen eine untrennbare Symbiose mit der sie umgebenden dramatischen Landschaft ein. Man denke nur an das Kloster Tatew, das auf einem Felsvorsprung über einer tiefen Schlucht thront, oder an Norawank, dessen rötliche Fassaden mit den umliegenden Klippen zu verschmelzen scheinen. Die Bauweise zeichnet sich durch eine schlichte, aber monumentale Ästhetik aus, bei der massive Steinblöcke mit kunstvollen, filigranen Steinschnitzereien, den sogenannten „Chatschkars“ (Kreuzsteine), kontrastieren. Diese kunstvollen Stelen sind ein charakteristisches Merkmal der armenischen Sakralkunst und wurden in die Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen. Die Klöster waren nicht nur Orte des Gebets, sondern auch Zentren der Bildung, der Wissenschaft und der Kunst, in denen wertvolle Manuskripte kopiert und illuminiert wurden. Der Besuch dieser architektonischen Meisterwerke ist eine Reise in die Seele Armeniens und offenbart die tiefe Spiritualität und den künstlerischen Reichtum eines Volkes, das seine Identität über Jahrhunderte hinweg bewahrt hat.

Die legendäre armenische Gastfreundschaft

In Armenien wird Gastfreundschaft nicht nur praktiziert, sie wird zelebriert. Das Konzept der Familie hat einen hohen Stellenwert, und Gäste werden oft wie lang vermisste Verwandte behandelt. Diese herzliche und offene Art der Armenier macht eine Reise durch das Land zu einer besonders bereichernden Erfahrung. Es ist nicht ungewöhnlich, von Einheimischen auf einen Kaffee oder sogar zu einem opulenten Mahl nach Hause eingeladen zu werden. Trotz möglicher Sprachbarrieren wird mit Händen und Füßen kommuniziert, und die aufrichtige Freude am Austausch ist stets spürbar. Diese gelebte Herzlichkeit findet man nicht nur in den ländlichen Regionen, sondern auch in der pulsierenden Hauptstadt Jerewan. Die Armenier teilen ihre Kultur, ihre Geschichte und ihre kulinarischen Traditionen gerne mit Besuchern aus aller Welt. Die Erfahrung, diese authentische und ungezwungene Gastfreundschaft zu erleben, hinterlässt bei vielen Reisenden einen bleibenden Eindruck und macht den Abschied oft schwer. In einem Land, in dem man als Fremder ankommt und als Freund geht, wird die Reise zu mehr als nur Sightseeing – sie wird zu einer Begegnung von Herz zu Herz, die den wahren Reichtum Armeniens offenbart.
Eine kulinarische Entdeckungsreise
Die armenische Küche ist ein Fest für die Sinne und spiegelt die reiche Geschichte und die geografische Lage des Landes wider. Geprägt von orientalischen und mediterranen Einflüssen, zeichnet sie sich durch frische, saisonale Zutaten, aromatische Kräuter und eine Vielfalt an Geschmacksrichtungen aus. Ein zentrales Element ist der Lawasch, ein hauchdünnes Fladenbrot, das traditionell in einem unterirdischen Tonofen, dem „Tonir“, gebacken wird und als immaterielles Kulturerbe anerkannt ist. Ein weiteres Nationalgericht ist „Chorowats“, saftig gegrilltes Fleisch, meist vom Schwein, Lamm oder Huhn, das über offener Glut zubereitet und oft mit gegrilltem Gemüse serviert wird. Unbedingt probieren sollte man auch Dolma, mit Reis, Hackfleisch und Kräutern gefüllte Weinblätter oder Gemüse wie Paprika und Auberginen. Die armenische Küche ist zudem bekannt für ihre große Auswahl an Käsesorten, eingelegtem Gemüse und frischen Salaten. Abgerundet wird ein traditionelles Mahl oft mit einem Glas armenischen Weins, dessen Anbautradition Jahrtausende zurückreicht, oder einem edlen Ararat-Brandy, der weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist. Eine Reise durch Armenien ist somit auch eine kulinarische Entdeckungsreise, die unvergessliche Gaumenfreuden verspricht.

