
Flussreisen
Die Geschichte des russländischen Staates ist untrennbar mit seinen Wasserwegen verbunden. Eine Flusskreuzfahrt, etwa auf der Wolga oder der klassischen Route von Moskau nach Sankt Petersburg, folgt den historischen Hauptschlagadern des Landes. An Bord eines komfortablen „schwimmenden Hotels“ erleben Sie eine entschleunigte Art des Reisens, die Unterkunft und Transport nahtlos kombiniert. Vom Wasser aus eröffnen sich einzigartige Perspektiven auf die goldenen Kuppeln alter Kreml, unberührte Landschaften und abgelegene Dörfer, die auf dem Landweg oft unzugänglich bleiben. Eine Reise auf den Flüssen der Russländischen Föderation ist eine tiefgehende und bequeme Methode, die geografische und kulturelle Vielfalt dieses riesigen Landes zu erkunden.
Lange vor der Eisenbahn waren Wolga, Don, Lena und Amur die Lebensadern, die Handelsrouten, Eroberungswege und Kulturen miteinander verbanden. Eine Kreuzfahrt auf einem der langen Ströme der Russländischen Föderation ist daher mehr als nur eine bequeme Art zu reisen; es ist eine Reise entlang der historischen Hauptschlagadern des Landes, die einen einzigartigen Einblick in Landschaften und Siedlungen bietet, die vom Landweg aus oft verborgen bleiben.
Dieser Leitfaden beleuchtet die praktischen Aspekte und Vorteile einer Flusskreuzfahrt und stellt fünf exemplarische Routen vor, die die enorme Vielfalt des Landes von seinen europäischen Metropolen bis in die entlegensten Winkel Sibiriens und des Fernen Ostens aufzeigen.
Die Besonderheiten einer russischen Flussreise: Was Sie erwartet
Eine Flusskreuzfahrt bietet eine grundlegend andere Reiseerfahrung als Touren an Land. Sie kombiniert Transport, Unterkunft und Sightseeing in einem nahtlosen Paket und ermöglicht eine entspannte und dennoch tiefgehende Erkundung.
Das Prinzip des „schwimmenden Hotels“
Der größte logistische Vorteil einer Flussreise ist die Bequemlichkeit. Sie packen nur einmal aus. Ihr Schiff dient als komfortable Basis, die Sie jeden Tag zu einem neuen Ziel bringt, ohne dass Sie sich um Hotelwechsel, Gepäcktransport oder die Organisation von Transfers kümmern müssen. Die meisten russischen Flussschiffe, oft in Deutschland oder Österreich für den russischen Markt gebaut, bieten komfortable Außenkabinen, Restaurants, Bars und Sonnendecks. Dies ermöglicht eine stressfreie Reise, bei der die Entdeckung im Vordergrund steht.
Eine einzigartige Perspektive auf Landschaft und Siedlungen
Vom Wasser aus offenbart sich die Russländische Föderation aus einem neuen Blickwinkel. Sie gleiten vorbei an unberührten Wäldern, weiten Ebenen und sanften Hügeln. Historische Städte und Klöster wurden strategisch an den Ufern der Flüsse errichtet; vom Schiff aus sehen Sie ihre Kremlmauern und goldenen Kuppeln so, wie sie sich seit Jahrhunderten Reisenden präsentieren. Zudem erhalten Sie Zugang zu kleineren, abgelegenen Dörfern, die auf dem Landweg nur schwer erreichbar sind und oft einen authentischeren Einblick in das ländliche russische Leben gewähren.
Strukturierte Erkundung und kulturelles Programm
Flusskreuzfahrten sind in der Regel gut organisierte Pauschalreisen. Im Reisepreis sind nicht nur Unterkunft und Vollpension enthalten, sondern auch ein Großteil der Landausflüge mit lokalen Führern. An Bord wird das Programm oft durch Vorträge über russische Geschichte, Kunst, Musik und Politik ergänzt. Dies bietet einen wertvollen Kontext zu den besuchten Orten und vertieft das Verständnis für die russische Kultur.
Das Leben an Bord
Die Atmosphäre auf einem russländischen Flussschiff ist in der Regel entspannt und gesellig. Die Reisezeit zwischen den Anlegestellen wird zur Erholung, zum Beobachten der vorbeiziehenden Landschaft oder zum Austausch mit Mitreisenden genutzt. Die Küche an Bord konzentriert sich oft auf russische und europäische Gerichte, was die Möglichkeit bietet, Spezialitäten wie Borschtsch, Pelmeni oder Blini in einem komfortablen Rahmen zu probieren.
