
Geschichtsreisen
Unsere Geschichtsreisen in die Russländische Föderation sind speziell konzipiert, um eine tiefgehende und chronologische Auseinandersetzung mit der vielschichtigen, ereignisreichen und oft dramatischen Vergangenheit des Landes zu ermöglichen. Diese Programme gehen weit über eine oberflächliche Besichtigung hinaus und bieten einen strukturierten, thematischen Zugang zu den Schlüsselereignissen, Epochen und Persönlichkeiten, welche die Identität der Russländischen Föderation bis heute nachhaltig prägen.
Die Routen unserer Reisen führen zu den authentischen Schauplätzen, an denen die Weichen für die historische Entwicklung gestellt wurden, und ermöglichen es, Geschichte dort zu erleben, wo sie stattfand. Die Programme werden von fachkundigen Reiseleitern begleitet, die historische Ereignisse in einen größeren politischen, sozialen und kulturellen Kontext einordnen und komplexe Zusammenhänge verständlich erläutern.
Mittelalter und frühere Neuzeit: Von der Rus zur Zarenherrschaft
Ein Ausgangspunkt unserer historischen Erkundungen ist die Zeit der Kiewer Rus und die Anfänge des russländischen Staates. Unsere Programme führen hierbei in das historische Weliki Nowgorod, eine der ältesten und einst mächtigsten Städte des Landes. Dort bietet der Besuch des Nowgoroder Kremls, auch Detinez genannt, mit der aus dem 11. Jahrhundert stammenden Sophienkathedrale einen Einblick in die Frühzeit russländischer Staatlichkeit und Orthodoxie. Das monumentale Denkmal „Tausend Jahre Russland“ im Zentrum des Kremls visualisiert die gesamte russländische Geschichte in Bronze und ist ein idealer Ausgangspunkt für die thematische Einordnung. Eine Weiterführung der Reise zu den Städten des Goldenen Rings ermöglicht es, die Entwicklung der nordöstlichen Rus nach dem Zerfall des Kiewer Reiches zu verfolgen. Orte wie Wladimir, die einstige Hauptstadt, beeindrucken mit ihren UNESCO-Welterbestätten wie dem Goldenen Tor und der Mariä-Entschlafens-Kathedrale, in der einst die Großfürsten gekrönt wurden. Die Stadt Susdal, die mit ihrem intakten Kreml, dem Erlöser-Euthymios-Kloster und dem Museum für Holzbaukunst wie ein Freilichtmuseum wirkt, vermittelt ein authentisches Bild vom Leben im mittelalterlichen Russland. Sergijew Possad mit dem Dreifaltigkeitskloster des Heiligen Sergius, dem bedeutendsten spirituellen Zentrum der russisch-orthodoxen Kirche, ist ein weiteres Ziel, um die enge Verflechtung von Staat, Religion und nationaler Identität zu verstehen, insbesondere seine Rolle während der Zeit der Wirren. Ein Programmpunkt in Kasan, dessen Kreml ebenfalls zum UNESCO-Welterbe zählt, beleuchtet die multiethnische Dimension der russländischen Geschichte. Die friedliche Koexistenz der Kul-Scharif-Moschee und der Mariä-Verkündigungs-Kathedrale innerhalb der Kremlmauern ist ein steinernes Zeugnis der Eroberung des Khanats Kasan durch Iwan den Schrecklichen und der anschließenden Integration der tatarischen Kultur.
Das Russländische Imperium: Von Peter dem Großen bis zur Revolution
Ein weiterer Schwerpunkt unserer Geschichtsreisen liegt auf der Epoche des Zarentums und des russländischen Kaiserreichs, von der Zentralisierung der Macht in Moskau bis zum prunkvollen Aufstieg und dem dramatischen Ende der Romanow-Dynastie. Die Verlegung der Hauptstadt nach Sankt Petersburg durch Peter den Großen markiert einen Wendepunkt in der russländischen Geschichte. Unsere Programme in der imperialen Metropole beginnen mit der Peter-und-Paul-Festung, dem Gründungsort der Stadt und der Grabeskirche der Romanow-Kaiser von Peter dem Großen bis Nikolaus II. Der Winterpalast, heute Sitz der Eremitage, ist nicht nur als eines der größten Kunstmuseen der Welt von Bedeutung, sondern auch als Hauptresidenz der Zaren und zentraler Schauplatz der Oktoberrevolution von 1917. Unweit davon liegt der Panzerkreuzer Aurora, dessen Schuss das Signal zur Revolution gab. Die Erkundung der Zarenresidenzen im Umland wie Peterhof, die als “russisches Versailles” konzipierte Sommerresidenz Peters des Großen, oder Zarskoje Selo (heute Puschkin) mit dem opulenten Katharinenpalast und der Rekonstruktion des legendären Bernsteinzimmers, vermittelt einen unvergesslichen Eindruck von der opulenten Lebenswelt und dem Repräsentationsanspruch des Hofes. In Moskau konzentrieren sich unsere Programme auf den Moskauer Kreml, der auch während der imperialen Zeit ein wichtiges Zentrum blieb. Hier beinhalten Besuche die Erzengel-Michael-Kathedrale, die Begräbnisstätte der Zaren vor der Zeit Peters des Großen, und die Rüstkammer mit ihren unschätzbaren Sammlungen von Krönungsinsignien und Fabergé-Eiern. Ein Besuch des Borodino-Panorama-Museums in Moskau vergegenwärtigt die entscheidende Schlacht gegen Napoleon im Jahr 1812. Das tragische Ende der Zarenfamilie wird in Jekaterinburg thematisiert. Hier steht heute die „Kathedrale auf dem Blut“ an der genauen Stelle des Ipatjew-Hauses, in dem die Romanows ermordet wurden. Ein Besuch der Gedenkstätte Ganina Jama im nahegelegenen Wald, dem Ort der ersten, hastigen Bestattung der Leichen, vertieft diese Erfahrung.