Atemberaubende und unberührte Naturlandschaften

Armenien ist ein Land von atemberaubender und wilder Schönheit, das zu über 90 Prozent auf über 1.000 Metern Seehöhe liegt. Die Landschaft ist geprägt von den Gipfeln des Kleinen Kaukasus, tiefen Schluchten, weiten Hochebenen und dem „blauen Juwel“ Armeniens, dem Sewansee. Dieser riesige Gebirgssee, einer der größten der Welt, schimmert in unzähligen Türkis- und Blautönen und ist ein beliebtes Erholungsgebiet. Im Frühling verwandeln sich die Hänge in ein farbenprächtiges Blütenmeer, während der Herbst die Wälder in leuchtende Gold- und Rottöne taucht. Wanderer und Naturliebhaber finden hier ein wahres Paradies mit unzähligen markierten Wegen, wie zum Beispiel im Dilidschan-Nationalpark, der oft als die „armenische Schweiz“ bezeichnet wird. Die abwechslungsreiche Topografie bietet Lebensraum für eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt. Ob man die Basaltsäulen der Garni-Schlucht bestaunt, die rötlichen Felsen von Norawank erklimmt oder einfach nur den Blick über die unendliche Weite der Landschaft schweifen lässt – die Natur Armeniens ist von einer ursprünglichen und unberührten Kraft, die jeden Besucher in ihren Bann zieht.
Ein sicheres und ursprüngliches Reiseziel
Abseits der ausgetretenen Touristenpfade bietet Armenien die seltene Gelegenheit, ein Land zu entdecken, das seine Ursprünglichkeit bewahrt hat. Dies verleiht dem Reisen einen besonderen Reiz und ermöglicht authentische Begegnungen mit Land und Leuten. Auch in der Hauptsaison bieten die zahlreichen Sehenswürdigkeiten genügend Raum für ein entspanntes und intensives Reiseerlebnis. Darüber hinaus gilt Armenien als ein sehr sicheres Reiseland mit einer niedrigen Kriminalitätsrate, in dem man sich auch als Alleinreisender oder Familie frei und unbeschwert bewegen kann. Die überschaubare Größe des Landes ermöglicht es, viele der kulturellen und landschaftlichen Höhepunkte im Rahmen von Tagesausflügen von der Hauptstadt Jerewan aus zu erkunden. Die touristische Infrastruktur entwickelt sich stetig, ohne jedoch den authentischen Charakter des Landes zu beeinträchtigen. Wer also auf der Suche nach einem Reiseerlebnis ist, das eine einzigartige Mischung aus Abenteuer, Kultur und Ursprünglichkeit bietet und gleichzeitig ein hohes Maß an Sicherheit gewährleistet, für den ist Armenien eine ausgezeichnete Wahl.

Sehenswürdigkeiten in Armenien
Jerewan: Eine der ältesten und lebendigsten Städte der Welt

Jerewan (Eriwan), die pulsierende Hauptstadt Armeniens, ist eine Stadt der Kontraste und eine der ältesten durchgehend bewohnten Städte der Welt. Ihre Geschichte reicht über 2.800 Jahre zurück, doch heute präsentiert sie sich als moderne und dynamische Metropole. Das Stadtbild ist geprägt von einer faszinierenden Mischung aus sowjetischer Architektur, neoklassizistischen Gebäuden aus rosafarbenem Tuffstein und zeitgenössischen Bauten. Das Herz der Stadt schlägt am Platz der Republik, einem imposanten Ensemble aus Regierungsgebäuden, dem Historischen Museum und den berühmten „singenden Springbrunnen“. Ein weiteres architektonisches Highlight sind die Kaskaden, eine monumentale Freitreppe, die mit Gärten, Brunnen und modernen Skulpturen geschmückt ist und einen weiten Blick über die Stadt bis zum Berg Ararat bietet. Jerewan ist eine Stadt, die man am besten zu Fuß erkundet, um die zahlreichen Parks, Straßencafés, Museen und Galerien zu entdecken. Das Nachtleben ist bunt und vielfältig, und die kulinarische Szene bietet alles von traditioneller armenischer Küche bis hin zu internationalen Spezialitäten. Jerewan ist nicht nur der ideale Ausgangspunkt für Ausflüge in die Umgebung, sondern selbst eine der faszinierendsten Sehenswürdigkeiten Armeniens.
Das Höhlenkloster Geghard: Ein Meisterwerk der Felsarchitektur
Eingebettet in die dramatische Schlucht des Asat-Flusses, umgeben von schroffen Felsklippen, liegt das Kloster Geghard, ein Juwel mittelalterlicher armenischer Baukunst und UNESCO-Weltkulturerbe. Ein Teil des Komplexes wurde direkt aus dem Felsen gehauen, was ihm eine mystische und einzigartige Atmosphäre verleiht. Die Gründung des Klosters geht auf das 4. Jahrhundert zurück und wird dem Heiligen Gregor dem Erleuchter zugeschrieben. Seinen heutigen Namen, der „Lanze“ bedeutet, erhielt das Kloster jedoch erst später und bezieht sich auf die Heilige Lanze, mit der Jesus am Kreuz verwundet worden sein soll und die hier jahrhundertelang aufbewahrt wurde. Der Hauptkomplex aus dem 13. Jahrhundert besteht aus der Hauptkirche Kathoghike, die mit kunstvollen Reliefs verziert ist, und einer angrenzenden Vorhalle, deren Decke von vier massiven Säulen getragen wird und in der Mitte eine Öffnung für den Lichteinfall besitzt. Das Besondere an Geghard sind jedoch die Felsenkirchen, die über Gänge mit dem Hauptkomplex verbunden sind. In einer dieser Kirchen entspringt eine heilige Quelle, deren Wasser heilende Kräfte zugeschrieben werden. Die Akustik in diesen aus dem Stein gehauenen Räumen ist bemerkenswert und macht den Gesang zu einem unvergesslichen Erlebnis. Umgeben von zahlreichen Chatschkars, den kunstvoll geschnitzten Kreuzsteinen, ist das Kloster Geghard ein Ort von tiefer Spiritualität und architektonischer Genialität, der die Besucher in eine längst vergangene Zeit entführt und die Symbiose von Mensch, Glaube und Natur auf eindrucksvolle Weise darstellt.