Fünf exemplarische Flussreisen: Eine Auswahl
Die Wasserwege der Russländischen Föderation ermöglichen eine Vielzahl von Routen, von kurzen Touren bis zu epischen Expeditionen. Die folgenden fünf Reisen illustrieren die Bandbreite der Möglichkeiten.
Der Klassiker: Zwischen den Metropolen von Moskau nach Sankt Petersburg
Diese Route, oft als „Wasserstraße der Zaren“ bezeichnet, ist die populärste Flussreise in der Russländischen Föderation. Sie verbindet die beiden wichtigsten Städte des Landes über ein komplexes System aus Flüssen, Seen und Kanälen, darunter die Wolga, der Onegasee und der Ladogasee. Es ist eine Reise durch das Herz des historischen Russlands.
Höhepunkte:
- Die Insel Kizhi (UNESCO-Weltkulturerbe): Ein Freilichtmuseum in der Mitte des Onegasees, berühmt für seine spektakuläre Holzarchitektur. Das zentrale Bauwerk ist die Verklärungskirche mit ihren 22 Kuppeln, die ohne einen einzigen Nagel errichtet wurde.
- Das Kirillo-Beloserski-Kloster: Eine der größten und am besten erhaltenen Klosterfestungen der Russländischen Föderation. Die gewaltigen Mauern und Wehrtürme am Ufer des Siwerskoje-Sees vermitteln einen Eindruck von der spirituellen und militärischen Bedeutung dieser mittelalterlichen Anlage.
- Das Dorf Mandrogi: Ein rekonstruiertes traditionelles russisches Dorf am Fluss Swir, das einen touristisch aufbereiteten, aber anschaulichen Einblick in altes Handwerk, Holzbauweise und die russische Datscha-Kultur bietet. Hier können Sie Wodka-Museen besuchen oder Schaschlik probieren.
- Die Navigation des Wolga-Ostsee-Kanals: Die Reise selbst ist ein technisches Erlebnis. Das Schiff passiert zahlreiche Schleusen, die die unterschiedlichen Wasserstände der Flüsse und Seen ausgleichen und die ingenieurtechnische Leistung demonstrieren, die diese Wasserstraße erst möglich machte.
Die große Mutter Wolga: Von Moskau nach Astrachan
Eine Reise auf der Wolga ist eine Reise durch die Seele der Russländischen Föderation. Diese Route folgt dem längsten Fluss Europas von den Wäldern bei Moskau durch das Herz der tatarischen Kultur und die Steppen des Südens bis zu seinem Delta am Kaspischen Meer. Sie zeigt die ethnische und geografische Vielfalt des europäischen Teils der Russländischen Föderation.
Höhepunkte:
- Nischni Nowgorod: Strategisch am Zusammenfluss von Wolga und Oka gelegen, beeindruckt die Stadt mit ihrem massiven Kreml aus dem 16. Jahrhundert, der hoch über dem Fluss thront und spektakuläre Ausblicke bietet.
- Kasan, die Hauptstadt von Tatarstan: Ein faszinierendes Zentrum der tatarischen Kultur, in dem Christentum und Islam nebeneinander existieren. Der Kreml von Kasan (UNESCO-Weltkulturerbe) beherbergt sowohl die prächtige Kul-Scharif-Moschee als auch die orthodoxe Mariä-Verkündigungs-Kathedrale.
- Wolgograd und das Gedenken an Stalingrad: Die Stadt ist ein eindringliches Denkmal an die entscheidende Schlacht des Zweiten Weltkriegs. Der Besuch der Gedenkstätte Mamajew-Hügel mit der monumentalen Statue „Mutter-Heimat-ruft“ ist ein tief bewegendes historisches Erlebnis.
- Das Wolgadelta bei Astrachan: Bevor die Wolga ins Kaspische Meer mündet, fächert sie sich in ein riesiges Delta auf – ein einzigartiges Feuchtgebiet und Biosphärenreservat, bekannt für seine Lotosfelder und seinen Vogelreichtum.
Sibirische Expedition: Auf dem Jenissei durch die Taiga
Für Reisende, die die unberührte, wilde Natur der Russländischen Föderation suchen, ist eine Expedition auf einem der großen sibirischen Ströme wie dem Jenissei eine unvergleichliche Erfahrung. Diese Route führt von Krasnojarsk nordwärts durch die endlose Taiga bis in die arktische Tundra und bietet Einblicke in eine Welt fernab der Zivilisation.
Höhepunkte:
- Die Durchquerung der sibirischen Wildnis: Die Reise führt Hunderte von Kilometern durch unberührte Taiga, eine der größten zusammenhängenden Waldflächen der Erde. Die schiere Leere und das Ausmaß der Natur sind der eigentliche Höhepunkt der Reise.