Die Sowjetunion: Utopie, Terror und Supermacht
Einen zentralen Raum in unseren Geschichtsreisen nimmt das bewegte 20. Jahrhundert ein, das die Russländische Föderation und die Welt nachhaltig veränderte. Unsere Programme folgen den Spuren der Russländischen Revolution von 1917 in Sankt Petersburg, dem damaligen Petrograd. Besuchsziele sind das Smolny-Institut, Lenins Hauptquartier während des Umsturzes, der Finnische Bahnhof, an dem Lenin im April 1917 aus dem Exil ankam, und der Taurische Palast, der Sitz der ersten Duma und der Provisorischen Regierung. Die komplexe Phase der Sowjetunion wird ebenfalls umfassend beleuchtet. Die frühe Sowjetzeit, geprägt von Bürgerkrieg, Experimenten und Konsolidierung der Macht, ist in vielen Städten präsent. In Moskau führt unsere Reise zum Lenin-Mausoleum auf dem Roten Platz, einem zentralen Ort des sowjetischen Staatskults. Die monumentale Architektur der Stalin-Ära, wie die als „Sieben Schwestern“ bekannten Hochhäuser, die aufwendig gestalteten Metro-Stationen oder der Ausstellungspark WDNCh, wird als Ausdruck totalitärer Machtinszenierung analysiert. Ein Besuch des staatlichen GULAG-Geschichtsmuseums in Moskau bietet die Möglichkeit zur faktenbasierten Auseinandersetzung mit der administrativen Struktur und der brutalen Realität des Zwangsarbeitssystems. Ergänzend dazu ermöglicht ein Besuch der Gedenkstätte Butowo am Rande Moskaus, einer der größten Massenerschießungsstätten des Großen Terrors, eine stille Auseinandersetzung mit den Opfern staatlicher Gewalt. Ein möglicher Abstecher zu den Solowezki-Inseln im Weißen Meer führt zum Ort des ersten und berüchtigtsten sowjetischen Zwangsarbeitslagers, das als Modell für das gesamte GULAG-System diente. Auch die Geschichte der Industrialisierung wird thematisiert, etwa durch die Erwähnung von Städten wie Magnitogorsk im Ural, die als sozialistische Musterstädte unter enormen menschlichen Opfern aus dem Nichts errichtet wurden. Die Zeit nach Stalin, geprägt vom Kalten Krieg und dem Wettlauf der Systeme, ist ein weiteres Thema. Das Kosmonautenmuseum in Moskau bietet Einblicke in die sowjetischen Raumfahrterfolge, von Sputnik und Juri Gagarin bis zum Raumfahrtprogramm Buran, und dokumentiert den technologischen Wettstreit der Supermächte. Ein Besuch des Museums des Kalten Krieges im Bunker-42 in Moskau führt tief unter die Erde in eine ehemalige geheime Kommandozentrale und vergegenwärtigt die nukleare Bedrohung dieser Ära. Die Zeit der Stagnation unter Breschnew und die aufkommende Dissidentenbewegung werden ebenfalls kontextualisiert, etwa durch einen Besuch in Nischni Nowgorod, dem ehemaligen Gorki, wohin der Friedensnobelpreisträger Andrei Sacharow verbannt wurde.