Der Tempel von Garni: Ein hellenistisches Juwel im Kaukasus

Wie ein Fremdkörper aus einer anderen Welt erhebt sich der Tempel von Garni über der Schlucht des Asat-Flusses. Dieses beeindruckende Bauwerk im griechisch-römischen Stil ist das einzige erhaltene heidnische Heiligtum in Armenien und ein einzigartiges Zeugnis der vorchristlichen Geschichte des Landes. Erbaut im 1. Jahrhundert nach Christus von König Trdat dem Ersten, war der Tempel vermutlich dem Sonnengott Mihr geweiht. Seine Architektur folgt den klassischen Kanons des Hellenismus, mit 24 ionischen Säulen, die das zentrale Heiligtum umschließen, und einem kunstvoll verzierten Fries. Der Tempel überstand die Christianisierung Armeniens, wurde aber bei einem verheerenden Erdbeben im 17. Jahrhundert fast vollständig zerstört. In den 1970er Jahren wurde er in mühevoller Kleinarbeit wiederaufgebaut und erstrahlt heute wieder in seinem antiken Glanz. Die Lage des Tempels auf einem Felsvorsprung, umgeben von der Berglandschaft, ist spektakulär und macht ihn zu einem beliebten Fotomotiv. Auf dem Gelände der Festung von Garni befinden sich auch die Ruinen eines königlichen Palastes und eines römischen Badehauses aus dem 3. Jahrhundert, dessen Mosaikboden Szenen aus der griechischen Mythologie darstellt. Der Tempel von Garni ist nicht nur ein architektonisches Meisterwerk, sondern auch ein Symbol für die reiche und vielschichtige Kulturgeschichte Armeniens, die weit über die christliche Ära hinausreicht und eine faszinierende Verbindung zur antiken Welt des Mittelmeerraums herstellt.
Das Kloster Noravank
Das Kloster Noravank, was „Neues Kloster“ bedeutet, ist ein Juwel der mittelalterlichen armenischen Baukunst und liegt an einem der spektakulärsten Orte des Landes. Man erreicht es durch eine enge Schlucht, deren Felswände in intensiven Rot- und Ockertönen leuchten. Am Ende des Canyons öffnet sich ein Talkessel, und dort, auf einem Felsvorsprung, thront der Klosterkomplex. Die Harmonie zwischen der Architektur und der dramatischen Naturkulisse ist vollkommen. Der Komplex besteht aus mehreren Kirchen, die zwischen dem 13. und 14. Jahrhundert erbaut wurden. Das Hauptaugenmerk liegt auf der zweistöckigen Mausoleumskirche Surb Astwazazin (Heilige Muttergottes), ein Werk des berühmten Architekten und Bildhauers Momik. Eine schmale, kühn aus der Fassade ragende Steintreppe führt zum oberen Geschoss – ein architektonisches Wagnis und ein beliebtes Fotomotiv. Momiks Handschrift zeigt sich auch in den feinen Reliefs und den detailreichen Chatschkaren (Kreuzsteinen), die das Kloster schmücken. Besonders bemerkenswert ist das Tympanon über dem Eingang der Hauptkirche Surb Karapet, das eine seltene Darstellung von Gottvater zeigt. Die rötliche Farbe des lokalen Sandsteins lässt die Gebäude bei Sonnenuntergang förmlich mit den umliegenden Felsen verschmelzen. Noravank ist nicht nur ein Ort des Glaubens, sondern auch ein Gesamtkunstwerk aus Stein, Licht und Landschaft, das seine Besucher in stilles Staunen versetzt.