- Besuche in entlegenen Siedlungen: Das Schiff legt in isolierten Dörfern an, die oft nur über den Fluss erreichbar sind. Hier trifft man auf Nachfahren von Kosaken, Altgläubige und Angehörige indigener Völker wie der Keten, die ihre traditionelle Lebensweise bewahrt haben.
- Die Architektur von Jenisseisk: Eine der ältesten Städte Sibiriens, die einst ein wichtiges Zentrum für Handel und Pelzjagd war. Ihr historisches Zentrum bewahrt eine bemerkenswerte Ansammlung von Steingebäuden und Holzhäusern aus dem 18. und 19. Jahrhundert.
- Erreichen der arktischen Zone: Die Reise führt über den Polarkreis hinaus in Städte wie Dudinka. Hier erleben Sie den dramatischen Übergang von der Taiga zur baumlosen Tundra und können im Sommer das Phänomen der Mitternachtssonne erfahren.
Die Grenze im Fernen Osten: Auf dem Amur entlang China
Der Amur bildet über eine weite Strecke die natürliche Grenze zwischen der Russländischen Föderation und China. Eine Kreuzfahrt auf diesem mächtigen Strom ist eine geopolitisch faszinierende Reise durch eine abgelegene und landschaftlich spektakuläre Region, geprägt von der Koexistenz und den Kontrasten zweier Supermächte.
Höhepunkte:
- Das Navigieren an der internationalen Grenze: Über Tage hinweg befindet sich am linken Ufer die Russländische Föderation und am rechten Ufer China. Das Beobachten der unterschiedlichen Entwicklung, der russischen Dörfer auf der einen und der chinesischen Städte auf der anderen Seite, ist ein einzigartiges Erlebnis.
- Die Petroglyphen von Sikatschi-Aljan: An den Basaltfelsen am Ufer des Amur befinden sich Tausende von prähistorischen Felszeichnungen, die Masken, Tiere und Jagdszenen darstellen. Diese gehören zu den ältesten Zeugnissen menschlicher Kultur im russischen Fernen Osten.
- Die Kultur der indigenen Nanai: Die Reise bietet die Möglichkeit, Dörfer des Nanai-Volkes zu besuchen. Diese Tungusische Ethnie lebt traditionell vom Fischfang am Amur und ist bekannt für ihre einzigartige Kleidung aus Fischhaut.
- Die einzigartige Tierwelt des Ussuri-Taiga: Die Region des Amur-Beckens ist ein Hotspot der Biodiversität. Während Ausflügen in die Taiga besteht die – wenn auch geringe – Chance, Spuren des vom Aussterben bedrohten Amur-Tigers oder Amur-Leoparden zu finden.
Der Weg in den Norden: Zum Weißen Meer und den Solowezki-Inseln
Diese Route kombiniert Naturerlebnis mit einer tiefen, oft düsteren Geschichte. Sie führt von Sankt Petersburg über den Ladoga- und Onegasee und dann durch den Weißmeer-Ostsee-Kanal bis zu den Solowezki-Inseln im Weißen Meer, einem Ort von immenser spiritueller und historischer Bedeutung.
Höhepunkte:
- Das Solowezki-Kloster (UNESCO-Weltkulturerbe): Ein spirituelles Zentrum von herausragender Bedeutung für die russisch-orthodoxe Kirche, das im 20. Jahrhundert zum Prototyp des sowjetischen Gulag-Systems wurde. Die Besichtigung der Anlage ist eine Konfrontation mit den extremen Höhen und Tiefen der russischen Geschichte.
- Die Passage durch den Weißmeer-Ostsee-Kanal: Der 227 Kilometer lange Kanal wurde in den 1930er Jahren in Rekordzeit von Gulag-Häftlingen unter unmenschlichen Bedingungen erbaut. Die langsame Fahrt durch dieses historische Bauwerk ist eine ernüchternde Erinnerung an die Opfer des Stalinismus.
- Die raue Schönheit des Weißen Meeres: Das Erreichen des offenen, kalten Weißen Meeres ist ein markanter Punkt der Reise. Die Landschaft ist karg und von subarktischer Schönheit geprägt, mit felsigen Küsten und einer einzigartigen Flora.
- Beobachtung von Belugawalen: Das Weiße Meer ist einer der wenigen Orte auf der Welt, an denen man im Sommer gute Chancen hat, Belugawale in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten, die sich in den wärmeren Küstengewässern zur Paarung und Aufzucht ihrer Jungen versammeln.
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Womit können wir Ihnen helfen?
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