Der Zweite Weltkrieg: Der Große Vaterländische Krieg
Die Ereignisse des Zweiten Weltkriegs, im russländischen Gedächtnis als Großer Vaterländischer Krieg tief verankert, bilden einen weiteren Kernpunkt unserer historischen Programme. Diese Reisen beleuchten nicht nur die großen Schlachten, sondern auch den Widerstand und das Leiden der Zivilbevölkerung sowie die Bedeutung des Heimatfronts. Ein Ausgangspunkt ist die Heldengedenkstätte der Brester Festung an der Grenze zu Belarus, die den verzweifelten Widerstand der ersten Kriegstage symbolisiert. Unsere Reisen führen nach Wolgograd, dem früheren Stalingrad, Schauplatz einer der entscheidenden Schlachten des Krieges. Der Besuch der gigantischen Gedenkstätte auf dem Mamajew-Hügel, mit der über der Stadt thronenden Statue „Mutter Heimat ruft!“ und dem zylindrischen Panorama-Museum der Schlacht von Stalingrad, ist ein tief beeindruckendes Erlebnis. Die Ruine der Grudinin-Mühle, die als Mahnmal erhalten wurde, zeigt die Zerstörungskraft der Kämpfe. In Sankt Petersburg widmen sich unsere Programme der 900-tägigen Leningrader Blockade. Der Besuch der Piskarjowskoje-Gedenkstätte, des größten Massengrabes des Krieges, in dem Hunderttausende von Zivilisten ruhen, ist ein Moment des stillen Gedenkens. Das Museum der Leningrader Blockade dokumentiert das unvorstellbare Leid und den Überlebenswillen der eingeschlossenen Bevölkerung. Auch die erhaltenen Teilstücke der „Straße des Lebens“ über den im Winter zugefrorenen Ladogasee, über die die belagerte Stadt versorgt wurde, sind Teil der Programme. In Moskau ist der Park des Sieges auf dem Poklonnaja-Hügel mit seinem zentralen Museum des Großen Vaterländischen Krieges und seinen detailreichen, lebensgroßen Dioramen ein zentraler Erinnerungsort. Das Grab des Unbekannten Soldaten an der Kremlmauer mit seiner ewigen Flamme ist ein weiteres wichtiges Monument der nationalen Erinnerung. Eine Reise nach Kursk führt zum Schauplatz der größten Panzerschlacht der Geschichte, wo ein großes Gedenkensemble bei Prochorowka an den Wendepunkt an der Ostfront erinnert. Die Rolle der Heimatfront wird durch einen Fokus auf Städte im Ural wie Jekaterinburg (damals Swerdlowsk) oder Tscheljabinsk („Tankograd“) beleuchtet, wohin kriegswichtige Industriebetriebe evakuiert wurden und unter härtesten Bedingungen die Produktion aufrechterhielten. Auch die Geschichte der Partisanenbewegung, die im Rücken der deutschen Linien operierte, wird in regionalen Museen, beispielsweise in der Region Brjansk, thematisiert.
Neueste Geschichte: Vom Ende der UdSSR zur Russländischen Föderation
Die jüngere Geschichte des späten 20. und frühen 21. Jahrhunderts wird ebenfalls thematisiert. Dieser Abschnitt unserer Reisen beleuchtet den Zerfall der Sowjetunion und die Entstehung der modernen Russländischen Föderation. Die Ära von Perestroika und Glasnost unter Michail Gorbatschow, die den Weg für die dramatischen Veränderungen ebnete, wird in einen historischen Kontext gesetzt. Die Schlüsselereignisse des Endes der UdSSR sind in Moskau greifbar. Unsere Programme führen zum Weißen Haus, dem Sitz der russländischen Regierung, das im Zentrum des Augustputsches von 1991 und der Verfassungskrise von 1993 stand. Der nahegelegene Fernsehturm Ostankino ist ein weiterer Ort, der mit diesen turbulenten Ereignissen verbunden ist. Ein Besuch des Jelzin-Zentrums in Jekaterinburg bietet eine moderne und interaktive museale Aufarbeitung der turbulenten 1990er Jahre. Dieses Zentrum widmet sich der Präsidentschaft Boris Jelzins, der Einführung der Marktwirtschaft, der neuen Verfassung und dokumentiert die enormen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen der Transformation. Der Besuch dieser Orte ermöglicht ein tieferes Verständnis für die komplexen Prozesse, die die heutige Russländische Föderation geformt haben und bildet den Abschluss einer umfassenden historischen Reise durch die Jahrhunderte.
Wenn Sie an Geschichtsreisen in der Russländischen Föderation interessiert sind, so sprechen Sie uns bitte an und schildern Sie uns Ihre Vorstellungen von den Reisezielen und dem Reiseverlauf. Wir freuen uns schon darauf, Ihnen bei der Planung und Umsetzung von Geschichtsreisen im größten Land der Erde tatkräftig und hilfreich zur Seite stehen zu können.
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