Das Kloster Tatev und die „Flügel von Tatev“

Hoch über der 500 Meter tiefen Schlucht des Worotan-Flusses, auf einem strategisch günstig gelegenen Felsplateau im Süden Armeniens, liegt das Kloster Tatev. Über Jahrhunderte war es nicht nur ein spirituelles Zentrum, sondern auch eine der bedeutendsten Universitäten des Mittelalters, ein politisches Bollwerk und eine fast uneinnehmbare Festung. Die Anreise war früher ein beschwerliches Unterfangen, doch heute wird der Besuch durch ein modernes Wunderwerk der Technik zu einem Erlebnis für sich: Die Seilbahn „Flügel von Tatev“ ist mit 5,7 Kilometern die längste in einer Sektion erbaute Pendelbahn der Welt. Die zwölfminütige Fahrt schwebt über die atemberaubende Schlucht und bietet unvergleichliche Ausblicke auf die unberührte Landschaft. Oben angekommen, betritt man einen weitläufigen Komplex, dessen Kern die Peter-und-Paul-Kathedrale aus dem 9. Jahrhundert bildet. Man kann durch die alten Wohn- und Wirtschaftsräume der Mönche wandeln, eine historische Ölpresse besichtigen und die ehrwürdige Atmosphäre dieses Ortes auf sich wirken lassen. Einzigartig ist die „Gawasan“-Säule, ein achteckiger Obelisk, der so konstruiert wurde, dass er bei Erschütterungen – sei es durch Erdbeben oder herannahende feindliche Heere – schwankte und so als Frühwarnsystem diente. Tatev ist die perfekte Symbiose aus mittelalterlicher Geschichte, spiritueller Tiefe und moderner Ingenieurskunst, eingebettet in eine der großartigsten Landschaften des Kaukasus.
Etschmiadsin und die Ruinen von Swartnoz
Etschmiadsin, heute offiziell Wagharschapat genannt, ist das spirituelle Herz der armenisch-apostolischen Kirche und wird oft als der „Vatikan Armeniens“ bezeichnet. Hier residiert der Katholikos, das Oberhaupt der Kirche. Die Legende besagt, dass Gregor der Erleuchter, der Armenien zum Christentum bekehrte, an dieser Stelle eine Vision von Christus hatte, der mit einem goldenen Hammer auf die Erde schlug und so den Ort für den Bau der ersten Kirche anwies. Die Hauptkathedrale, deren Grundstein im Jahr 303 gelegt wurde, gilt als die älteste staatlich erbaute Kirche der Welt. Obwohl sie über die Jahrhunderte mehrfach umgebaut und erweitert wurde, spürt man in ihren Mauern die immense historische und spirituelle Bedeutung. Der gesamte Komplex, der zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, umfasst neben der Kathedrale weitere bedeutende Kirchen wie die St. Hripsime und die St. Gajane, die ebenfalls Meisterwerke der klassischen armenischen Kirchenarchitektur sind. Nur wenige Kilometer entfernt liegen die Ruinen der Kathedrale von Swartnoz. Diese im 7. Jahrhundert erbaute Rundkirche war für ihre Zeit eine architektonische Sensation und in ihrer Pracht wohl unübertroffen. Obwohl sie im 10. Jahrhundert durch ein Erdbeben zerstört wurde, vermitteln die verbliebenen Säulenstümpfe, Kapitelle und Bögen einen eindrucksvollen Begriff von ihrer einstigen Größe und Schönheit. Der gemeinsame Besuch von Etschmiadsin und Swartnoz bietet einen tiefen Einblick in die Ursprünge und die Entwicklung der sakralen Baukunst Armeniens.

Der Sewansee

Der Sewansee ist die größte Wasserfläche des Kaukasus und einer der höchstgelegenen Süßwasserseen der Welt. Auf einer Höhe von rund 1900 Metern über dem Meeresspiegel gelegen, ist er für das Binnenland Armenien von unschätzbarem Wert – als Wasserreservoir, Erholungsgebiet und Quelle der Inspiration. Seine Farbe ist ein Phänomen für sich: Sie wechselt je nach Wetter und Lichteinfall von einem kühlen, stahlgrauen Blau bis zu einem leuchtenden Türkis. Die Landschaft um den See ist von karger Schönheit, geprägt von den umliegenden Gebirgsketten, die sich im klaren Wasser spiegeln. Ein zentraler Anziehungspunkt ist die Sewan-Halbinsel, die einst eine Insel war, bevor der Wasserspiegel durch sowjetische Eingriffe sank. Auf ihr thront das Kloster Sewanavank aus dem 9. Jahrhundert. Der Aufstieg zu den beiden Kirchen aus dunklem Basalt wird mit einem grandiosen Panoramablick über den See belohnt. Besonders in den Morgen- oder Abendstunden, wenn das Licht weich ist und eine meditative Stille herrscht, entfaltet dieser Ort seine ganze Magie. Entlang des Ufers finden sich zahlreiche Fischrestaurants, die den lokalen „Ischchan“ (Seeforelle) servieren. Ein weiterer Höhepunkt ist der Friedhof von Noratus am Westufer, das größte erhaltene Chatschkar-Feld Armeniens. Hunderte dieser kunstvoll verzierten Kreuzsteine aus verschiedenen Epochen stehen hier wie eine stumme Armee und erzählen Geschichten aus vergangenen Jahrhunderten. Der Sewansee ist ein Ort der Weite und der Ruhe, ein Naturwunder, das für die Seele des Landes steht.
Der Kurort Dilidschan und das Kloster Goschawank
Im grünen Norden Armeniens, umgeben von dichten Eichen- und Buchenwäldern, liegt der Kurort Dilidschan. Die Region wird wegen ihrer sanften, bewaldeten Hügel und des milden Klimas oft als „Armenische Schweiz“ bezeichnet und bietet einen wohltuenden Kontrast zu den eher ariden Hochebenen im Rest des Landes. Dilidschan selbst ist bekannt für seine traditionelle Architektur mit Holzbalkonen und Erkern, die besonders in der restaurierten Altstadt entlang der Scharambejan-Straße zu bewundern ist. Hier haben sich zahlreiche Kunsthandwerker, Töpfer und Holzschnitzer niedergelassen. Die klare, heilkräftige Luft zog schon in der Sowjetzeit Künstler, Komponisten und Intellektuelle an, die hier ihre Sommerfrische verbrachten. Der umliegende Dilidschan-Nationalpark ist ein Paradies für Wanderer und Naturliebhaber. Versteckt in den Wäldern liegen einige der schönsten Klöster des Landes. Eines der bedeutendsten ist Goschawank, gegründet im 12. Jahrhundert vom Gelehrten Mchitar Gosch. Das Kloster war ein wichtiges Bildungszentrum und ist berühmt für seine außergewöhnlich filigranen Chatschkare, insbesondere jene, die vom Meister Poghos geschaffen wurden. Ihre feinen, spitzenartigen Steinmetzarbeiten sind von unübertroffener Kunstfertigkeit. Ein Besuch in Dilidschan und Umgebung ist wie das Eintauchen in eine andere Welt – eine Welt der Stille, der grünen Wälder und der kulturellen Schätze, die sich harmonisch in die Natur einfügen.

Das megalithische Feld von Karahundsch

Auf einer windgepeitschten Hochebene in der südlichen Provinz Sjunik, auf über 1700 Metern Höhe, liegt eine der rätselhaftesten und ältesten Stätten Armeniens: Karahundsch, auch Zorakarer genannt, was so viel wie „Steinerne Armee“ bedeutet. Über 220 massive Basaltsteine, einige davon bis zu drei Meter hoch und zehn Tonnen schwer, sind hier in einem ovalen Muster angeordnet. Das Besondere an Karahundsch ist, dass viele der Menhire präzise runde Löcher aufweisen, die auf bestimmte Punkte am Horizont ausgerichtet sind. Archäologen und Astronomen gehen davon aus, dass es sich um ein prähistorisches Observatorium handelt, das womöglich über 7500 Jahre alt ist und damit älter als Stonehenge in England oder die ägyptischen Pyramiden wäre. Die Löcher dienten vermutlich zur Beobachtung der Sonne, des Mondes und der Sterne an wichtigen Kalendertagen wie der Sonnenwende. Ein Spaziergang durch dieses archaische Feld, begleitet nur vom Pfeifen des Windes, ist ein tief beeindruckendes Erlebnis. Man kann die rohe Kraft der Steine spüren und sich der Faszination dieser uralten Kultur nicht entziehen, die mit erstaunlichem Wissen den Kosmos beobachtete. Die einsame und erhabene Lage, mit weitem Blick über die umliegenden Berge, verstärkt die mystische Ausstrahlung des Ortes. Karahundsch ist ein Fenster in eine ferne, schriftlose Vergangenheit und ein Muss für alle, die sich für die Ursprünge der menschlichen Zivilisation und Astronomie interessieren.
Die Stadt Gjumri
Gjumri, die zweitgrößte Stadt Armeniens, besitzt einen ganz eigenen Charakter und eine bemerkenswerte Seele. Anders als das von sowjetischer Planung geprägte Jerewan, hat Gjumri ein historisches Zentrum bewahrt, das mit seiner Architektur aus dem 19. Jahrhundert an eine alte russische Zarenstadt erinnert. Die Gebäude sind aus schwarzem und rotem Tuffstein erbaut, was der Altstadt ein unverwechselbares, leicht melancholisches Flair verleiht. Gjumri war einst ein blühendes Handels- und Handwerkszentrum, bekannt für seine Schmiede, Dichter und Musiker. Diese kreative Ader ist bis heute spürbar. Die Stadt durchlebte jedoch eine immense Tragödie, als sie 1988 von einem verheerenden Erdbeben heimgesucht wurde. Die Spuren dieser Katastrophe sind an manchen Stellen noch sichtbar, doch was überwiegt, ist der unbezwingbare Lebenswille und der besondere Humor seiner Bewohner. Heute erlebt Gjumri eine Renaissance. Junge Künstler und Kreative eröffnen Ateliers, gemütliche Cafés und kleine Galerien und hauchen den alten Straßen neues Leben ein. Ein Spaziergang durch das Kumajri-Viertel mit seinen geschnitzten Holzbalkonen und ornamentierten Fassaden ist wie eine Reise in eine andere Zeit. Der zentrale Freiheitsplatz, die beeindruckende Erlöserkirche und die schwarze Festung am Rande der Stadt sind weitere wichtige Anlaufpunkte. Ein Besuch in Gjumri bietet einen tiefen Einblick in eine andere Facette Armeniens – eine Stadt der Resilienz, der Kunst und der herzlichen Menschen.

Die Weinregion Areni

Die Region um das Dorf Areni im Süden Armeniens gilt als die Wiege des Weinbaus. Hier, in der Höhle Areni‑1, machte ein internationales Archäologenteam im Jahr 2007 eine sensationelle Entdeckung: eine über 6100 Jahre alte Weinkellerei, die älteste, die bisher auf der Welt gefunden wurde. In der kühlen, trockenen Höhle fanden sich Gärbottiche, eine Weinpresse, Trinkgefäße und sogar versteinerte Traubenkerne. Dieser Fund belegt, dass die Weinkultur im armenischen Hochland eine jahrtausendealte, ununterbrochene Tradition hat. Heute ist Areni das Zentrum des wiederauflebenden armenischen Weinbaus. Die gleichnamige autochthone rote Rebsorte gedeiht in dem besonderen Mikroklima des Tals hervorragend und bringt kraftvolle, elegante Weine hervor. Entlang der Hauptstraße haben sich zahlreiche Weingüter angesiedelt, die von kleinen Familienbetrieben bis hin zu modernen, international ausgerichteten Kellereien reichen. Viele von ihnen bieten Führungen und Verkostungen an, bei denen man die lokalen Weine und die Leidenschaft der Winzer kennenlernen kann. Jedes Jahr im Oktober findet in Areni ein großes Weinfest statt, das Besucher aus dem ganzen Land und darüber hinaus anzieht. Ein Besuch der Areni-Höhle, verbunden mit einer Weinprobe bei einem der lokalen Produzenten, ist eine faszinierende Reise zu den Ursprüngen eines der ältesten Kulturgüter der Menschheit und ein Genuss für alle Sinne.
Reiseangebote
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